Rip Murdock (Humphrey Bogart) und Johnny Drake (William Prince) sind noch nicht lange vom Kriegseinsatz zurück, als sie auf Dienstfahrt kurzerhand nach Washington D.C. umgeleitet werden, um dort einen Orden entgegen zu nehmen. Bevor es dazu kommen kann, setzt sich Johnny ab. Rip lässt die Ordensverleihung sausen und heftet sich stattdessen an die Fersen seines Kollegen. Als er 2 Tage lang nichts von Johnny hört, wird er plötzlich auf eine Radiomeldung aufmerksam, wonach ein Automobilist ums Leben kam. In einem Leichensaal stösst er auf die mutmasslichen sterblichen Überreste seines Kumpels. Doch damit nicht genug: er findet eine alte Zeitungsmeldung, die deutlich macht, dass Johnny in der Zeit vor dem Kriegsdienst Dreck am Stecken hatte und er macht Johnnys alte Liebe Carol (Lizabeth Scott) ausfindig. Mit der Zeit erliegt auch er Carol und macht sich deren Chef, dem halbseidenen Barbesitzer Martinelli (Morris Carnovsky), zum Feind. Vor allem aber will er herausfinden, welche Rolle Johnny damals in einer Mordgeschichte spielte.
Nach "Anna und der König von Siam" kam hier nochmals ein Werk von Regisseur John Cromwell aus dem Jahr 1946 heraus. Den Thriller könnte man, wie viele aus dieser Zeit, dem "Film Noir" zuordnen, zumal einige der Zutaten vorkommen: der nach Gerechtigkeit suchende, die kühle Blondine, der Gauner. Wie so oft zu dieser Zeit wird in dem Film geraucht, bis der Teer brutzelt. Bei den "Guten" ist es noch schlimmer als bei den Schurken. Selten passte die Altersbezeichnung "von Anno Toback" so gut wie hier. Wer dies als Zugeständnis an den Zeitgeist abtun kann, dem wird ein kurzweiliger und stimmungsvoller Film mit gut 96 Minuten DVD-Laufzeit serviert, der vor allem von den Figuren lebt. Die Gewalt spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Deshalb ist die Altersfreigabe von 16 Jahren doch eher übertrieben.
Sony hat den Columbia-Klassiker ohne sonderlich grosse Ambitionen veröffentlicht. Mono-Ton in mehreren Sprachen und reichlich Untertitelauswahl stehen zur Verfügung. Die Bild- und Tonqualität ist gut und ohne auffällige störende Nebenerscheinungen.
Das Bonusmaterial ist kaum der Rede wert: nur die Ansicht von 3 zeitgenössischen Kinoplakaten zum Film. Hintergründe zum Film erfährt man daher aus der DVD-Veröffentlichung kaum. Da ist Sony aber bei anderen Filmklassikern auch schon umfassender ans Werk gegangen!
Gesamtbewertung: ein sehr sehenswerter, aber nicht überragender Filmklassiker auf einer schnörkellosen (anders gesagt: mageren) DVD; dafür gibt es drei von fünf Aschenbechern ohne Verdienstkreuz.