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Soziobiologie: Fitness, Sexuelle Auslese, Paarungssysteme, Gruppenauslese, Kooperation, Spieltheorie, Evolutionär stabile Strategien, ... Verhaltensökologie, Ritualisierung
 
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Soziobiologie: Fitness, Sexuelle Auslese, Paarungssysteme, Gruppenauslese, Kooperation, Spieltheorie, Evolutionär stabile Strategien, ... Verhaltensökologie, Ritualisierung [Broschiert]

Thomas P. Weber
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 127 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596155622
  • ISBN-13: 978-3596155620
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 312.351 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Thomas P. Weber
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kurzdarstellungen aktueller Wissensgebiete. Autoren, die Forschungsergebnisse aus erster Hand liefern. Optimale Orientierung, übersichtliche Gestaltung. Mit zahlreichen Graphiken und Abbildungen, durchgehend zweifarbig gedruckt. Ständige Aktualisierung der Bände im Internet durch die Autoren.

Über den Autor

Thomas P. Weber ist Biologe, Wissenschaftshistoriker und Kenner der Science-Fiction-Literatur. Er unterrichtet derzeit an der Universität Lund, Schweden.

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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Im Jahr 1975 veröffentlichte Edward O. Wilson sein Aufsehen erregendes Buch "Sociobiology. The New Synthesis" (meines Wissens gibt es davon keine deutsche Übersetzung). Er gab darin einen Überblick über das Sozialverhalten im Tierreich und wagte es, verschiedene menschliche Verhaltensweisen (darunter sexuelle Promiskuität, Geschlechterrollen, Fremdenfeindlichkeit) daraus abzuleiten. Es (das Buch; und er selbst) kamen unter heftigen Beschuss aus dem Bereich der Geisteswissenschaften und seitens der Medien. Diese Theorien würden schließlich, so sie denn zuträfen, einigen geisteswissenschaftlichen Gedankengebäuden den Boden unter den Füßen wegziehen. Ein Vierteljahrhundert verfloss und die Gemüter haben sich immerhin so weit beruhigt, dass Edward O. Wilson nicht mehr physisch angegriffen wurde.

Ein Problem, das sich bis in heutige Diskussionen hineinzieht, entstand dadurch, dass 'Erklärung' und 'Rechtfertigung' nicht klar getrennt wurden. So wird bisweilen immer noch unterstellt, dass bestimmte Verhaltensweisen (beispielsweise die Unterdrückung von Frauen) mit dem Hinweis auf Biologie gerechtfertigt werden könnten.

Egoistische Gene, Meme, evolutionäre Psychologie, Gen-Kultur-Koevolution: Wie viel Biologie steckt im menschlichen Verhalten?

Das schmale Bändchen aus der Fischer-Kompakt Reihe ermöglicht einen schnellen Überblick über Geschichte, Konzepte und Methoden der Soziobiologie. Zunächst werden Verhaltensmerkmale als variabel und erblich betrachtet, genauso wie anatomische, morphologische oder physiologische Merkmale. Dies ist nicht so absurd, wie es manchen erscheinen mag. So lässt sich beispielsweise das Verhalten einer Art mitunter auf eine andere Art übertragen - durch die Übertragung eines Gens: Wird ein bestimmtes genetisches Element einer Mausart, die relativ monogam veranlagt ist, in das Genom einer Mausart mit häufigem Partnerwechsel übertragen, so gehen diese Mäuse von nun an Paarbindungen ein (aber das wollen wir bestimmten Sittenwächtern lieber nicht weitererzählen).

Der Autor erläutert die Anwendung der mathematischen Spieltheorie auf die Analyse sozialer Interaktionen, behandelt sexuelle Auslese und Fortpflanzungsstrategien sowie Ursache und Bedingungen für altruistische Handlungen. Der Mensch, gleichwohl ein Produkt der Evolution, nimmt auf Grund seiner Kulturfähigkeit eine Sonderstellung ein, da der kulturelle Einfluss möglicherweise den soziobiologischen Einfluss konterkarieren kann. Thomas P. Weber betrachtet die Humansoziobiologie aus kritischem Abstand und zeigt Weiterentwicklungen auf. So weist er darauf hin, dass die evolutionäre Psychologie zwar plausible Erklärungen biete, diese aber kaum belegbar seien (es gibt nun mal keine Fossilien von Verhaltensweisen). Andererseits heißt dies aber nicht, dass man evolutionäre Deutungen von Verhaltensweisen beim Menschen prinzipiell ausschließen darf.

Einige Methoden und Theorien werden in zusätzlichen Kapiteln vertieft, wie etwa der Begriff Fitness, die Evolution der Sexualität, Spermienkonkurrenz, Insektengesellschaften, oder die Frage, ob zeitgenössische Jäger und Sammler ein beweiskräftiges Modell für prähistorische menschliche Gesellschaften hergeben.

Lesen bildet.

So ist dieser schmale Band recht hilfreich, um sich in das Gebiet schnell einzulesen, die Entwicklung dieses noch jungen Wissenschaftszweiges nachzuvollziehen und die aktuellen Diskussionen verfolgen zu können. Die Abhandlung ist verständlich geschrieben, übersichtlich angeordnet und preisgünstig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lena Waider TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Das Buch ist sehr gut geschrieben, liest sich leicht, und gibt einen recht guten Überblick über das Forschungsgebiet der Soziobiologie. Die Hauptkapitel lauten:
- Geschichte, Konzepte und Methoden der Soziobiologie
- Sexuelle Auslese und Fortpflanzungsstrategien
- Soziale Evolution
- Humansoziobiologie und ihre Alternativen
Dazu gibt es noch das Kapitel "Vertiefungen", in dem verschiedene Spezialthemen wie Erblichkeit, Fitness, Evolutionär Stabile Strategien, Gefangenendilemma, Evolution der Sexualität etc. behandelt werden. Es folgt ein Anhang mit einem Glossar und Literaturhinweisen.

Die Soziobiologie untersucht Aspekte tierischen Verhaltens unter ökonomischen Gesichtspunkten. Im Vordergrund steht dabei die Fitness-Optimierung. Dem Fitnessbegriff ist in den "Vertiefungen" ein eigener Abschnitt gewidmet, der aber mehr Fragen aufwirft als er klärt. Vorherrschend ist hier die populationsgenetische Sichtweise, die im Grunde nur mit Fortpflanzungszahlen operiert. Da der Lebensraum dabei nicht mehr vorkommt, bleibt unklar, wie eine Anpassung an diesen erfolgen kann.

Wie üblich geht es praktisch nur um Gene. Charakteristisch dafür ist schon die Darstellung der Darwinschen Evolutionstheorie, die wie folgt beschrieben wird (S. 9f.): "Wenn die Merkmalsvarianten, welche die Überlebenswahrscheinlichkeit und den Fortpflanzungserfolg und somit die biologische Fitness bestimmen, zumindest teilweise erblich sind, dann werden diese vorteilhaften Varianten in den folgenden Generationen immer zahlreicher in der Population repräsentiert sein. Solange Mutation und Rekombination neue erbliche Variation - den unentbehrlichen Rohstoff evolutiven Wandels - erzeugen und der Auslese genügend große Fitnessunterschiede zur Verfügung stehen, wird sich die Merkmalsverteilung in der Population ändern." So kann man sicherlich die Evolution einfachster Arten erklären, mehr aber auch nicht. Vielleicht tue ich dem Buch auch Unrecht, aber seitdem ich Merschs Evolution, Zivilisation und Verschwendung gelesen habe, sind für mich solch eindimensionale Evolutionsbeschreibungen kaum noch erträglich.

Bei der Evolution der Sexualität werden verschiedene Hypothesen (Red Queen, Mutationslast) zur Vorteilhaftigkeit der Sexualität diskutiert. Keine der beiden Hypothesen kann jedoch erklären, warum sich ausgerechnet die reproduktiv ganz besonders schwache Getrenntgeschlechtlichkeit gegenüber dem Hermaphroditismus durchgesetzt hat. Wer sich für ein halbes Dutzend weiterer, deutlich plausiblerer Hypothesen interessiert, der greife zu Mersch.

Unter "Soziale Evolution" steht einmal mehr die Verwandtenselektion im Vordergrund, insbesondere auch beim Thema Eusozialität. Wie in vielen anderen Büchern des Genres werden die Verwandtschaftsverhältnisse bei den Ameisen unkommentiert auf Bienenstaaten übertragen, obwohl dies nicht möglich ist (S. 60). Hinterher hat man den Eindruck, dass sich Eusozialität nur unter engen Verwandtschaftsverhältnissen herausbilden kann, obwohl sich ja selbst moderne menschliche Sozialstaaten gewissermaßen eusozial verhalten.

Im Kapitel über die Humansoziobiologie erfolgt dann sogar eine Abrechnung mit der Disziplin. Sorgen scheinen dem Autor auch denkbare Konflikte mit dem Feminismus zu machen, als wenn es sich bei Letzterem um eine wissenschaftliche Disziplin handelte. Um es kurz zu machen: Die Ergebnisse werden in Gänze angezweifelt. Gleiches geschieht anschließend mit der leicht anders fokussierten Evolutionären Psychologie und dann auch noch mit der Memetik. Lediglich die Theorie der Gen-Kultur-Koevolution wird ein wenig positiver besprochen, ohne dass ausreichend klar gemacht wird, was das eigentlich ist. Immerhin, und das ist dann tatsächlich positiv hervorzuheben, widmet der Autor einige Seiten dem für die genannten Disziplinen äußerst kritischen demografischen Übergang/Wandel moderner menschlicher Gesellschaften, weil sich hierbei ein Fortpflanzungsverhalten herauskristallisiert hat, welches nun wirklich nicht mehr mit Darwin in Einklang zu bringen ist. Das hat einen einfachen Grund, der im Buch jedoch unerwähnt bleibt: Darwin entnahm seine entscheidende Idee der Bevölkerungslehre Malthus', d.h. der Demografie. Das ist bis heute so geblieben. Selbst die Verwandtenselektion ist im Grunde noch immer Malthus pur. Die moderne Demografie hat sich jedoch längst von Malthus gelöst und ihre eigenen ökonomischen Modelle (z. B. die ökonomische Theorie der Fertilität gemäß Gary S. Becker) zur Erklärung des demografischen Wandels aufgestellt, in denen viel von Opportunitätskosten für Kinder die Rede ist, allerdings nie von Genen. Auch ist ihr der umgekehrte Zusammenhang zwischen sozialem Erfolg und Reproduktionserfolg bekannt, und zwar als demografisch-ökonomisches Paradoxon. Leider haben sich die Zeiten längst geändert. War Darwin noch in der Lage, die Forschungsergebnisse der Demografie (die sich ja immerhin mit dem Reproduktionsverhalten menschlicher Gesellschaften, also dem gleichen Thema wie die Humansoziobiologie, beschäftigt) wahrzunehmen und zu würdigen, so scheint eine solche interdisziplinäre Herangehensweise heute nicht mehr üblich zu sein. Kein Wunder, dass die Soziobiologie nun im Clinch mit der Soziologie liegt. Wer es anders haben will und nach einer wirklichen Lösung für die genannten Probleme sucht, der lese Mersch.
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