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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine solide Quelle., 31. Oktober 2002
Das gründlich überarbeitete und aktualisierte Buch, das schon seine 3. Auflage erlebt, ist die beste Quelle für die sozialstrukturellen Veränderungen in den letzten 20 bis 30 Jahren deutscher Zeitgeschichte. Die dargebotenen Statistiken sind durchweg aus zuverlässigen Arbeiten gewählt und werden mit einer Fülle bibliographischer Angaben belegt. Die Interpretation ist ausgewogen und wird vor allem auch den Veränderungen in den neuen Bundesländern gerecht. Der Verfasser weist darauf hin, daß die Vereinigung für viele Menschen im Osten nicht nur Verbesserungen gebracht hat, sondern daß es auch eine beträchtliche Zahl von Verlierern gibt. Die Darstellung der Familienpolitik der DDR, die zu weit höheren Geburtenzahlen geführt hatte, als das seit 1990 der Fall ist, wird in den sozialpolitischen Kontext eingebettet. Diese Abschnitte des Buches sind besonders lesenswert. Die vom Verfasser selbst gewählten Grenzen des Buches sind in der Beschränkung auf rein soziologische und ökonomische Aspekte einer Gesamtübersicht zu sehen. Auf diese Weise werden bereits sozialgeographische Aspekte - also sozialstrukturelle Unterschiede von Stadt und Land, aber auch die soziale Differenzierung innerhalb der Städte - weitgehend ausgeklammert. Im Sachregister fehlen deshalb Fachbegriffe wie Gentrifizierung und Ghettoisierung. Wenn dann bei der Darstellung der Sozialen Mobilität und der mit ihr zusammenhängenden Bildungsbeteiligung der verschiedenen Sozialschichten Begriffe wie Talent und Begabung überhaupt keine Rolle spielen, dann vergibt der Verfasser an dieser Stelle weiterführende Interpretations- und Analysemöglichkeiten. Kurzum, wer wissen will, wie sich die Sozialstruktur verändert, der macht mit diesem Buch den bestmöglichen Kauf. Wer darüber hinaus wissen will, warum sie sich so und nicht anders verändert und wie es weitergehen wird, der sollte auch Meinhard Miegel, Herwig Birg und "Die IQ-Falle"lesen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
super lesbar, verständlich und anschaulich, 13. Oktober 2005
° Ein wirklich empfehlenswertes Buch über die Sozialstruktur Deutschlands und deren Entwicklung vor / nach der Wiedervereinigung ist Rainer Geißler gelungen. Meiner Meinung nach ein perfektes Buch fürs Studium, weil es fundiertes Faktenwissen sowohl sinnvoll strukturiert, als auch zentrale Begriffe im Text deutlich hervorhebt. Besonders gut herausgearbeitet sind auch jeweils die ehemaligen und aktuellen Unterschiede zwischen Ost und West, deren Ursachen und Auswirkungen, sei es in bildungpolitischer oder wirtschaftlicher Hinsicht. Auch Tabellen und Grafiken sind ausreichend vorhanden und so ausgewählt, dass man nur selten noch den Datenreport zur Hand nehmen muss. Am Ende jedes Kapitels finden sich Anmerkungen und Hinweise auf weiterführende Literatur. Leicht lesbar, sehr verständlich und anschaulich aufbereitet - klare 5 Sterne. ~
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Grundlagen der Gesellschaftsanalyse, 13. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sozialstruktur Deutschlands. Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Zwischenbilanz zur Vereinigung (Broschiert)
Ein Buch, bei dessen Gegenstand nicht unbedingt auf fesselnde Lektüre spekuliert werden sollte, ist dies doch eher ein Arbeitsbuch, welches in Problemfällen herangezogen werden kann. Das Buch ist in 16 Kapitel aufgeteilt, wobei der ökonomische Hintergrund besonders zutage tritt, speziell in den ersten drei Kapiteln, die die Entstehung der Industrie- und Klassengesellschaft nachzeichnen. Nach einem Abschnitt über Eliten folgen vier Kapitel über die Entwicklung der Arbeitsverhältnisse (Selbständige, Dienstleistungsgesellschaft, Arbeiterschichten und Arbeitslose), darauf folgt ein kurzes Kapitel über ethnische Minderheiten. Neben der soziologischen Grundausstattung über sozialer Mobilität, Bildungssystem, Demographie und Familienentwicklung ist ein Kapitel der "sozialen Ungleichheit zwischen Frauen und Männern" gewidmet. Generell differenziert Geißler zwischen den Entwicklungen zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Ost- und Westdeutschland, wobei die geschlechterbezogene Analyse auffallend zurückhaltend ist. Das kann an der empirisch-nüchternen Analyseform Geißlers liegen, durch die bestimmte Auswirkungen von Ungleichheiten nivelliert werden. Positiv ist hier jedoch, daß die Entwicklungen in der DDR nicht unter den Teppich gekehrt werden, auch wenn desöfteren noch die zu stark westdeutsch orientierte Sicht durchscheint. Trotz des zwar didaktisch gut aufbereiteten, jedoch argumentativ etwas eintönigen Verlaufs sind besonders die ersten Kapitel zur materiellen Entwicklung sowie die Abschnitte zur Geschlechterungleichheit, Bildungssysteme und der Familienentwicklung lesenswert. Alles in allem ein brauchbares, wenn auch teilweise zu unkritisches Buch, womit sich einige Argumente empirisch untermauern lassen und zudem Neulinge mit den wichtigsten soziologischen Grundbegriffen und -modellen vertraut gemacht werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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