Sozialpolitik und Soziale Lage in Deutschland ist ein vielseitiges Standardwerk, das gleich mehrere Lesergruppen anspricht und vielfältige Verwendungsmöglichkeiten bietet: Ob aus allgemeinem Interesse, für das Studium oder den Beruf, bietet es die Möglichkeit, sich erstmalig in den Themenbereich Sozialstaat & Sozialpolitik einzuarbeiten, Kenntnisse aufzufrischen oder zu vertiefen. Eine sprachlich verständliche Schreibweise bei gleichzeitig hohem Anspruch erleichtert hierbei die Arbeit. Zwei Bände mit etwa 1200 Seiten sind dabei zunächst einmal eine Menge Stoff, jedoch kann man die Einzelkapitel durchaus auch selektiv bearbeiten.
Im Anschluss an das erste Kapitel, das eine grundlegende, auch international vergleichende Einführung in den Themenbereich gibt, die sich im Laufe des Kapitels auf den deutschen Sozialstaat und seine spezifischen Merkmale, Probleme und Reformbedarfe zuspitzt, können die systematisch abgehandelten Politikfelder erschlossen werden (Inhaltsverzeichnis ist bei Amazon einsehbar).
Das erfreuliche an diesem Buch ist die Tatsache, dass sozialpolitische Institutionen, Maßnahmen- und Leistungssysteme der unterschiedlichen sozialpolitischen Handlungsfelder nicht einfach nur statisch dargestellt werden, sondern vorrangig von den jeweiligen Problemlagen der Bevölkerung her beschrieben und argumentiert wird. Grundlage hierfür sind annähernd 250 Tabellen und Abbildungen, die die Soziale Lage in Deutschland, wie die Autoren sie schildern, im hohen Maße auch empirisch nachvollziehbar machen. Vor diesem Hintergrund werden zum Abschluss jeden Kapitels aktuelle Reformbedarfe und perspektiven erarbeitet und die sie begleitenden Kontroversen auch für diejenigen Leser, die nicht intensiv mit der Materie befasst sind, nachvollziehbar gemacht.
Hilfreich ist, dass auf einer flankierenden Internetseite (www.sozialpolitik-aktuell.de) die Literaturhinweise & Internetquellen sowie die Tabellen & Abbildungen aktuell gehalten werden. Außerdem wird dort versucht, anhand von zusammengestellten Dokumenten verschiedenster Herausgeber aktuelle Diskussionen (z. B. zur Frage eines allgemeinen Mindestlohns) auch über das Erscheinungsdatum des Buches hinaus nachvollziehbar zu machen.