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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 05.01.2002
Des Denkers und Autors Thomas Kapielski neuestes Werk ist erstaunliche 400 Merve-Seiten stark, da lässt sich auch die taz nicht lumpen und räumt die Seiten frei für eine umfängliche Rezension durch Gerrit Bartels. Die ist, dem Gegenstand sehr angemessen, recht launig geraten: "Gute Nacht, Thomas, gute Nacht, Abendland, gute Nacht, Hochkultur!" Kapielski, einst Außenseiter, nun beinahe Protagonist des Kulturbetriebs, mit Vorleserei in Klagenfurt und Professur in Braunschweig, schreibt vor allem gegen eines an: "Laberdreck", "Labermüll" und denkt scharf darüber nach, wie sich der vermeiden lässt. Auf einen ordentlichen Nenner lässt sich Kapielski dabei, findet Bartels, nach wie vor nicht bringen. Einerseits präsentiert er sich als "Bildungsbürger, Gelehrter, Wertkonservativer", andererseits schlägt sein Herz für diverse popkulturelle Nichtigkeiten wie die Teletubbies. Nichts hasst er so sehr wie politische Korrektheit und den "Kitsch humaner Gutseinsvermutungen". Mehr oder weniger, findet Bartels, geht das alles schon in Ordnung und das neue Buch ist so ein weiteres starkes Stück des "großformatigen Künstler- und Entwicklungsromans", an dem Kapielski seit eh und je schreibt.
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Kurzbeschreibung
"Da ich nun bis dato in Büchern alles erzählt hatte, was in meinem Leben passiert war, dachte ich: Gut, biste jetzt Romancier, fährste hin (nach Klagenfurt). Kommste mal wieder raus aus der Kneipe, erlebst du mal wieder was! Dieser Schönschreiberbetrieb wird erzählerisch nicht unergiebiger sein als das wundersame Kunstwesen. Haste was zu erzählen, überholste langsam erzählerisch die zu erzählenden Ereignisse mit dem Flugzeug." "Aber man bedenke: Armut macht Demut, Demut mach Beförderung, Beförderung macht reich, reich macht Hoffart, Hoffart macht Krieg, Krieg macht Armut."