Rechte (bzw. neoliberale) "BWL-Propaganda" at its best!
"Die Nase vom Pinocchio der deutschen Sozialpolitik wird länger und länger, die Märchen der Politiker phantasievoller und fabulöser." behauptet der Autor wenigstens.
Wenn man aber die deutsche Politik seit der Kohl-Ära sich näher betrachtet, kann niemand ernsthaft auf den Gedanken kommen, daß den meisten Politikern - von FDP über CDU zu der SPD und den Grünen - etwas an Sozialpolitk läge (oder gelegen hat). Daher möchte ich gerne dieser "Soziallüge" die "Reformlüge" (Albrecht Müller, Droemer/Knaur) entgegenhalten.
"Ist ein Mensch arm, wenn er keinen Fernseher hat?"
Nein, im Vergleich zu den Verhungernden Afrikas ist er nicht arm, aber ist es für ein Land, eine Gesellschaft, eine Gemeinschaft, die zu den reichsten der Welt zählt nicht eine Schande, wenn immer mehr Menschen sich noch nicht einmal einen billigen Fernseher leisten können, während andere es als unzumutbar empfinden im Jahr mit einem Einkommen von "nur" 500.000 ¤ auskommen zu müssen?
Wofür brauchen wir eigentlich überhaupt noch die "Gemeinschaft Deutschland", wenn wir in einer Gesellschaft leben (sollen), in der es kein Gemeinschaftsgefühl - und damit einhergehend keine gemeinschaftlichen sozialen Absicherungssysteme - mehr gibt?
Fairerweise muß man aber sagen, daß dieses Buch all jenen, die genau diese gesellschaftlichen Umstrukturierungen befürworten und wollen, eine "nette Unterhaltung" bietet.