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Sozialer Sinn: Kritik der theoretischen Vernunft (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) Taschenbuch – 25. April 1993


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 8 (25. April 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518286668
  • ISBN-13: 978-3518286661
  • Größe und/oder Gewicht: 10,9 x 2,5 x 17,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Pierre Bourdieu, am 1.August 1930 in Denguin (Pyrénées Atlantiques) geboren, besuchte dort das Lycée de Pau und wechselte 1948 an das berühmte Lycée Louis-le-Grand nach Paris. Nachdem er die Eliteschule der École Normale Supérieure durchlaufen hatte, folgte eine außergewöhnliche akademische Karriere. Von 1958 bis 1960 war er Assistent an der Faculté des lettres in Algier, wechselte dann nach Paris und Lille und wurde 1964 Professor an der École Pratique des Hautes Études en Sciences Sociales. Im selben Jahr begann er, die Reihe Le sens commun beim Verlag Éditions de Minuit herauszugeben und erhielt einen Lehrauftrag an der Ècole Normale Supérieure. Es folgten Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in Princeton und am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Seit 1975 gibt er die Forschungsreihe Actes de la recherche en sciences sociales heraus. 1982 folgte schließlich die Berufung an das Collège de France. 1993 erhielt er die höchste akademische Auszeichnung, die in Frankreich vergeben wird, die Médaille d'or des Centre National de Recherche Scientifique. 1997 wurde ihm der Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen verliehen.
In seinen ersten ethnologischen Arbeiten untersuchte Bourdieu die Gesellschaft der Kabylen in Algerien. Die in der empirischen ethnologischen Forschung gemachten Erfahrungen bildeten die Grundlage für seine 1972 vorgelegte Esquisse d'une théorie de la pratique (dt. Entwurf einer Theorie der Praxis, 1979). In seinem wohl bekanntesten Buch La distinction (1979, dt. Die feinen Unterschiede, 1982) analysiert Bourdieu wie Gewohnheiten, Freizeitbeschäftigungen, und Schönheitsideale dazu benutzt werden, das Klassenbewußtsein auszudrücken und zu reproduzieren. An zahlreichen Beispielen zeigt Bourdieu, wie sich Gruppen auf subtile Weise durch die feinen Unterschiede in Konsum und Gestus von der jeweils niedrigeren Klasse abgrenzen. Mit Le sens pratique (dt. Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, 1987) folgte 1980 eine ausführliche Reflexion über die konkreten Bedingungen der Wissenschaft, in der Bourdieu das Verhältnis von Theorie und Praxis neu zu denken versucht. Ziel dieser Analysen ist es, die "Objektivierung zu objektivieren" und einen Fortschritt der Erkenntnis in der Sozialwissenschaft dadurch zu ermöglichen, daß sie ihre praktischen Bedingungen kritisch hinterfragt.
Seit dem Beginn der 90er Jahre engagiert sich Bourdieu für eine demokratische Kontrolle ökonomischer Prozesse. 1993 rief er zur Gründung einer "Internationalen der Intellektuellen" auf, deren Ziel darin besteht, das Prestige und die Kompetenz im Kampf gegen Globalisierung und die Macht der Finanzmärkte in die Waagschale zu werfen. Die im selben Jahr gegründete Zeitschrift Liber soll dazu ein unabhängiges Forum bieten. Seine politischen Aktivitäten zielen darauf ab, eine Versammlung der "Sozialstände in Europa" einzuberufen, die den europäischen Einigungsprozeß kontrollieren und begleiten soll.
Pierre Bourdieu stirbt am 23. Januar 2002 in Paris.

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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von F. Saulich am 10. Januar 2003
Format: Taschenbuch
Pierre Bourdieu unternimmt in dieser Übersetzung des französischen Werkes "le sens pratique" eine weitreichende Kritik bekannter sozialwissenschaftlicher Theorien - namentlich des ethnologischen Strukturalismus und der neoklassischen Ökonomik.
Im ersten Teil entlarvt er - anhand seiner ethnologischen Studien in der Kabylei - Strukturalismus und Neoklassik als praxisferne Gedankengebäude, denen es nicht gelingt, die Logik praktischer Handlungsformen zu analysieren. Darum bleiben diese Theorien immer wieder in ihren theoretisch-metaphysischen Annahmen stecken. Er entwirft dabei eigene Grundlagen einer praktischen Logikform, wobei m.E. das Konzept des symbolischen Kapitals besonders interessant ist.
Im zweiten Teil entwickelt Bourdieu dann seine eigene Logik der Praxis weiter. Dabei geht er insbesondere auf die Heirats- und Bodenstrategien, die Geschlechtertrennung und Rollenverteilung in der Kabylei ein. und zeigt, dass bestimmte Formen und Regelmässigkeiten in dieser Kultur ihren Ursprung in der Logik der Praxis haben.
Das Werk vermittelt einen interessanten und originellen Ansatz ethnologischer Forschung, für eine wirklich soziologische Verwendung wären aber sicher Studien heranzuziehen, die sich nicht mit der Kabylei beschäftigen bzw. andere Werke Bourdieus.
Die Übersetzung dieses Werkes ist meiner Ansicht nach gelungen, aber warum der Titel "Sozialer Sinn" heißt und nicht "praktischer Sinn" wie es das Original nahelegt, ist mir schleierhaft, denn der Originaltitel ist viel treffender.
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