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Der vorliegende Band liefert anhand unterschiedlicher gesellschaftlicher Handlungsfelder Einblicke in die Praktiken einer vernetzen Gesellschaft. Er präsentiert zudem Bausteine einer soziologischen Theorie sozialer Netzwerke. Themen den Bandes sind u.a.: Methoden der Netzwerkanalyse, strategische und regionale Netzwerke, Policy-Netzwerke, Forschungs- und Innovationsnetzwerke, die Akteur-Netzwerk-Theorie sowie system- und handlungs- und kulturtheoretische Analysen zum Netzwerkbegriff.
Inhalt
I. Einleitung: Zum Stand der Netzwerkforschung in den Sozialwissenschaften (Johannes Weyer)
Die vernetzte Gesellschaft - Netzwerke in der Transaktionskostenökonomie - Ansatzpunkte der soziologischen Netzwerkforschung - Beiträge zur Analyse von Interorganisations-Netzwerken - Soziale Netzwerke und soziologische Theorie - Überblick über die Beiträge des Buches
Teil 1 - Formale Netzwerkanalyse
II. Netzwerke und soziales Kapital: Methoden zur Analyse struktureller Einbettung (Dorothea Jansen)
Für eine strukturalistische Perspektive in der Soziologie - Soziales Kapital als Scharnier zwischen Akteuren und Strukturen - Operationalisierung von sozialem Kapital - Soziales Kapital und Exzellenz in einem Forschungsnetzwerk - Fazit
Teil 2 - Netzwerke als Form der Handlungskoordination
III. Strategische Netzwerke: Koordination und Kooperation in asymmetrisch strukturierten Unternehmensnetzwerken (Eckhard Heidling)
Kooperation von Unternehmen als interorganisationale Netzwerke - Strategische Netzwerke als spezifische Form interorganisationaler Netzwerke - Austauschbeziehungen in strategischen Netzwerken - Blockaden in interorganisationalen Netzwerken - Das Kfz-Gewerbe als Teil des strategischen Netzwerks "Automobilproduktion" - Fazit
IV. Regionale Netzwerke in der globalen Wissensgesellschaft (Martin Heidenreich)
Die Grundlagen regionaler Leistungsfähigkeit - Möglichkeiten und Dilemmata regionalen Lernens - Regionale Ordnungen und lernende Institutionen - Zwischen Regionalisierung und Globalisierung - Fazit
V. Policy-Netzwerke (Christoph Knill)
Einleitung - Konzeptionen von Policy-Netzwerken - Policy-Netzwerke: Metapher, analytisches Modell oder Theorie? - Ein Policy-Netzwerk im Wandel: Die britische Luftreinhaltepolitik im Spannungsfeld nationaler Reformen und europäischer Integration - Fazit
VI. Innovation und Vernetzung: Die Konzeption der Innovationsnetzwerke (Uli Kowol/Wolfgang Krohn)
Einleitung: Das Modernisierungsparadox - Innovationsnetzwerke: Eine Skizze kategorialer Merkmale - Rekursive Technikentwicklung: Die Erzeugung einer Eigenlösung - Fazit
VII. Netzwerke und Leitbilder: Die Bedeutung von Leitbildern für die Funktionsfähigkeit von Forschungs- und Entwicklungs-Netzwerken (Jörg Abel)
Leitbilder als Koordinations- und Steuerungsinstrument - Zur Kritik und Erweiterung des Leitbild-Ansatzes - Zur Ausdifferenzierung des Leitbild-Begriffs - Die Bedeutung von Leitbildern bei der ICE-Entwicklung - Fazit
Teil 3 - Perspektiven einer Theorie sozialer Netzwerke
VIII. Akteur-Netzwerk-Theorie: Zur Koevolution von Gesellschaft, Natur und Technik (Ingo Schulz-Schaeffer)
Einleitung - Einblicke in die fremde Welt der Aktanten - Konzeptuelle Grundlagen der Akteur-Netzwerk-Theorie - Kritik - Schlussbemerkung: Gesellschaftstheoretische Weiterungen
IX. Netzwerke als strukturelle Kopplung: Systemtheoretische Überlegungen zum Netzwerkbegriff (Eckard Kämper/Johannes F.K. Schmidt)
Zum Stand der Netzwerkforschung - Der Stellenwert des Netzwerkbegriffs in der Systemtheorie Niklas Luhmanns - Netzwerkkonzepte der Systemtheorie - Netzwerke als strukturelle Kopplung - Fazit
X. Soziale Netzwerke als Mikro-Makro-Scharnier: Fragen an die soziologische Theorie (Johannes Weyer)
Offene Fragen der Netzwerkforschung - Antworten seitens der soziologischen Theorie - Elemente einer soziologischen Theorie sozialer Netzwerke - Fazit
XI. Kulturelle und sozialanthropologische Aspekte der Netzwerkforschung (Hans-Jürgen Weißbach)
Primärbedürfnisse und soziale Strukturen legitimer Bedürfnisbefriedigung - Horde und Clan als Vorläufer von Netzwerken - Die Genese von Netzwerken im Zerfallsprozess der Clan- und Tribalgesellschaften - Kulturalistische Versuche zur Klassifikation vormoderner Netzwerke - Das Netzwerk als Regressionsphänomen: Innovation durch Entdifferenzierung? - Kulturelle Prägungen in modernen Netzwerkstrukturen - Globalisierung und Netzwerkkulturen -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Im Unterschied zur einschlägigen Fachliteratur aus der Wirtschaftstheorie legt dieses Buch seinen Fokus auf die sozialen Prozesse, die sich in Netzwerken abspielen. So führen die Autoren letztlich die Erkenntnisse der Institutionenökonomie fort und können somit Phänomene an und in Netzwerken besser erfassen, die nicht allein durch ökonomische Ursachen zu erklären sind. Für Nonprofit- und Kulturorganisationen, die zumeist leitbild- und ideenorientiert aufgestellt sind (oder sein sollten), führt dieser Ansatz erheblich schneller zum Ziel.
Das Buch verlangt vom Leser aus einer Kulturorganisation sicherlich die Fähigkeit, die dargestelllten ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Theorien auf seine konkrete Situation zu übertragen. Diese Mühe lohnt sich allemal, denn wie in kaum einem anderen Buch zu diesem Thema eröffnen sich hier weitsichtige Perspektiven für die künftige Strukturen ökonomischen und gesellschaftlichen Handelns.
---Dirk Heinze, Kulturmanagement Network
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