Erst nach Zusammenbruch der Sowjetunion ist es möglich, durch Studium der Dokumente in russischen Archiven die wahre Geschichte der Partisanenbewegung jenseits vom kommunistischen Mythos zu schreiben. Der Autor, bekannt vor allem durch seine die etablierte Geschichtsforschung revidierenden Erkenntnisse, z.B. brachte u.a. seine fundamentale Kritik die erste Wehrmachts-Ausstellung" zu Fall, legt eine Untersuchung vor, die die sowjetische Propaganda von einer das ganze Volk umfassenden einheitlichen Partisanenbewegung" klar widerlegt. Die Partisanen waren keine homogene Gruppierung, sondern bestanden aus vielen verschiedenen Einheiten mit unterschiedlichen Zielen. Die sowjetischen Verbände kämpften gegen die Wehrmacht, polnische gegen Wehrmacht und für die Wiederherstellung eines polnischen Staates, ukrainische teilweise mit, teilweise gegen die Wehrmacht für einen ukrainischen Nationalstaat, gleichzeitig waren sie in Auseinandersetzungen mit polnischen Partisanen verwickelt. Aus dieser divergierenden Interessenlage entstand ein blutiger Kampf mit ständig wechselnden Feinden, in deren Mitte die Zivilbevölkerung stand, die nach dem roten Terror der 1930er Jahre nur noch in Ruhe gelassen werden wollte, aber gezwungen war, dem jeweilig Stärkeren zwangsweise zu Diensten zu sein. Musial zeigt auf, daß von Stalin frühzeitig ein Bandenkampf hinter der Front vorbereitet wurde. Die dafür extra aufgestellten Vernichtungsbataillone" ließen sich von der Wehrmacht überrollen, fanden Zuwachs durch versprengte Rotarmisten und rekrutierten unter Waffengewalt die wehrlose Landbevölkerung. Der blutige Kampf der Partisanen gegen Nachschubfahrzeuge, Rotkreuztransporte und Verbindungslinien steigerte sich von Jahr zu Jahr, hatte bei weitem aber nicht die militärische Effizienz, die die Sowjetpropaganda ihm zuschrieb. Musial hat hiermit ein neues, gängige Klischees widerlegendes Werk vorgelegt.