Das Buch von Wassilij Mischin, seinerzeit Stellvertreter Sergeij Koroljows und nach dessen Tod Chefkonstrukteur des sowjetischen Raumfahrprogramms, ist ein kleines Juwel für den interessierten Raumfahrtenthusiasten.
Mischin beschreibt den Teil der sowjetischen Raumfahrtgeschichte, den er selbst aktiv mitgestaltet hat. Vom ersten Kontakt mit deutschen A4 Raketen bis hin zur gigantischen Mondrakete N-1. So beschreibt er neben vielen technischen Details der unterschiedlichen Raketentypen auch die politischen Zusammenhänge dieser Zeit.
Als ein Höhepunkt des Buches stellt er sachlich und scheinbar mit dem Abstand des hohen Alters schonungslos die Gründe für das Scheitern des sowjetischen Mondprogramms dar, wobei er seine eigene Rolle erstaunlich selbstkritisch beleuchtet (Respekt!).
Auch nimmt Mischin Stellung zur aktuellen Raumfahrt. Er erläutert beispielsweise aus seiner Sicht als ehemaliger Chefkonstrukteur des OKB-1 sachlich und sehr präzise die Schwachpunkte des US Space Shuttles.
Leider läßt die Übersetzung aus dem Russischen ein wenig zu Wünschen übrig. Das Buch liest sich passagenweise recht holprig. Allerdings wird der Leser dafür durch ein paar sehr seltene Fotos entschädigt.
Insgesamt ist das Buch wegen seines recht technischen Inhaltes eher für Leser mit entsprechendem Interesse an der sowjetischen Raumfahrt geeignet.
Wegen des einfachen Drucks und der mäßigen Übersetzung würde ich eigentlich nur drei Sterne geben, da dieses Buch aber ein ausgesprochenes Juwel für Fans der sowjetischen Raumfahrtgeschichte ist, gebe ich vier Sterne.