Zwischen
Times of Grace und
A Sun That Never Sets brachten Neurosis im Jahr 2000 die vier Stücke umfassende und über 30 Minuten andauernde EP heraus, die einem schon einmal darauf vorbereitete was mit a Sun that never Sets auf die Hörerschaft zukommen sollte. Anno 2011 erschein das Album beim eigenen Label erneut und enthielt ein Stück Musik mehr. Die Indianerassoziation weckt bereits Prayer, verlagsamter Tribalrhytmus, ineinandergreifende Gesangsspuren und ein Gemenge aus akkustischer und elektronischer Musik, die besonders in den Gitarren hervortritt, schafft in seiner gemächlichen Langsamkeit eine tief düstere Atmosphäre, die selbst im Doom seinesgleichen sucht. An Offering nimmt besonders den Elektronischen Teil auf und wechselt sich mit kurzen Verschnaufspausen, klingt jedoch insgesamt wie die Neurosisvariante der frühen Godflesh. Scott Kellys kehliger KrächtzBrüllSprechgesang überschattet den gesamten Titel in dem, neben einiger Samples und viel Elektronik auch ein paar der tiefsten Growls enthalten sind die sich bei Neurosis finden lassen. Flood ist ein Interlude, welches in erster Linie durch ein hypnotisches Druming besticht hinter welchem sich aber auch spährische Gitarrenarbeit breit macht. Das Titelstück Sovereign ist dann jener düstere Monolith in welchem man Neurosis in fast jeder ihrer Schaffensphasen entdeckt, ein 13minütiger schleppender Moloch, der mit vielen Versatzstücken aus dem Drone daherkommt und nach vier Minuten zu jenem frühen Neurosistypischen Klang zurückfällt, den man zum Beispiel von
Enemy of the Sun gewohnt ist. Eine undurchdringliche Wand aus dröhnenden Riffs und brüllendem Gesang. Dann jedoch wieder zurcükfällt und so zwischen eben jenen den Extremen der Band pendelt.
Den neu geschaffenen Abschluß macht sodann Misgiven, ein physisch Schmerzhafter Titel der einen düsteres Neurosis-Grundgerüst mit schrillen Pfeiftönen durchzieht die einem Angst um die eigenen Boxen machen und nicht zuletzt um das eigene Trommelfell. Bei voll aufgedrehten Boxen drehen vermutlich alle Hunde in der Nachbarschaft durch. Vielleicht wollten Neurosis ihren Hörern physischen Schmerz bereiten, oder vielleicht auch nur erzwingen, dass man ihr Album nicht schlicht nebenherhört. Der Track ist damit kaum geeignet um in öfters zu hören, vielmehr führt er zu Kopfschmerzen und im Zweifelsfall zu Magenverstimmungen.
Der eigentliche ReRelease hingegen ist gelungen. Neurosis bringen mit Sovereign eine ihrer insgeheim stärksten Veröffentlichungen zurück, wobei es eigentlich keine schlechten. Die ersten zwei Alben sind ganz was anderes, und der Rest ist Neurosis.