Kurzbeschreibung
Nachweisbar ist die jahrtausendealte ayurvedische Heilkunde in der Lage, Stress-Symptome zu beseitigen. Bei Stress ist das Gleichgewicht der Regelsysteme (den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha) gestört – und die Aufgabe ayurvedischer Therapie besteht darin, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Da die unterschiedlichen Konstitutionstypen auf Stress unterschiedlich reagieren, bietet dieses Buch das richtige Programm für jeden der drei Typen: ein 14-Tage-Burnout-Notfallprogramm, um akute Stress-Symptome zu lindern, sowie einen Langzeit-Plan, der dauerhaft hilft, Stress zu vermeiden bzw. zu mildern.
• Dr. med. Ulrich Bauhofer bietet mit seinem neuen Buch die besten Strategien der jahrtausendealten Heilkunde zur Stressbewältigung
• Ayurveda gibt Menschen mehr Gelassenheit, damit sie trotz aller Hektik souverän bleiben
• Durch Ayurveda haben Stressgeplagte die Möglichkeit, wieder zu ihrer inneren Mitte zu finden
Über den Autor
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Das eine vorweg: Tief in Ihnen gibt es etwas, das ist völlig gesund. Nicht verletzbar, frei von Schmerz, immun, nicht anfällig, unzerstörbar, unwandelbar, ohne Fehl – makellos. Es ist Ihr Selbst. Der hohe heilige Ort, wie es die Bibel nennt – ein uneinnehmbares Bollwerk gegen Stress, gegen alle Anfeindungen des Lebens. Hier sind Sie geschützt. Hier sind Sie unüberwindbar. „Wasser netzt es nicht, Feuer sengt es nicht, der Wind trocknet es nicht aus“, heißt es in den Texten der Bhagavad Gita. Ihr wahres Selbst ist jenseits der Elemente, und darum widersteht es ihnen. Nie ist es in Eile, nie steht es unter Druck, immer bleibt es ruhig und gelassen. Souverän. Es ist von einem immer freudigen Gleichmut. Ihr Innerstes. Ihr Eigenstes.
Der Schatz in uns
Das Leben ist wie ein Orkan. Gewaltig. Turbulent. Mit Höhen und Tiefen. Mit Freude und Schmerz. Hin und her wirft es uns, oft völlig unvermutet katapultiert es uns aus dem Gleichgewicht. Doch wenn wir uns dem Zentrum eines Taifuns nähern, seinem Kern, seinem Wesen, erwartet uns eine Überraschung: Es wird leise und ruhig. Alle Unordnung löst sich auf, Ordnung breitet sich aus. Wenn wir auf den Kern des Lebens zukommen, unserem eigenen Innersten, verstummt auch da alles Tosen und aller Lärm, es wird friedvoll und ganz still. Vielleicht glauben Sie es nicht oder können es sich im Moment nicht vorstellen, doch so sind Sie wirklich, genau so. Wissentlich oder unbewusst ist jeder auf der ständigen Suche nach diesem inneren Schatz, der unser Wahres ist. Je weiter wir uns von ihm entfernen, desto mehr Unzufriedenheit befällt uns. Je näher wir ihm kommen, desto glücklicher werden wir.
Auf dem Pfad zu sich selbst
Auf den Wegen durch die Steinwüsten unserer modernen Städte blicken wir nicht in erfüllte Gesichter. Gehetzt, sorgenvoll, gestresst sehen sie aus. Menschen, die nicht bei sich sind. Das Leben hat sie so gemacht, das schnelle, rastlose, technisierte Leben. Das so wenig Raum zur Einkehr lässt, zur Muße, zur Besinnung. Das so außengerichtet ist, so weit weg von uns selbst. Die meisten haben den Zugang zu sich verloren oder vielleicht nie gefunden. Sie spüren sich nicht. Sie wissen nicht wirklich, was ihnen gut tut und was ihnen schadet, was sie erstreben und was sie fliehen sollten. Eine ganze Industrie arbeitet dieser Selbstentfremdung entgegen, und trotzdem schaffen es die Menschen nicht, ihre eigene Mitte zu finden.
Mein Buch gegen Stress ist ein Buch für das Selbst. Es ist ein Buch gegen die Unzufriedenheit und für das Glück. Es ist ein Plädoyer für das Gleichgewicht und für den Gleichmut. Es ist ein Buch für das Leben – für ein glückliches, für ein erfülltes Leben. Möge es Ihnen eine Hilfe sein.
Dr. Ulrich Bauhofer
Ein persönliches Wort zuvor
Mein Doktorvater war ein Geriater – ein Arzt und Hochschullehrer, der sich mit älteren Menschen und ihren Krankheiten beschäftigte. Mit besonderer Leidenschaft forschte er mit 100-Jährigen. Er wollte das Mysterium ihres Alters ergründen. Als Höhepunkt seiner Semestervorlesung stellte er seinen Studenten solch einen hochbetagten Patienten vor. Krankheitsgeschichte, Familienchronik, körperlicher Untersuchungsbefund, Laborwerte, EKG, Röntgenbilder – alles wurde im Detail diskutiert. Am Ende fragte mein Professor seinen Patienten: „Und jetzt verraten Sie uns bitte Ihr Geheimnis: Wie wird man 100 Jahre alt? Was würden Sie denn diesen jungen Menschen empfehlen, damit sie auch so alt werden und geistig wie körperlich rüstig bleiben?“ Der Mann vor uns, in vorzüglicher Verfassung mit seinen 104 Lebensjahren, dachte kurz nach und sagte dann: „Gehen Sie Stress aus dem Weg. Sehen Sie, darum habe ich mir mit meiner Frau nach meiner Pensionierung ein kleines Haus am Wald gekauft. Immer, wenn es Krach zwischen uns beiden gab, habe ich meinen Mantel, meinen Hut und meinen Schirm genommen und bin im Wald spazieren gegangen. Und so habe ich die letzten 40 Jahre meines Lebens fast nur im Wald verbracht.“
Das war vor 27 Jahren. Schon damals hat dieser kluge, greise Mann die vorrangige Bedeutung von Stress für Gesundheit und Langlebigkeit für sich klar erkannt – schon zu einer Zeit, als das Leben noch deutlich gemütlicher verlief.
Mittlerweile hat es sich rasant beschleunigt. Und es wird ständig schneller. Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten mitzuhalten. Die Hälfte aller Krankschreibungen in Deutschland geht heute auf psychische Probleme zurück. Vor 100 Jahren noch stellten Infektionskrankheiten die größte gesundheitliche Bedrohung dar. Zu dieser Zeit starben unzählige Menschen an Tuberkulose. Heute sterben sie an Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankungen oder den Folgen von Diabetes mellitus.
1932 schon fand der amerikanische Wissenschaftler Walter B. Canon heraus, wie sich ein Organismus verhält, der in Gefahr gerät oder sich bedroht fühlt. „Fight or Flight Response“ hieß seine Formel: Für unsere Vorfahren erwies sich dieser Reflex als überlebensnotwendig. Beim modernen Menschen jedoch stellt sich die Stressreaktion in den meisten Situationen als unpassend heraus. Heute setzen meist psychosoziale Konflikte den „Kampf- oder Fluchtreflex“ in Gang. Nur: In einem dicht gedrängten Terminplan lässt sich kein Feind stellen, in einem Verkehrsstau kann man nicht kämpfen oder weglaufen, im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf kann man Mitbewerber nicht mit dem Faustrecht ausschalten. Durch die dramatische Veränderung der Lebensbedingungen mutierte die Stressreaktion – von der Natur einst als biologische Überlebensstrategie entworfen – selbst zur Gefahr und wurde in den westlichen Industrieländern zur Ursache zahlreicher Krankheiten.
Die Kunst der Entschleunigung
Die Frage, die sich stellt, lautet: Welche Lösungsstrategie ist überhaupt denkbar, wenn die Entwicklung der Zivilisation die biologische Evolution überholt hat? Natürlich könnten wir dem Phänomen „Stress“ beikommen, indem wir die Geschwindigkeit unseres Lebens drosseln. Wenn wir uns in eine Zeit ohne Fernsehen, ohne Handy, ohne Auto, ohne Flugzeug, ohne Satelliten, ohne ständige Erreich- und Verfügbarkeit zurückversetzen. Nur sonderlich realistisch ist so eine Vorstellung nicht. Die Fahrt, die der Fortschritt aufgenommen hat, lässt sich nicht mehr abbremsen. Und darum müssen wir uns um andere Lösungen bemühen. Eigentlich gibt es nur einen Ausweg: Wir müssen lernen, mit Stress anders umzugehen. Möglichst früh. Wir müssen üben, uns zu entschleunigen, während um uns alles schneller wird. Lernen, die Balance, das innere Gleichgewicht zu bewahren, wenn die äußeren Turbulenzen uns aus dem Lot bringen.
Wir schaffen das, wenn wir erholt, wenn wir ausgeruht sind, wenn wir gut geschlafen haben, wenn wir uns glücklich und zufrieden fühlen, wenn wir voller Lebensfreude sind. Jetzt wenden Sie vielleicht ein: Das ist ja genau das, was der Stress mir raubt! Müssen wir also nicht zuerst dafür sorgen, dass sich die Lebensumstände verändern, die den Stress erzeugen, und dann werden wir vielleicht wieder mehr Freude am Leben gewinnen? Alles andere bedeutete doch nur, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Darum kann eine Strategie zur Stressbewältigung nicht darin bestehen, die Eigenschaften einzufordern, die der Stress uns wegnimmt.
Trotzdem behaupte ich genau das! Die Welt da draußen ist ein Abbild unserer inneren Welt. Es geht uns nicht schlecht, weil unsere äußeren Lebensverhältnisse schlecht sind. Die äußeren Verhältnisse sind schlecht, weil sie unseren inneren Zustand reflektieren. Diese Aussage mag für viele wie eine Provokation wirken. Doch wenn Sie sich dieser Wahrheit nicht öffnen, laufen Sie Gefahr, in den fatalen Sog des dauernden Opfers zu geraten. Ein Mensch, der sich als Opfer fühlt, gibt die Macht über sein Leben aus der Hand. Und was könnte schlimmer sein?
Die Perspektive wechseln
Stress ist nichts als die subjektive Bewertung einer Lebenssituation. Darum geht wahre...
Auszug aus Souverän und gelassen durch Ayurveda von Ulrich Bauhofer. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Das eine vorweg: Tief in Ihnen gibt es etwas, das ist völlig gesund. Nicht verletzbar, frei von Schmerz, immun, nicht anfällig, unzerstörbar, unwandelbar, ohne Fehl makellos. Es ist Ihr Selbst. Der hohe heilige Ort, wie es die Bibel nennt ein uneinnehmbares Bollwerk gegen Stress, gegen alle Anfeindungen des Lebens. Hier sind Sie geschützt. Hier sind Sie unüberwindbar. Wasser netzt es nicht, Feuer sengt es nicht, der Wind trocknet es nicht aus, heißt es in den Texten der Bhagavad Gita. Ihr wahres Selbst ist jenseits der Elemente, und darum widersteht es ihnen. Nie ist es in Eile, nie steht es unter Druck, immer bleibt es ruhig und gelassen. Souverän. Es ist von einem immer freudigen Gleichmut. Ihr Innerstes. Ihr Eigenstes.
Der Schatz in uns
Das Leben ist wie ein Orkan. Gewaltig. Turbulent. Mit Höhen und Tiefen. Mit Freude und Schmerz. Hin und her wirft es uns, oft völlig unvermutet katapultiert es uns aus dem Gleichgewicht. Doch wenn wir uns dem Zentrum eines Taifuns nähern, seinem Kern, seinem Wesen, erwartet uns eine Überraschung: Es wird leise und ruhig. Alle Unordnung löst sich auf, Ordnung breitet sich aus. Wenn wir auf den Kern des Lebens zukommen, unserem eigenen Innersten, verstummt auch da alles Tosen und aller Lärm, es wird friedvoll und ganz still. Vielleicht glauben Sie es nicht oder können es sich im Moment nicht vorstellen, doch so sind Sie wirklich, genau so. Wissentlich oder unbewusst ist jeder auf der ständigen Suche nach diesem inneren Schatz, der unser Wahres ist. Je weiter wir uns von ihm entfernen, desto mehr Unzufriedenheit befällt uns. Je näher wir ihm kommen, desto glücklicher werden wir.
Auf dem Pfad zu sich selbst
Auf den Wegen durch die Steinwüsten unserer modernen Städte blicken wir nicht in erfüllte Gesichter. Gehetzt, sorgenvoll, gestresst sehen sie aus. Menschen, die nicht bei sich sind. Das Leben hat sie so gemacht, das schnelle, rastlose, technisierte Leben. Das so wenig Raum zur Einkehr lässt, zur Muße, zur Besinnung. Das so außengerichtet ist, so weit weg von uns selbst. Die meisten haben den Zugang zu sich verloren oder vielleicht nie gefunden. Sie spüren sich nicht. Sie wissen nicht wirklich, was ihnen gut tut und was ihnen schadet, was sie erstreben und was sie fliehen sollten. Eine ganze Industrie arbeitet dieser Selbstentfremdung entgegen, und trotzdem schaffen es die Menschen nicht, ihre eigene Mitte zu finden.
Mein Buch gegen Stress ist ein Buch für das Selbst. Es ist ein Buch gegen die Unzufriedenheit und für das Glück. Es ist ein Plädoyer für das Gleichgewicht und für den Gleichmut. Es ist ein Buch für das Leben für ein glückliches, für ein erfülltes Leben. Möge es Ihnen eine Hilfe sein.
Dr. Ulrich Bauhofer
Ein persönliches Wort zuvor
Mein Doktorvater war ein Geriater ein Arzt und Hochschullehrer, der sich mit älteren Menschen und ihren Krankheiten beschäftigte. Mit besonderer Leidenschaft forschte er mit 100-Jährigen. Er wollte das Mysterium ihres Alters ergründen. Als Höhepunkt seiner Semestervorlesung stellte er seinen Studenten solch einen hochbetagten Patienten vor. Krankheitsgeschichte, Familienchronik, körperlicher Untersuchungsbefund, Laborwerte, EKG, Röntgenbilder alles wurde im Detail diskutiert. Am Ende fragte mein Professor seinen Patienten: Und jetzt verraten Sie uns bitte Ihr Geheimnis: Wie wird man 100 Jahre alt? Was würden Sie denn diesen jungen Menschen empfehlen, damit sie auch so alt werden und geistig wie körperlich rüstig bleiben? Der Mann vor uns, in vorzüglicher Verfassung mit seinen 104 Lebensjahren, dachte kurz nach und sagte dann: Gehen Sie Stress aus dem Weg. Sehen Sie, darum habe ich mir mit meiner Frau nach meiner Pensionierung ein kleines Haus am Wald gekauft. Immer, wenn es Krach zwischen uns beiden gab, habe ich meinen Mantel, meinen Hut und meinen Schirm genommen und bin im Wald spazieren gegangen. Und so habe ich die letzten 40 Jahre meines Lebens fast nur im Wald verbracht.
Das war vor 27 Jahren. Schon damals hat dieser kluge, greise Mann die vorrangige Bedeutung von Stress für Gesundheit und Langlebigkeit für sich klar erkannt schon zu einer Zeit, als das Leben noch deutlich gemütlicher verlief.
Mittlerweile hat es sich rasant beschleunigt. Und es wird ständig schneller. Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten mitzuhalten. Die Hälfte aller Krankschreibungen in Deutschland geht heute auf psychische Probleme zurück. Vor 100 Jahren noch stellten Infektionskrankheiten die größte gesundheitliche Bedrohung dar. Zu dieser Zeit starben unzählige Menschen an Tuberkulose. Heute sterben sie an Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankungen oder den Folgen von Diabetes mellitus.
1932 schon fand der amerikanische Wissenschaftler Walter B. Canon heraus, wie sich ein Organismus verhält, der in Gefahr gerät oder sich bedroht fühlt. Fight or Flight Response hieß seine Formel: Für unsere Vorfahren erwies sich dieser Reflex als überlebensnotwendig. Beim modernen Menschen jedoch stellt sich die Stressreaktion in den meisten Situationen als unpassend heraus. Heute setzen meist psychosoziale Konflikte den Kampf- oder Fluchtreflex in Gang. Nur: In einem dicht gedrängten Terminplan lässt sich kein Feind stellen, in einem Verkehrsstau kann man nicht kämpfen oder weglaufen, im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf kann man Mitbewerber nicht mit dem Faustrecht ausschalten. Durch die dramatische Veränderung der Lebensbedingungen mutierte die Stressreaktion von der Natur einst als biologische Überlebensstrategie entworfen selbst zur Gefahr und wurde in den westlichen Industrieländern zur Ursache zahlreicher Krankheiten.
Die Kunst der Entschleunigung
Die Frage, die sich stellt, lautet: Welche Lösungsstrategie ist überhaupt denkbar, wenn die Entwicklung der Zivilisation die biologische Evolution überholt hat? Natürlich könnten wir dem Phänomen Stress beikommen, indem wir die Geschwindigkeit unseres Lebens drosseln. Wenn wir uns in eine Zeit ohne Fernsehen, ohne Handy, ohne Auto, ohne Flugzeug, ohne Satelliten, ohne ständige Erreich- und Verfügbarkeit zurückversetzen. Nur sonderlich realistisch ist so eine Vorstellung nicht. Die Fahrt, die der Fortschritt aufgenommen hat, lässt sich nicht mehr abbremsen. Und darum müssen wir uns um andere Lösungen bemühen. Eigentlich gibt es nur einen Ausweg: Wir müssen lernen, mit Stress anders umzugehen. Möglichst früh. Wir müssen üben, uns zu entschleunigen, während um uns alles schneller wird. Lernen, die Balance, das innere Gleichgewicht zu bewahren, wenn die äußeren Turbulenzen uns aus dem Lot bringen.
Wir schaffen das, wenn wir erholt, wenn wir ausgeruht sind, wenn wir gut geschlafen haben, wenn wir uns glücklich und zufrieden fühlen, wenn wir voller Lebensfreude sind. Jetzt wenden Sie vielleicht ein: Das ist ja genau das, was der Stress mir raubt! Müssen wir also nicht zuerst dafür sorgen, dass sich die Lebensumstände verändern, die den Stress erzeugen, und dann werden wir vielleicht wieder mehr Freude am Leben gewinnen? Alles andere bedeutete doch nur, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Darum kann eine Strategie zur Stressbewältigung nicht darin bestehen, die Eigenschaften einzufordern, die der Stress uns wegnimmt.
Trotzdem behaupte ich genau das! Die Welt da draußen ist ein Abbild unserer inneren Welt. Es geht uns nicht schlecht, weil unsere äußeren Lebensverhältnisse schlecht sind. Die äußeren Verhältnisse sind schlecht, weil sie unseren inneren Zustand reflektieren. Diese Aussage mag für viele wie eine Provokation wirken. Doch wenn Sie sich dieser Wahrheit nicht öffnen, laufen Sie Gefahr, in den fatalen Sog des dauernden Opfers zu geraten. Ein Mensch, der sich als Opfer fühlt, gibt die Macht über sein Leben aus der Hand. Und was könnte schlimmer sein?
Die Perspektive wechseln
Stress ist nichts als die subjektive Bewertung einer Lebenssituation. Darum geht wahre Stressbewältigung mit einer inneren Wandlung einher, mit einem Perspektivenwechsel. Mit einer Transformation, die uns stark, stabil und doch geschmeidig und elastisch macht, die uns positiv, optimistisch und lebensfroh werden lässt. Wenn wir in uns, aus uns selbst heraus ein bedingungsloses Glück erfahren, sind wir gesund dann sind wir in der Balance. Das ist die Botschaft des Ayurveda, heute laut des All India Ayurveda Congress in seiner authentischen Form als Maharishi Ayurveda bekannt. Eine leise Lehre für eine laute Zeit.
In diesem Buch möchte ich Ihnen verraten, welche Geheimnisse diese älteste Heilkunst der Menschheit gegen das, was wir heute Stress nennen, bereit hält. Dabei wollen wir aber auch die Erkenntnisse der modernen Stressforschung nicht vergessen. Sie helfen uns, vieles besser zu verstehen. Denn die Sprache unserer Epoche ist nun einmal die Wissenschaft. Doch Sie werden erstaunt sein zu entdecken, wie hochaktuell das ayurvedische Wissen in unserer modernen Zeit ist, welche praktischen Weisheiten sich für unseren heutigen Alltag darin verbergen.
Darum müssen Sie herausfinden, zu welchem ayurvedischen Stresstyp Sie gehören. Mit dieser Erkenntnis können Sie dann das für Sie richtige Antistressprogramm auswählen. Sie werden erfahren, ob der Stress Sie bereits so zermürbt hat, dass zunächst ein zweiwöchiges Notfall- und Sofortprogramm notwendig ist, oder ein Langzeitplan besser zu Ihnen passt. In jedem Fall sind die Maßnahmen, die ich Ihnen zeige, alltagstauglich. Sie nehmen nie so viel Zeit in Anspruch, dass das Programm gegen den Stress noch mehr Stress erzeugen würde.
Nehmen Sie alles leicht und spielerisch. Lassen Sie sich überraschen, ob Sie mit den Erfahrungen und Erkenntnissen, die Sie aus diesem Buch gewinnen, ein ausgeglichener, optimistischer, lebensfroher, glücklicher Mensch werden.
Stressmanagement für jeden Typ
Schritt für Schritt aus der Stressfalle
Zu einem guten Antistressprogramm gehört, dass Sie lernen, kleine Sünden zu kompensieren, d. h. durch die richtige Verhaltensweise am nächsten Tag auszugleichen. Erst bei einer gewissen Selbstverständlichkeit der neuen Gewohnheiten folgt dann eine weitere Maßnahme. Dieses Vorgehen hat sich bewährt. Anhand von charakteristischen Fallbeispielen werde ich Ihnen schildern, wie es bei Ihrem Stresstyp funktionieren kann. Doch zuerst müssen Sie prüfen, ob der Langzeitplan oder das 14-Tage-Notfallprogramm für Sie das richtige ist.
Langzeitplan oder Notfallprogramm?
Sehen Sie sich die Checklisten auf den nächsten Seiten genau an und beantworten Sie die Fragen. Welche Symptome beschreiben Ihren Zustand am treffendsten? Kreuzen Sie alle Punkte an, die auf Sie und Ihre aktuelle Situation zutreffen. Dadurch können Sie schnell und sicher feststellen, ob Sie sehr erschöpft oder nur belastet sind. Ganz wichtig: Belügen Sie sich nicht selbst! Sehen Sie den Tatsachen ohne Angst ins Auge. Die Lösung ist ja in Sicht, wenn Sie sich richtig einordnen. Sie verschwenden nur wichtige Zeit, wenn Sie mit dem Langzeitplan anfangen, obwohl Sie eigentlich Akutmaßnahmen einleiten müssten. Der Erfolg wird in diesem Fall weniger deutlich sichtbar werden, als Sie es sich vielleicht erhoffen, und das wäre sehr schade.
CHECKLISTE
Symptome der Erschöpfung
> Ich fühle mich völlig ausgebrannt.
> Alles ist mir zu viel.
> Ich spüre überhaupt kein Leben mehr in mir
> Bereits kleine Aufgaben zu erledigen, kostet mich größte Überwindung
> Ich erhole mich im Schlaf nicht mehr und wache morgens völlig erschlagen auf
> Ich kann mir die Probleme anderer nicht mehr anhören
> Oft starre ich einfach nur vor mich hin
> Ich kann mich über nichts mehr freuen
Symptome der Belastung
> Ich arbeite regelmäßig länger als neun Stunden
> Ich fühle mich energiegeladen, meist aber auch überdreht
> Ich muss immer etwas tun
> Wenn ich mich hinsetze, um z. B. ein Buch zu lesen, empfinde ich nach kurzer Zeit eine innere Unruhe
> Auch am Wochenende denke ich dauernd an unerledigte Aufgaben
> Ich merke, dass ich mich nicht mehr entspannen kann
> Ich habe öfter Einschlafprobleme, weil mir so vieles durch den Kopf geht
Auswertung
Haben Sie die meisten Fragen mit Ja beantwortet? Dann sind Sie ein Kandidat für das 14-Tage-Notfallprogramm, das ich für Sie ausgearbeitet habe. In diesem Programm geht es zunächst nur darum, die akuten, durch Stress hervorgerufenen Symptome zu mildern und abzubauen. Haben Sie die meisten Fragen zur Erschöpfung mit Nein beantwortet und die Symptome der Belastung bejaht, heißt das, dass Ihr Körper noch über Energiereserven verfügt. Dann können Sie gleich mit dem Langzeitplan starten. In diesem Programm, das auf drei Monate angelegt ist, erfahren Sie, mit welchen einfachen Mitteln Sie Ihre Stressresistenz in Zukunft steigern können.
Das richtige Vorgehen entscheidet
Wenn Sie keinen Urlaub nehmen können, müssen Sie sich zumindest ganz bewusst Freiräume für Ihr Notfallprogramm schaffen. Stellen Sie zunächst einmal einen 14-Tage-Plan auf. Was haben Sie in den nächsten zwei Wochen alles vor? Tragen Sie alle wichtigen Termine ein, die Sie wahrnehmen müssen. Überlegen Sie genau, welche dieser Verabredungen nötig sind und ob Sie nicht ein paar verschieben können. Manche Dinge lassen sich bestimmt delegieren. Vielleicht ist es dann besser möglich, sich auf Sie selbst zu konzentrieren. Alle Lücken, die sich nun in Ihrem Terminkalender befinden, sind für Ihr Antistressprogramm reserviert. Nehmen Sie keine weiteren Verpflichtungen auf sich. Gedanken wie Das geht doch ganz schnell und Das mache ich vielleicht besser selbst sollten Sie wegschieben. Ihre Gesundheit hat jetzt Priorität.
Tragen Sie in Ihren Wochenplan ein, wann Sie aufstehen, und bedenken Sie bitte, dass die morgendlichen Behandlungen im Bad zusätzlich etwa eine Viertelstunde in Anspruch nehmen. Planen Sie mehrere kurze Pausen ein auch im Büro , nehmen Sie sich Zeit, um Ihr Mittagessen in Ruhe einzunehmen. Gestalten Sie Ihre Übersicht so, dass Sie jeden Tag möglichst die gleichen Dinge zur gleichen Zeit tun, sodass Sie Regelmäßigkeit in Ihren Tag bringen.
Den Sturm besänftigen das Antistressprogramm für den Vata-Typ
Der Vata-Reaktionstyp hat es in der heutigen Zeit am schwersten. Wenn Sie von Vata dominiert werden und von Ihrer Veranlagung her mit besonders wenig Kapha ausgerüstet sind oder durch chronische Belastung Ihre Kapha-Reserven aufgebraucht haben, verfügen Sie erfahrungsgemäß nur noch über eine geringe Stressresistenz. Die Gefahr eines Burnouts ist für Sie in dieser Verfassung groß. Sie besteht kontinuierlich, und ohne dass Sie es merken, geraten Sie in eine schwierige Situation: Die Energiereserven des Körpers sind verbraucht, und das Gefühl, ausgebrannt, ja wie ohnmächtig gegenüber den täglichen Anforderungen zu sein, begleitet Sie auf Schritt und Tritt. Jede noch so kleine Aufgabe empfinden Sie als eine fast unerträgliche Herausforderung. Auch der Schlaf bietet Ihnen keine ausreichende Erholung mehr. Diese Situation können Sie überwinden und sogar dafür sorgen, dass sie nie wieder eintritt. Eine Kehrtwende um 180 Grad ist allerdings nicht erforderlich. Alles, was ich Ihnen als Hilfen vorstellen werde, ist mit Sicherheit in Ihrem Alltag integrierbar, wenn Sie sich einmal entschlossen haben, das Problem anzugehen.
Ihr Antistressmanagement
In den folgenden 14 Tagen müssen Sie streng zu sich sein. Bedenken Sie: Diese zwei Wochen sind der Anfang eines neuen Lebens und die Mühe allemal wert. Wenn möglich, nehmen Sie jetzt Urlaub, dann können Sie sich vollkommen auf Ihr Vorhaben konzentrieren. Aber auch ohne Ferien sollten die drei Maximen
* Ruhe
* Regelmäßigkeit
* Öl
in den nächsten 14 Tagen in Ihrem Alltag den Raum einnehmen, den sie brauchen. Anspannung und Entspannung müssen in ein harmonisches Verhältnis gebracht werden. Alle Maßnahmen können Sie einfach zu Hause anwenden. Das 14-Tage-Notfallprogramm beschränkt sich auf Notfallmaßnahmen, doch Sie werden nur die versprochene Entlastung verspüren, wenn Sie sich auf den Plan konsequent einlassen.
Legen Sie bewusst Pausen ein
Ruhe ist Ihr oberstes Gebot für die nächsten zwei Wochen. Leicht gesagt und schwer getan in der hektischen Welt, aus der niemand so ganz flüchten kann. Sie werden Techniken erlernen, mit denen Sie sie finden können. Nur so kann sich ein System erholen und neu ordnen. Das lernen wir von einem Naturgesetz, dem dritten Hauptsatz der Thermodynamik. Er sagt aus, dass ein System, das zur Ruhe kommt, aus sich selbst heraus in einen höheren Ordnungszustand springt. Ein Beispiel: Wenn Sie ein Glas Wasser abkühlen und es schließlich gefriert, bilden sich die zuvor unruhigen Wassermoleküle in einem wundervoll geordneten Eiskristall, z. B. in Form einer Schneeflocke. Die innere Intelligenz des Systems sorgt für die Veränderung, wir müssen nur die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Ruhe ist solch eine entscheidende Voraussetzung und darum steht sie an erster Stelle. Vor allem geht es bei diesem Thema um Ihren Schlaf, die Erholungsphasen während des Tages und das Maß Ihrer Aktivität.