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Kundenrezensionen

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am 25. August 2010
Schade, so großartige Bilder und dann werden diese Bilder so unsensibel platziert dass der Mittelfalz quer durch die Augen der Heuschrecke oder mitten durch das Gesicht der Tiere und Menschen geht.
Alle Bilder (außer der Titel) gehen über eine komplette Doppelseite, so dass jedes Bild mehr oder weniger zerschnitten ist. Die Kraft und Schönheit der meisten Bilder wird eben leider durch den Mittelfalz zerstört. Das ist bei diesen großartigen Bildern mehr als schade. Im Hardcover ist dieses Problem sicherlich etwas weniger auffällig, aber auch hier wird der Falz sichtbar sein, wenn auch nicht so starkt wie im Softcover. Man hätte die Bilder also entweder anders platzieren müssen, oder eben ein anderes Buchformat wählen sollen, wenn man durchgängig Querformate zeigt.

Auch wunderte mich der Kommentar auf der Rückseite, dass das Softcover wohl weniger Bilder enthält als die Hardcover-Ausgabe
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am 15. Mai 2010
Nachdem ich von diesem ganz besonderen Fotografen die herrlichen Bände ANTARCTIC - Life in the Polar Regions und Africa gesehen hatte, war eines klar: SOUTH AFRICA musste her.
Und alles war eingetroffen, was ich mir erhofft hatte: ein aufwändig gebundener, 272 Seiten starker und 3700 gr schwerer Bildband, der einem zeitweise den Atem raubt, rappelvoll mit herrlichen Landschafts- und Tieraufnahmen, Fotografien von Menschen, von Fußballstadien, die in einer Gewaltaktion hochgezogen worden sind. Aber auch einige Schattenseiten des Landes bleiben nicht ungesehen.

Es mag sein, dass der TeNeues Verlag etwas Druck machte, um rechtzeitig vor der anstehenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika noch dieses grandiose Werk auf den Markt zu bringen und Poliza hat sich vielleicht deshalb die Unterstützung von acht weiteren Fotografen erbeten, die natürlich dazu gerne bereit waren.
Für mich nicht überraschend, hat das dem Gesamtwerk in keiner Weise geschadet, und auch dem Star Poliza konnte es in keiner Weise abträglich sein. Vielleicht rücken dadurch einige dieser besten südafrikanischen Fotografen wie Chris Fallows, Vanessa Cowling, Justin Fox, Craig Fraser, Chris Kirchhoff, Mandla Mnyakama, Obie Oberholzer und Thomas P. Peschak endlich in den Fokus der Öffentlichkeit, was sie längst verdient haben.
Poliza selbst hatte eigentlich Australien auf seiner Agenda, aber er hat es offensichtlich auch nicht bereuen müssen, Südafrika bevorzugt und erneut zu bereisen. Dieses Land voller Gegensätze bedurfte vielleicht sogar auch einer etwas breiter gefächerten Sicht, und so entstand diese absolut gelungene Mischung von 114 Aufnahmen in der beachtlichen, fast ausschließlichen Größe von 55 x 37 cm.
Poliza selbst hatte bereits sieben Jahre in Kapstadt gelebt und zu seiner eigenen Verwunderung war sein Portefeuille an Aufnahmen, die seinem heutigen Anspruch genügten, nicht vorhanden.

Dieses Buch ist ... anders als meine früheren Werke. Dort habe ich mich eher auf das pure Schöne konzentriert und weniger Ästhetisches gerne ausgeblendet. Hier bekommen Sie nicht nur die Schokoladenseiten zu sehen", sagt Poliza selbst, und das Ergebnis bestätigt ja auch seine Ankündigung: Die hier gezeigte Fotografie wird Ihnen eine neue Perspektive verschaffen".

Was mehr soll man dazu sagen? Mir fehlen eh die Adjektive, um diese Flut an Farben, Formen, Situationen und Eindrücken zutreffend zu beschreiben.
Allerdings, die Warnung sei erlaubt: Das ist kein Buch für Kurzbrenner, die schnell durchblättern und das Teil dann irgendwo im Regal verschwinden lassen, weil es so schön dick und attraktiv aussieht. Sie werden es mehrfach und lange ansehen, immer wieder und nach ein paar Wochen erneut. Nach ein paar Monaten sowieso.
Ich kann nur jedem Freund der Fotografie anraten: Machen Sie sich die Freude. HMcM
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Warum kauft man sich einen Bildband?

Mir zum Beispiel wollen Urlaubsphotos einfach nicht gelingen. Das mag jetzt ein prosaischer Grund sein. Aber dennoch muss ich ihn einfach mal offen aussprechen. Ich werde einem Hai nie so nahe kommen, um ihn wie hier in diesem Buch photographieren zu können. Und ich werde auch nie ein so sattes Grün erreichen wie in den diversen Landschaftsaufnahmen aus den einmaligen Naturparks dieses Landes im Süden von Afrika. Ich werde es nie schaffen, den Augenblick festzuhalten, an dem die Sonne wie in einem magischen Moment durch die Wolken stößt, um eine schöne Landschaft wie mit einem Scheinwerfer zu erleuchten. Und ich werde es auch kaum schaffen, sieben gestandene, alte Herren in einer Reihe vor einer so malerischen Hauswand zu versammeln wie hier.

Aber ein guter Bildband ist ja noch etwas mehr. Nämlich ein kleiner Ersatz für eine Reise. Denn obwohl Südafrika auch noch auf meiner Liste der Wunschreisen steht, wird es dieses Jahr nichts werden. Ich werde dahin reisen, wenn kein anderer dorthin reisen will. Und so hilft mir dann dieser Bildband weiter, wenn ich das tun will, was ich auch auf Reisen machen will, nämlich etwas über ein Land und seine Menschen erfahren. Dass Südafrika wunderschön ist, das erfährt man schon aus Reiseberichten der letzten dreihundert Jahre. Hier sieht man, dass sich trotz aller Industrialisierung und Urbanisierung die Schönheit dieses Landes bis heute erhalten hat. Man sieht aber noch mehr. Man sieht auch, wie unterschiedlich die Menschen in diesem Land leben. So wie Berge und Meer immer wieder für einen besonderen Kontrast auf den Bildern sorgen, sind es hier die Aufnahmen aus den unterschiedlichen, sozialen Umgebungen, die dieses Land kennt. Reichtum, Armut, Modernität, Verfall, all das findet sich in den Bildern dieses Buches wieder. Fällt eigentlich nur mir auf, dass die neuen Fußballstadien auf einigen der Bilder wie Fremdkörper wirken?

Photographiert hat hier nicht nur Michael Poliza, der dem Verlag teNeues bereits einige Erfolgsbücher beschert hat. Dessen Blick auf das Land wird durch eine Reihe von einheimischen Photographen ergänzt, die ihre eigenen Ansichten beigetragen haben. Zu meiner Schande muss ich jedoch gestehen, dass es mir nicht gelungen ist, hier zwischen dem mir bekannten Poliza und seinen Kollegen zu unterscheiden, ohne auf die kurzen Bildbeschreibungen mit Angabe des Urhebers auf den sechs Seiten am Schluss zu sehen. Allenfalls die wenigen Photos von Craig Fraser, der eher Menschen als Landschaften oder Tiere in Szene setzt, scheinen mir hier herauszustechen. Ergänzt wird der wie üblich mehrsprachige Band noch durch ein kleines Essay zum Land Südafrika und durch einige Informationen über die Photografen (diese allerdings nur auf Englisch).

Ein Punkt der Kritik muss aber dann doch genannt werden. Mir liegt hier das Softcover vor. Und obwohl dieses für weniger als die Hälfte des Preises für die aufwendigere Bindung des Harcovers zu haben ist, macht dies für mich doch keinen Sinn. Denn das Format des Bandes ist einfach so groß, so dass das Buch nicht stabil wirkt. Man hat eher das Gefühl, eine Zeitschrift in der Hand zu haben, die man am besten auf einer festen Unterlage liest, um die Bilder komplett sehen zu können. So sollte man das Buch auch eher zwischen zwei mindestens gleich große Bildbände im Regal stellen, damit es sich nicht biegt - wenn man es nicht gleich im Liegen lagert. Schließlich ist das ein weiterer Grund, warum man sich Bildbände leistet - großartige Bücher fassen sich gut an, sie sehen einfach in der eigenen Wohnung gut aus, manchmal riechen sie sogar gut. Als Hardcover jedenfalls.
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Dieser Prachtband ist so prächtig, weil er es in ausgezeichneter Weise versteht, den Nuancenreichtum von Südafrika im doppelten Sinne scharf darzustellen. Einerseits sind die Aufnahmen selbst von ungewöhnlicher Brillianz und Schärfe, andererseits ist auch die Motivwahl einschärfend, was die Gegensätzlichkeit von Südafrika hinsichtlich der Natur und der Menschen angeht.
Michael Poliza richtet damit den Blick auf das Ausrichterland der Fussballweltmeisterschaft 2010 in allen Regenbogenfarben und hält damit vom Schwarz-Weiß-Denken ab, welches den südlichsten Staat des afrikanischen Kontinents so lange Zeit geprägt hat. Morgen-, Mittags-, Abend- und Nachtstimmungen werden hier facettenreich in Fotographien aufgefangen; wobei das Farbspektrum hier ausgesprochen breit ist. Luft-, Stadt-, Landschafts-, Tier- und Makroaufnahmen und sogar Unterwasseraufnahmen stehen zusammen mit Portraitphotographien abwechselnd nebeneinander.
So findet man die Partyküste von Kapstadt, Neubausiedlungen, Eseltransporte, Küchenzeilen, Denkmäler, Surfer, Fussballstadien, Bowlingspieler oder Schwimmbäder genauso wie auch Slumhütten und das Künstlerhaus von Helen Martins in diesem großformatigen Band. Daneben spielen Tier- und Portraitmotive eine große Rolle bei der Auswahl der Aufnahmen. Hier stehen "Afrika-Klassiker" - wie zum Beispiel Zebras, Löwen, Elefanten, Flusspferde, Strauße und Giraffen - neben Seeadler, Eule, Grashüpfer, Chamäleon, Huhn oder Wal.
Dabei werden sie oftmals auch in direkter Verbindung zu Menschen gezeigt und so manches Mal kann man sie nur vermuten. So wird der gesamte Bildband zu einer ungewöhnlich vielschichtigen Entdeckungsreise quer durch Südafrika. Dabei nimmt man die Drachenberge und den Krüger-Nationalpark genauso mit wie die Küsten, die Großstädte Kapstadt, Johannesburg und Pretoria sowie auch die Feld-, Wald- und Flusslandschaften mit. Arbeit, Freizeit, Sport, Tradition und Geschichte werden hier in Nuancen sichtbar gemacht, ohne ein komplettes Portrait des Landes abgeben zu können. Die Photographien sind von beeindruckenden Farb-, Licht- und Schatten sowie Strukturgebungen geprägt. Sie wirken durch ihre doppelseitigen Abdruck ausgesprochen mächtig und ziehen die Betrachtenden förmlich in den Bann. Man sucht nach Details, versucht das "Ganze" des Bildes zu verstehen oder hält einfach den Atem an ob des Zaubers, den Farben und Formen ausstrahlen. So ist wohl eine der eindrücklichsten Aufnahmen diejenige von Bettina Balekile Khumalo, die als Zeitzeugin des Burenkrieges ausgezeichnet portraitiert worden ist.
Diese Aufnahmen und fast achtzig andere stammen selbst von Michael Poliza, der hierfür von Dezember bis Februar 2009/10 in Südafrika unterwegs war. Daneben konnte er acht weitere, aus Südafrika stammende Meisterfotographen/-innen gewinnen, die ihre speziellen Aufnahmen für diesen Bildband zur Verfügung stellten. Damit fliessen die Eindrücke von unterschiedlichen Menschen in diesen Hymnus an Südafrika ein, was der kulturell so vielseitigen Nation entspricht.
Ein interessanter Beitrag von Michael Poliza zur Entstehung des Bandes und das Essay von Dominique le Roux (einer südafrikanischen Schriftstellerin, welche die Entwicklung der jungen Nation aufgreift und in Beziehung setzt zum Fussballereignis bzw. zum Jahr 2010) runden den Band sehr gut ab.
Eine informative Karte von Südafrika und Detailinformationen zu den einzelnen Fotos, die noch einmal in Miniformat auf den letzten Seiten abgedruckt sind, schließen das Werk ab, das weitgehend mehrsprachig versehen worden ist; wobei man gerne die Informationen zu den Bildern auch auf Deutsch gelesen hätte. Die Druckqualität ist ausgezeichnet wie auch die Ausführung der Bindung.
Die Umschlagseiten mit der Elephantengroßaufnahme vorne und der Stadionansicht auf der Rückseite spannen den Inhalt des Bandes gut ein.
Alles in allem ein fulminantes Werk, das Schönheit und Armut, Widersprüche und Visionen, Geschichte und Natur herrlich faszinierend nebeneinander stellt: Südafrika - ein Regenbogenland!
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"Ich bin der kleine Bruder der Hardcover-Ausgabe" leuchtet es mir fröhlich von der Rückseite der preiswerten Softcover-Ausgabe entgegen. Mit 30x24cm hat die ebenso solide wie die gebundene Ausgabe geheftete Klappenbroschur 8cm weniger Höhe und 6cm weniger Breite, sowie 45 Seiten weniger als die Erstausgabe des Bildbandes. (South Africa, ISBN 978-3832793906, 38x30cm, 116 Fotos).

Die Gefahr dass in einem zur Fußballweltmeisterschaft erschienen Bildband über Süd-Afrika mit wilden Tieren, barfüßigen Kindern und neuen Fußballstadien Afrika-Klischees bedient werden, besteht bei den Herausgebern des Buches nicht. Michael Poliza und seine Kollegen aus Südafrika setzen den bekannten großen Säugetieren Afrikas ebenso interessante kleine Tiere (Erdmännchen, Chamäleon, einen farbenfrohen Grashüpfer) entgegen. Südafrika präsentiert sich nicht im Sonntagsstaat, sondern so vielfältig wie ein Land mit unterschiedlichen Kulturen nur sein kann. Eine Ahnung vom Alltag vermitteln Bilder der Minibusse und Eselskarren als Verkehrsmittel, aber auch die vom Fischen oder vom Weinanbau. Das historische Südafrika begegnet uns im Ort Pilgrims Rest und im Gesicht der alten Frau, die sich noch an den Burenkrieg der Jahrhundertwende erinnern kann. Das neue Stadion von Kapstadt kurz vor seiner Vollendung und immer wieder Fußball spielende Jugendliche weisen auf den Anlass des Bildbandes hin. Sehr eindrucksvoll ein Blick aus dem Hubschrauber auf eine Schule und Kinder während ihrer Pause. Die ungewöhnliche Sicht von oben zeigt Strukturen, Reihungen und sehr bedrückend den Unterschied zwischen Townships der Schwarzen und den Reihenhaussiedlungen der Weißen. Der erkennbare Wohnungsmangel, Erosion der Landschaft, aber auch penible Ordnung und Sauberkeit in einer einfachen Hütte hinterlassen den Betrachter sehr nachdenklich. Neben den außergewöhnlichen Aufnahmen aus der Luft bleibt mein Favorit das für Afrika nicht weiter typische Foto vom Surfer, der einem auftauchenden Wal entgegen gleitet.

Wenn Fotos auf Doppelseiten gedruckt werden, stört manchen beim Betrachten der Falz des Buches, der das Bild durchschneidet. Bei Landschaftsaufnahmen wie der blühenden Ebene im Namaqualand stört er kaum, auch nicht, wenn der Blick auf Mensch und Tier im persönlichen Tempo über das Bild streifen kann. Sind von Mensch oder Tier jedoch nur die Köpfe formatfüllend abgebildet, kann es der Betrachter unangenehm finden, ihnen direkt in die Augen starren zu müssen. Hier zieht der Falz förmlich weiter ins Bild hinein.

Auf den Bildteil von 190 Seiten folgen ein Nachwort (wie der Klappentext in Afrikaans, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) und ein Textteil von 25 Seiten, mit dem die Verlegerin und Schriftstellerin Dominique le Roux ihre Heimat vorstellt. Englischsprachige Biografien der Fotografen und eine Landkarte Südafrikas schließen sich an. Mit Hilfe der Thumbs, der Miniaturansichten, lassen sich im Anhang zu jeder Aufnahme Ort, technische Details und Name des Fotografen nachvollziehen. Die technischen Angaben zu den Fotos zeigen, dass mit wenigen Ausnahmen mit gängigen Brennweiten bis 150mm gearbeitet wurde, mit Brennweiten von 1250mm und darüber nur selten. Vier Aufnahmen sind HDR-Bilder.

Insgesamt war dieser "kleine Bruder" eines umfangreicheren Buches eine lohnende Anschaffung.
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am 8. Februar 2012
Ich bin großer Poliza Fan und liebe seine Bilder aus Afrika. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich das Taschenbuch geschenkt bekam - und kann jedem nur abraten. Die Wirkung der Bilder, die seine Fotografie so außergewöhnlich macht (Landschaftsaufnahmen, Porträts und Co.) entfalten sich so gut wie nicht.
Grund: jedes Bild ist auf einer Doppelseite dargestellt, so dass das Bild im Mittelteil immer zerschnitten ist.
Sehr sehr schade, te Neues, das habt Ihr echt vers...ut.
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Einige deutsche Fussball-Fans, die sich mit diesem Buch in Stimmung für die WM in Südafrika bringen wollen, werden beim Blick auf die letzte Seite schlimm vor den Kopf gestossen: Das Buch wurde in Italien gedruckt! ;-) Aber die Bilder und Texte in diesem Buch erweitern den (geistigen) Horizont und die ansteckende Lebensfreude lässt, den milde gestimmten Leser, auch den italienischen Fussballern und Journalisten verzeihen, die das deutsche Sommermärchen 2006 durchkreuzt haben. Was für kleine Sorgen sind das im Vergleich zu Nelson Mandelas Leidensweg. Dieser grosse Südafrikaner, dieses beeindruckende Vorbild, der nach seiner Haftentlassung nicht Rache suchte, sondern sich friedlich für sein Land einsetze, wird im Vorwort dieses Buches erwähnt.

Der Bildband South Africa von Michael Poliza & Friends (mit den Freunden sind etablierte und junge Fotografen aus Südafrika gemeint) enthält nur sehr wenig Text (Englisch, Deutsch, Afrikaans, Französisch, Spanisch), manche Beiträge (etwa das Vorwort und die Bildbeschreibungen) sind lediglich in Englisch abgedruckt. Der Hauptteil, also die Fotografien, werden nicht von Textpassagen unterbrochen. Lediglich die ersten und die letzten Seiten enthalten Text. Um so besser kommen die Bilder zur Geltung. Anders als die Hardcoverausgabe (die noch einige zusätzliche Fotos enthält) hat die Softcoverausgabe leider den Nachteil, dass der Knick in der Bildmitte (alle Bilder erstrecken sich über zwei Seiten) etwas störend wirkt. Kein sehr grosses Manko, aber schade ist es trotzdem.

Eine Einleitung von Michael Poliza, eine Karte von Südafrika, Vorstellung der Fotografen, ein Nachwort der südafrikanischen Autorin Dominique le Roux und Informationen zu jedem Foto (inklusive der Angaben: Exposure Time, Aperture, Focal Length und ISO Speed Ratings) runden den Band ab.

Poliza weist in seiner Einleitung darauf hin, dass er keinen weiteren Klischee-Bildband zu der Flut bereits erhältlicher Bildbände über Südafrika hinzufügen wollte, sondern einen umfassenden Überblick über dieses vielfältige Land, mit seiner grossen Kluft zwischen Reichen und Armen, geben wollte. Das ist ihm, soweit ich es als noch nicht in Südafrika Gewesener beurteilen kann, gut gelungen. Mit dem Ergebniss, dass sich ein Südafrikaner vielleicht etwas wundern wird, wieso Menschen Bildbände kaufen, um dann Fotos von Müllbergen und notdürftigen Unterkünften anzusehen. Aber diese Bilder, die sich mit den negativen Seiten des Landes beschäftigen sind, ebenso wie die Fotos mit Bezug zum Thema Fussball, in der Minderheit. Sehr schön zu dem Thema finde ich persönlich die Fussball-Spieler im roten Sand von Afrika oder beim Sonnenuntergang am Meer. Viele der Fotos in South Africa sind aus der Luft oder von Erhebungen aufgenommen worden. Der überwiegende Teil der Landschafts- und Tierbilder ist traumhaft schön. Fernweh, ein Bewusstsein für Großartigkeit der Welt und ihrer Schützenswertigkeit und der Fragwürdigkeit von kleinkariertem, nationalen Denken - so war die Wirkung der Fotos auf mich.

Mit Urlaubsfotos oder Reiseführer hat dieses Buch nichts gemein. Diese Fotos sind Kunst. Beim Betrachten der Bilder braucht es nicht all zu viel Phantasie um die Wärme, Weite und Schönheit Afrikas zu spüren. Reisen erweitert den Horizont? Dieses Buch erfüllt beinahe den gleichen Zweck und die Öko-Bilanz ist ohnehin besser als bei der Flugzeug-Fernreise ans Kap. Ausserdem lassen sich hier die negativen Seiten ruck zuck umblättern.

Ein schöner, sehr weltmännisch-internationaler Edel-Bildband über Südafrika!
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Dieser gewichtige Bildband mit Aufnahmen von Südafrika ist ohne Zweifel eine wunderschöne Hommage an das Austragungsland der Fußballweltmeisterschaft. Das überrascht auch niemanden, der sich mit Fotografie beschäftigt, ist doch Michael Poliza seit langem ein Garant für außergewöhnliche Bilder. An seiner Kunst liegt es auch nicht, dass ich mir überhaupt Gedanken über die Zahl der zu vergebenden Bewertungssterne machte. Aber als eifriger Besucher des Fotomuseum Winterthur frage ich mich, ob man kunstvolle Bilder durch einen Buchfalz entzweischneiden darf. Dass andere Präsentationen ebenfalls möglich sind, beweisen Verlage wie Hatje Cantz, in dem zum Glück einer meiner Lieblingsfotografen, Guido Baselgia Unterschlupf fand. Sein Opus "Weltraum" würde gewaltig an Aussagekraft verlieren, wenn mitten durch eine dunkle Linie verliefe.

Der Band erscheint zwar punktgenau zur Weltmeisterschaft, ist aber alles andere als ein Schnellschuss. Michael Poliza gehört nicht zu den Fotografen, die auf fahrende Züge aufspringen und jeden Trend mitmachen. In Afrika verliebte sich Poliza, als von Austragung einer Fußball-WM noch kein Wort gesprochen wurde. Von dieser emotionalen Beziehung legen bereits einige Bildbände Zeugnis ab. Daher ist der Blickwinkel so groß, dass er auch Objekte erfasst, die Südafrika auch nach dem Event noch prägen werden. Aber selbstverständlich richtete Poliza seine Kamera auch auf Motive, in denen das runde Leder zu den Hauptakteuren gehört. Auf die neuen Kathedralen der Unterhaltungsindustrie, auf Spielfelder am Stand und holprigen Böden und auf junge Talente.

Der Schweizer Fotograf Guido Baselgia kam mir auch in den Sinn, als ich darüber nachdachte, ob Michael Poliza zu viele Klischees bedient. Denn Baselgias kunstvolle Impressionen über das Engadin wurden von vielen nicht wahrgenommen, weil er auf die typischen Bildmotive gänzlich verzichtete. Aber so wie Japaner in einem Bildband über die Schweiz Kühe, Alphörner und das Matterhorn sehen möchten, erwarten wir beim Stichwort "Südafrika" eben auch Fotografien von Zebras, Giraffen, Löwen, weißen Haien und Sonnenuntergängen. Und wir würden es dem Fotografen auch nicht verzeihen, wenn er die Armut nicht festhält. Um solche Erwartungen zu erfüllen und trotzdem neue Sichtweisen zu ermöglichen, arbeitet Michael Poliza mit dem Stilmittel ungewohnter Bildausschnitte. Zudem erhob er sich auch in die Lüfte. So nimmt der Betrachter aus der Vogelperspektive an einem Familienessen in ärmlichen Quartieren teil oder blickt auf eine riesige Friedhofanlage.

Mein Fazit: Die Investition für diesen schönen Bildbandes ist nicht eben klein. Aber man kann sich solche Bücher ja auch als Geschenk zu einem besonderen Ereignis wünschen. Einem Südafrika-Liebhaber würde man damit bestimmt eine Freude machen. Die wenigen Texte sind übrigens in fünf Sprachen übersetzt. Und zu sämtlichen Fotografien finden sich die wichtigsten Angaben am Schluss des Buches. Mein Wunsch, die Bilder ohne Mittelfalz ansehen zu können, wird leider kaum in Erfüllung gehen.
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Natürlich ist das Interesse an Südafrika gerade jetzt besonders groß. Doch wenn man einen visuellen Eindruck vom Leben in diesem Land gewinnen will, dann ist dieser Bildband dazu nur bedingt geeignet. Das aber sagt rein gar nichts über seine Qualität aus. Ganz im Gegenteil. Wie jeder Fotoband von Poliza ist auch dieser ein Genuss fürs Auge und ein Bad in fotografischer Ästhetik.

Diesmal drängte die Zeit, und so kam Michael Poliza auf die Idee, südafrikanische Kollegen um ihre Mitarbeit zu fragen. Da die Bildbeschreibungen und die entsprechenden Fotografen erst am Ende des Buches aufgelistet werden, kann man sich den Spass machen und zu erraten versuchen, welche Bilder in diesem Werk nicht von Poliza stammen. Meine Trefferquote lag nahe am Höchstwert.

Während man nämlich die Bilder seiner Kollegen mit einer sehr speziellen Ausnahme in jedem beliebigen Bildband über Südafrika platzieren könnte, ohne dass eine besondere Handschrift der jeweiligen Fotografen zu erkennen wäre, fallen Polizas Bilder sofort weit aus dem Rahmen des Gewöhnlichen. Seine Kollegen machen Schnappschüsse, die einen kleinen Ausschnitt aus dem Alltagsleben in Südafrika zeigen. Polizas Bilder dagegen sind fast immer Kunstwerke mit einem hohen Grad an Harmonie von Farben und Formen und einer selten erreichten ästhetischen Pracht.

Um Material für diesen Band zu sammeln, ist der Autor wochenlang durch Südafrikas Natur gereist oder hat sie im Hubschrauber überflogen. Manchmal schwebte er dabei auch über die Siedlungen in verschiedenen Wohngegenden. Obwohl diese Bilder eines der aktuellen Probleme des Landes zeigen, nämlich die heftige Kluft zwischen armen und reichen Menschen und die fehlende Brücke zwischen ihnen, so sind selbst diese Fotos aus einer sehr ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen. Immer freut sich zuerst das Auge, bevor der Verstand erkennt, was eigentlich auf dem Bild ist.

Ich habe keine Ahnung wie es Poliza gelingt, selbst Müll so zu fotografieren, dass man diesen Ort nicht mit seinem wahrscheinlichen Gestank verbindet, sondern die Ästhetik des Bildes genießt. Der Autor hat einen wundervollen Blick für Farben und ihr Zusammenspiel sowie für die Geometrie von Formen und Gestalten, die ich so außer bei ihm noch nirgends gesehen habe.

Selbst eine Luftaufnahme einer völlig monotonen Wohnsiedlung wird bei Poliza zu einem Kunstwerk, weil es ihm zu zeigen gelingt, dass die Langeweile identischer Gebäude von oben mit seinen Augen gesehen, im Gesamtbild verblüffend ästhetisch wirkt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen für die besondere Wahrnehmungsfähigkeit von Michael Poliza. Über seine Fähigkeit, die Natur zu fotografieren, muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Auch in diesem Buch finden sich zahlreiche außergewöhnliche Bilder, an denen man sich einfach nicht satt sehen kann.

Fazit.
Michael Poliza wollte einen ungewöhnlichen Bildband über Südafrika abliefern. Das ist ihm hervorragend gelungen. Das Buch ist keineswegs ein visueller Reiseführer, sondern eine fotografische Verbeugung vor der Schönheit der südafrikanischen Natur. Dort, wo Poliza Städte und Menschen ablichtet, ahnt man zwar soziale Spannungen oder Probleme, aber selbst diese Fotos sind in einer ganz bestimmten Art aufgenommen, wie sie nur Poliza eigen ist. Er hat ein einzigartiges Gefühl für die Ästhetik von Formen und Farben, die auch diesen Bildband zu einem einmaligen Genuss werden lässt. Ein wirklich außergewöhnliches Buch eines außergewöhnlichen Fotografen.
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am 30. Juli 2010
Das Buch zeigt teils verblüffende Seiten Südafrikas. Mich hat besonders die Vielfältigkeit des Landes beeindruckt. Sehr gelungen, sind Problematik und Faszination nebeneinander gestellt. Lediglich die Bilder der unterschiedlichen Wohnformen finde ich zu schön gemalt. So weit ich weiß, sind viele arme Bewohner von Kapstadt wegen der Weltmeisterschaft umgesiedelt worden - unsichtbar für Besucher in neue Billighäuser noch weiter weg und ohne Strom und Wasser.
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