Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer besser, wirklich gut!, 26. Mai 2007
Die Sommerplatte des Jahres! So schön, so stark, so ehrlich, so gut gemacht. Herz, Hirn und Hoffnung, von einer Gruppe, die sich immer weiter, immer tiefer, immer stärker entwickelt. Die Helden sind meine Helden. Als CD stärker als "Von hier an blind": entspannter, konzentrierter, voller Spannung. Großartige Texte, eine völlig andere Liga als Juli, Silbermond etc..Wer sonst schreibt Zeilen wie: " Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst/Du kriegst zurück was du verdrängst", oder " Deine Mutter ist kaputt/aber du bist es nicht/Du trägst dieselben Verbände/Schicht über Schicht/Aber irgendwo darunter/bist du längst schon verheilt/Du hast viel zu lang/ihre Wunden geteilt".Mainstream ist etwas anderes.Die Musik ist kraftvoll, voller Witz und Intensität. Pop - im besten Sinne, mit vielen Rockzitäten, die bestimmt den vielen Festivalauftritten geschuldet sind.Die Helden beweisen: Was erfogreich ist, muss nicht dumm oder oberflächlich sein.Was sich verkauft, kann trotzdem durchdacht sein.Und nebenbei liefern sie auch noch das wunderschönesLiebesduett " Für nichts garantieren" mit Francesco Wilking, dem Tele Sänger: " Sag, willst du mit, sag, hälst du Schritt/ oder ist dein Tritt zu zaghaft?/Schlag es aus oder schlag ein/ Schau was ein Blitzschlag schafft".
|
|
|
19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kein Grund zur Panik, 10. August 2009
Also, ich find sie einfach gut, auch in ihrer dritten Auflage. Sie rotzen immer noch in gewohnter Qualität, und wo "Wir sind Helden" draufsteht, sind Judith Holofernes und Co. drin.
Die Musik: Neue Deutsche Welle auf Trab gebracht, aber kein Aufguss alter Zeiten, sondern weitgehend ohne Schnörkel und Anspruchsgehabe weiterentwickelt. Kein Mitgröhl-Album, sondern ein gut durchdachtes, und zwar nicht nur beim Text. Die "Helden" können nach Art der Neuen Deutschen Welle loslegen, ohne deren Minimalismus zu kopieren, aber auch die ruhigen Tracks verläppern nur selten ins Gesäusel. Und Judith Holofernes singt das alles so, als ginge sie das garnichts an, scheinbar empfindsam mit scheinbarer Kleinmädchenstimme, die aber jedem Ton ein "Ällerbäääätsch" hinterherschickt. Die herausgestreckte Zunge und die lange Nase meint man fast zu hören. Auf die Band ist soundso... pardon, sowieso Verlass: Sie sind aufeinander eingespielt, egal ob sie die ironische NDW-Monotonie von dunnemals ein weiteres Mal auf die Schippe nehmen, oder ob sie ganz einfach gute Melodien entwickeln.
Für die Texte gilt Ähnliches wie für die Sängerin: Viele ironische Momentaufnahmen zur immerwährenden Lage der Nation, viel gut Beobachtetes. "Endlich ein Grund zur Panik" -- ja, da haben sie die deutsche Befindlichkeit auf dem Seziertisch: Qualitätsrotz aus deutschen Landen statt tiefgründelndes Feuilleton. Der Aussagewert ist hoch, die Ironie stichelt mit jedem Ton drauflos ins Schwärzeste. Gewitzte Texte, in denen die schiere Freude am Nonsens mit dem Notgepäck der Hochkultur verquirlt wird: Werbeslogans, Luther-Zitate, Befindlichkeits-Jargon, Bergpredigt; Worthülsen und Weltliteratur, kein Kulturgut ist sicher. Vor allem sind seine Passepartout-Verwender nicht sicher. Bildungsbürger, Sinnsucher und Werbefuzzis -- und freilich auch Rezensionenschreiber (Anwesende ausgenommen), alle in Deckung! Die Helden kommen.
Angeblich hat "Soundso" im Gegensatz zu den Vorgänger-Alben keinen ganz großen Abräumer anzubieten. Veto! Beziehungsweise "[k]ein Grund zur Panik", denn neben diesem Prachtstück gibt's da einiges, dessen Glanz zumindest seit 2007 nicht abgeblättert ist, auch nach x-maligem Hören der CD: "Kaputt" in erster Linie ist nicht kaputt: Geht es da nun um Familienelend, oder herzlos um ironische Brechung derselben? Oder um ironisch gebrochene Herzlosigkeit? Sodann "Die Konkurrenz", und "Labyrinth", natürlich "The Geek" -- und auch "Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst". Tiefer Sinn kann frech sein, und die musikalische Umsetzung erstrecht. Abräumer können aber auch mal bedächtig daherkommen, das beweist unter anderem der Titelsong. In den muss man sich allerdings erst ein wenig reinhören. Beim ersten Anlauf wirkt er (korrigiert: wirkte er auf mich) fast wie ein Leichtgewicht. Aber nur fast.
Und dann natürlich ein dreifaches Hoch auf den ersten Track, die "Ode an die Arbeit", wo einem endlich mal erklärt wird, was Arbeit ist, und was Arbeit macht (zum Beispiel "was man später mit dem Schaf macht, das ist Arbeit"), und was nicht. Klingt fast wie das, was man irgendwann mal übers protestantische Arbeitsethos gehört hat, nur witziger, anhand signifikanter Beispiele aus des Deutschen Alltag und Feierabend. Und eins und zwei und eins und zwei und Schluss.
Freilich, manchmal hat man fast den Eindruck, dass die "Helden" vom Erfolg ihrer beiden ersten Alben etwas über Gebühr beeindruckt sind und nun glauben, auch mal so richtig was Anspruchsvolles bieten zu müssen. Sowas geht schief, denn da machen sie genau das, was sie sonst so herrlich fies auf die Schippe nehmen. Zum Glück passiert ihnen das nicht allzu oft. Ein, zwei Zeilen vielleicht mal in einem Song; sowas übersteht man locker. "Stiller" ist so ein Fall, ein ganz klein wenig auch "Für nichts garantieren", und auch der Titelsong ist ein Grenzfall.
Egal. Hoffentlich haben sie ihr "Lasst uns verschwinden" nicht ernst gemeint, sondern soundso. Das wär nämlich wirklich ein Grund zur Panik.
|
|
|
21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weiter im Text ;-)), 23. Mai 2007
Ich finde "Soundso" genauso erfrischend, lebendig, authentisch und zündend, wie wir das bisher von den Helden gewohnt sind, und nicht einen Deut weniger. Mainstream kann ich überhaupt nicht entdecken, und schon die Auswahl des Zungenbrechers "Ein Grund zur Panik" als Single belegt das Gegenteil (er wird sich sicher genauso in die Köpfe schleichen, wie der Satz "Die Deutschen flirten sehr subtil..." aus Aurelie, hihi).
Wenn hier weiter unten zu lesen ist, dass es "schade sei, wenn die Helden im Radio gespielt werden", weil damit der "alternativen Musikszene etwas verloren" ginge ... pffft, also liebe Leute... Das ist ungefähr so, als wenn ein leidenschaftlicher Urlaubsreisender beklagt, dass sein selbstentdecktes Ferienziel seinen Reiz verloren habe, weil jetzt soviele Touristen da wären.
Musiker wollen auf die Bühne, wollen gehört und berühmt werden. Und wenn das dann mal klappt, dann ist das keine Katastrophe, sondern genau der Zweck der Übung. Herzlichen Glückwunsch und weiter so, Ihr Helden ;-)))
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|