Dieses Gerät scheint von kinderlosen Erwachsenen entwickelt worden zu sein. Ein buntes Gehäuse genügt einfach nicht, um den Anforderungen im Kinderzimmer gerecht zu werden.
Um bei den Farben zu bleiben: Kinder können Formen zunächst viel leichter unterscheiden als Farben. Die bunten Tasten helfen also kaum zur Orientierung. Unsere drei Kinder kommen mit den komplett weißen (aber unterschiedlich geformten) Tasten ihres "'my first Sony"' viel besser zurecht.
Der größte Schwachpunkt liegt m.E. jedoch in der Benutzbarkeit des Geräts: es wird über den Lautstärkeregler(!) ein- und ausgeschaltet. D.h., wenn die Kassette zu Ende ist und die Taste herausspringt, bleibt der Verstärker eingeschaltet. Das sorgte in unserem Fall für einen Satz tiefentladene und beschädigte teuere Akkus, jede Menge sinnlos geleerter Batterien und die Anschaffung eines Netzteils (durch das das Gerät nicht mehr mobil und deutlich unattraktiver für meine Kinder ist).
Beim ersten Stoß gegen das Gerät aus Kinderhand, flog die Abdeckung des Kassettenfachs ab. Sie war vom Hersteller völlig unzureichend mit nur zwei Tropfen Sekundenkleber montiert. Später zerbrach auch noch eine der (aus meiner Sicht völlig überflüssigen) beweglichen Batterieführungen im Batteriefach. Das Batteriefach muss übrigens entnervend immer mit einem Schraubendreher geöffnet und geschlossen werden. Dass das nicht so sein muss und trotzdem stabil sein kann, beweisen unsere anderen Kinder-Kassettenrekorder.
Apropos Rekorder: die Aufnahmequalität ist völlig inakzeptabel leise und verrauscht. Die beiden Mikrofone sind selbst zum Mitsingen ungeeignet und lassen sich nicht einmal abnehmen, was wiederum zum ständigen Verheddern der Kabel führt.
Auch die blecherne und verzerrte Klangqualität des Soundmaster-Kassettenrekorders nervt Kinder und Eltern. Besonders, wenn man schon einen "'my first Sony"'-Kassettenrekorder besitzt, der im Vergleich warm und voluminös klingt. Leider findet man Kinder-Kassettenrekorder dieser Art und Qualität mittlerweile nur noch auf Flohmärkten. Aber wenn doch, dann wechseln sie bereits für zwei bis fünf Euro ihren Besitzer.