5.0 von 5 Sternen
Was für ein Volltreffer von Ian & Co. !!!, 7. Februar 2011
Mit diesem Hammer hatte im Frühjahr 1993 wohl niemand gerechnet! Nachdem die New Yorker Moshkings 1990 nur mehr eine mäßige "Persistance Of Time" LP und die Compilation "Attack Of The Killer B's" ein Jahr drauf veröffentlichten, erkannte man wohl durch die rosaroteste aller rosaroten Brillen, dass Anthrax der Stagnation nahe gekommen sind, wenngleich sich dies in Absatzzahlen dazumal nicht wirklich niederschlug. Bei Island war der Käse gegessen und ein Neustart stand an.
Hier wurde nicht nur ein saftiger Deal mit dem Major Elektra ausgehandelt, der die Bandkasse lauter klingeln lassen würde, sondern gleich ein neuer Frontman verpflichtet, der bereits 1984/85 ein verlockendes Angebot aus seiner Heimat Kalifornien ablehnte: nämlich den Sängerposten bei Metallica. John Bush, der lange Jahre Armored Saint die Treue hielt, wurde 1992 als neue Röhre bei den vergleichsweise härteren Anthrax präsentiert und sorgte gleich für zig Stirnfalten ... passt der zu Anthrax? Bringt der die alten Belladonna Nummern rüber? Und, was passiert künftig mit Armored Saint, die erst 1991 ein Spitzenalbum (Review) rausbolzten? Dies waren wohl die meist gestellten Fragen bei Fans und Journalisten, bis endlich der Tag X in Erscheinung trat.
Doch was taten Anthrax? Die scherten sich einen Dreck darum. Nein, sie straften Lügner und Skeptiker gleichermaßen! Das musikalische Statement in Form von elf grandiosen Smashern komprimierte ziemlich alle zerstreuten Vorurteile auf einen scharf begrenzten Nenner: so stark und kreativ waren Anthrax ewig nicht mehr ... ertönte es im Tenor ... und die Anstellung einer Reibeisenstimme wie John Bush war der perfekte Schachzug! Zunächst schlug die Hitsingle "Only" wirklich wie eine solche ein, denn hier wurde offenkundig, wie sehr das eingängige, drückende, von Dave Jerden (Jane's Addiction, Alice In Chains) erstklassig produzierte Material mit dem rauen Timbre Bush's harmoniert. Aber genauso die aggressiveren Tracks wie der gegen Ende immer heftiger werdende Opener "Potter's Field", massive Groove n`Mosh Brocken à la "Room For One More", "Hy Pro Glo", "Invisible", "Burst" oder eine - für Anthrax Verhältnisse relativ rockige Seite in Form von "Packaged Rebellion" ließen jegliche Zweifel plötzlich verpuffen. Was ersannen wir daraus? Endlich hatte sich Scott Ian's Notscheitel bezahlt gemacht! Ja sogar das dezent balladeske, aber nicht minder tiefschürfende "Black Lodge" zündete als weitere Single vom Fleck weg und zeigte auf, dass die Herrschaften Ian, Benante, Bello, Spitz und Bush auch äußerst gefühlsbetont agieren können.
Die wahren Stärken des personifizierten Milzbrands, nämlich Stücke mit Grip, peitschenden Hooks und gleichermaßen melodiös zu komponieren, war ihnen über die Jahre langsam abhanden gekommen, doch wer oder was hier auch immer Ausschlag für die Rückbesinnung alter Tugenden gegeben hat, die enorme (ursprüngliche) Klasse von "Sound Of White Noise" in Bündnis eines neuzeitlichen Soundgewandes und des "Neuen" am Mikro kehrte zu 100% zurück und zieht sich wie ein Roter Faden durch die komplette Scheibe ohne einen einzigen Ausfaller. Soll heißen: Anthrax feierten hier nicht nur ihren zweiten Frühling, sondern erschufen hier ganz klar eines ihrer Karriere Highlights!
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5.0 von 5 Sternen
Only !, 7. September 2007
KLar Anthrax war jedem bekannt und bestimmt keine schlechte Band und Among the Living wohl eines der stärksten Metal Alben überhaupt! Aber zumindest mir hat Joey Belladonna nie sonderlich gefallen. Also zog ich die anderen großen 3 Metallica, Megadeth & Slayer immer Anthrax vor! Aber dann wechselt einfach somal einer meiner Lieblingssänger zu Anthrax und John Bush schafft es Anthrax zu meiner Lieblingsband zu machen! Das Album knallt macht Spaß und verbreitet Laune. Room for One More und weitere Songs sind einfach Weltklasse! Aber dann kommt der Überhammer,, was Metallica mit Master of Puppets als das Perfekte Album geschaffen haben, schaffen Anthrax mit Only den PERFEKTEN SONG! Mehr jetzt nicht mir von mir dazu! Kaufen und Hören!
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5.0 von 5 Sternen
Der Neubeginn, 24. Juli 2003
Nachdem 1991 die Rari-Compilation "Attack of the killer b's" erschienend und ein Jahr später ein hoch dotierter Vertrag bei Elektra unter Dach und Fach war, begannen Anthrax mit dem Songwriting für's neue Album, feuerten aber vorher noch Joey Belladonna, der daraufhin eine mäßig erfolgreiche Solo-Karriere einschlug. Neuer Mann hinterm Mikro war Reibeisenstimme John Bush (Ex-Armored Saint). Aber nicht nur er sorgt für einen neuen Sound, nein auch die Verschmelzung von Anthrax' Thrash Metal mit dem eingängigen Power Metal von Armored Saint prägte den Sound von Anthrax im neuen Jahrzehnt entschieden. Deutlich beinflusst von Metallica's "Black"-Album konzentrierte man sich weniger auf Riff-Geschredder, sondern mehr auf eingänige Melodien in Verbindung mit der nötigen Portion Härte.
Und so eroberten fett produzierte Kracher wie "Only", "Pottersfield", "Hy pro glo" oder die geile Powerballade "Black lodge" die Charts und Clubs und bescherten Anthrax einen noch größeren Erfolg als in der Vergangenheit. Schade nur, dass der Erfolg nicht lange anhielt, denn die Plattenfirma hielt es nicht für nötig, den Nachfolger "Stomp 442" ebenfalls angemessen zu promoten und Anthrax verloren daraufhin den Deal wieder.
Wie auch immer, zum Glück haben sie sich davon nicht unterkriegen lassen und beehren uns hoffentlich noch lange mit starken neuen Alben.
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