England, 1974. Joe fährt tagsüber Kartoffeln aus und langweilt sich abends im biederen Club von Stoke-On-Trent. Eines Tages läuft ihm Jane über den Weg. Er verliebt sich in die kühle Blonde, die auf Northern Soul steht und die Dancefloor Queen der neuen Super-Disco Wigan Casino ist. Schnell entdeckt er eine faszinierende neue Szene für sich...
In der Mitte der 1970er war Northern Soul ein Massenphänomen in England. Tausende von Jugendlichen besuchten an den Wochenenden die sogenannten Allnighter, um von Mitternacht bis acht Uhr morgens nach den Hits von Doobie Gray, Chuck Woods, Gloria Jones oder den Carstairs zu tanzen. Die berühmtesten Clubs zu dieser Zeit waren das "Golden Torch" in Stoke-On-Trent, das "Casino" in Wigan und das "Mecca" in Blackpool. Im Deutschland der 1970er fand Northern Soul nicht statt.
Das Wigan Casino wurde vom amerikanischen Billboard Magazin 1978 zur besten Disco der Welt gewählt, noch vor dem legendären New Yorker "Studio 54". 1981 brannte es leider nieder, doch die Fans weltweit sorgen dafür, dass der Northern Soul weiterlebt und beispielsweise in der Musik von Duffy oder Amy Winehouse eine neue Blüte erfährt. Diese "britische Version von Saturday Night Fever" (Daily Express) ist die Geschichte einer Generation, die ihren Groove findet. Northern Soul bringt sie zusammen, Tanzen befreit sie. In ihren Clubs blüht eine neue Subkultur, die bis heute ihre Spuren beispielsweise im Breakdance hinterlassen hat.
Der Soundtrack zu diesem Stück Musik-Zeitgeschichte geht allein beim Zuschauen so sehr in die Beine, dass man kaum stillsitzen mag. Die Kulisse des Wigan Casino ist detailgetreu nachempfunden worden, die Klamotten und die Tanzduelle der SoulBoys sind ein Augenschmaus und unter den Statisten sind unzählige Nothern Soul-Fans, die die damalige Zeit miterlebt haben. Die Extras der DVD/Blu-ray bringen sehr gute Hintergrundinformationen über die Musik, das Wigan Casino und die Northern Soul-Szene damals und heute (zahlreiche Jugendliche tummeln sich wieder neben den 40jährigen Veteranen auf Allnightern und Weekendern).
Für jeden Soul-Fan ist diese Rückwärtsschau uneingeschränkt zu empfehlen, kennt doch die heutige Generation meist nur noch die Cover-Versionen der großen Hits von damals. Und Acid Jazz Records ist überzeugt: Der Film "wird für die Soul-Szene zu dem Kult werden, der Quadrophenia für die Mods war".