Normalerweise wird klassische Musik mit tiefem Ernst vorgetragen, in einer sehr konzentrierten, fast steif zu nennenden Atmosphäre, die den musikalischen Anspruch würdigen und unterstreichen soll.
Wer dies nicht so recht mag, aber sich trotzdem für musikalische Originalität und /oder Klassik begeistern kann, ist bei der österreichischen Mozartband genau richtig: Da singen klassische Sopranistinnen gemeinsam mit einem Rockröhrentenor, da mischen sich Violinen mit Akkordeon, und wenn dann noch eine Hammond Orgel , e- bass und Schlagzeug hinzukommen, merkt man spätestens, wie sehr Mozart grooven kann! Das hat beileibe nichts mit Majestätsbeleidigung zu tun, auch wenn man an einigen Stellen unwillkürlich grinsen muss. Mozart wird hier weder verkitscht noch verhohnepipelt, seine Kompositionen verlieren in ihrem neuen Gewand nichts von ihrer Kunstfertigkeit und Raffinesse. Man merkt sofort, dass hier Leute am Werk sind (übrigens alles klassisch ausgebildete Berufsmusiker), denen die Musik wirklich am Herzen liegt. Manchmal kommen sie so Mozarts Originalen recht nahe, dann mischen sie wieder mit ungestümer Energie die Musik des Meisters neu auf und reissen einen dabei durch ihre Begeisterung unweigerlich mit. Solche Power auf so hohem musikalischem Niveau ist selten. Und wenn jemand (was heisst jemand, wir reden hier von Ex - Alpinkatzenmusiker Wolfgang Staribacher, der ein aussergewöhnliches Ensemble um sich versammelt hat) alle Konventionen ausser Acht lässt, und wenn ihm so - weit abseits aller eingefahrenen Gleisen - eine so originelle Neuinterpretation „alter" Musik gelingt, bei der auch ein guter Schuss Humor nicht fehlt, dann ist das schon grandios.
Für eine solche Spitzenleistung müsste es eigentlich sechs Sterne geben.