Bei diesem Studioalbum hat SRV neues Material samt neuer Musiker an Land gezogen. Der Zweck lag wohl darin, seinen scharfen R&R-Sound etwas aufzufrischen und zu glätten. Die Idee ist schon mal nicht schlecht. Das ganze Album kommt aber etwas leblos daher. Das liegt beileibe nicht an Stevie. Sein Spiel klingt inzwischen sogar noch ausgefeilter und weniger intuitiv. Einige der Nummern scheinen aber ad hoc schnell zusammengeschrieben zu sein und sind dementsprechend lax. Und das darf bei einem Ausnahmekünstler wie SRV nicht der Fall sein.
Einer der herausragenden Momente ist "Gone Home", ein richtiger Texas-Blues, bei dem Stevie nicht davor scheut, auf seinen Vorläufer T-Bone Walker anzuspielen. "Empty Arms" ist ebenso eine starke, rhythmische Nummer mit saurem Intro. "Look At Little Sister" reicht schon weit in souliges Terrain hinein; klingt nach wie vor süperb. Piano, Saxofon, Gitarre und Groove kommen gut zusammen - vielleicht am besten auf dem gesamten Album. Der Grund für meinen Kauf war ohne Zweifel "Ain't Gone 'N' Give Up On Your Love", ein authentischer Stevie-Blues, der so aufrichtig und ehrlich ist und dazu wahnsinnig gut gespielt wird, das ich mich wirklich beginne zu fragen, wer diese Liebe wohl gewesen sein mag. Der Rest versinkt allerdings in der Mittelmäßigkeit - von der Gitarrenarbeit mal abgesehen. Es gibt Mitreißenderes von SRV. Ich hätte, wäre es möglich, auch 3,5 Sterne vergeben.