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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fräuleinwunder aus GB, 28. Februar 2004
Um es vorweg zu nehmen und um Missverständnisse direkt auszuschließen: Bei Joss Stone handelt es sich nicht um eine weitere Britney oder Christina Aguilera! Auch das zurzeit so oft und gern verliehene Etikett "Rhythm and Blues" (oder cooler: R 'n B) muss man bei der jungen Dame aus England neu definieren oder besser gesagt: Joss Stone zeigt deutlich auf, was dieses Label eigentlich bedeutet, denn SIE ist es, die hier wirklichen R 'n B abliefert und nicht etwa die oben genannten Girlies oder Beyoncé Knowles oder wen es da noch geben mag. Diese 16-jährige haut alle anderen derzeitigen "Fräuleinwunder" aus den Puschen und das von der ersten Minute, vom ersten Ton an! Hat man die CD eingelegt und auf "play" gedrückt, hat man nämlich das Gefühl, Miss Stone stände neben einem im Wohnzimmer oder zumindest direkt hinter den Boxen. Ein ganz dickes Lob also an die Tontechniker und Produzenten (oder sollte es doch nur an meiner guten Anlage liegen??), die diese CD einerseits herrlich altmodisch abgemischt haben, andererseits aber dafür gesorgt haben, dass ein fantastischer Sound vorherrscht. Überhaupt die Produktion: man hat Joss Stone eine hervorragende Begleit-Band spendiert, weil man wohl meinte, dass diese Göre es wert sei und man hat gut daran getan. Hier wird noch richtig Hand angelegt: das Schlagzeug kommt nicht von irgendeiner Festplatte, eine schöne alte Orgel wimmert unter den bewährten Händen von Timmy Thomas und ein paar wohlbekannte Blues-Stimmen geben Support im Hintergrund. Kurzum: eigentlich alles, was man derzeit altmodisch und uncool nennen müsste, aber das Ergebnis ist alles andere als altbacken! Selten kam der Blues so frisch und doch schon so erwachsen klingend rüber. Diese Joss Stone scheint wirklich eine Art Blues-Wunderkind zu sein, denn wenn man auch spätestens nach einem Blick aufs Cover feststellen muss, dass hier keine afro-amerikanische Gospel-Mieze so Unglaubliches vom Stapel lässt, so mag man dann aber immer noch nicht glauben, dass diese Mädchen gerade mal 16 Jahre alt ist! Das Kompliment, dass sie den Blues glaubhaft rüber bringt, wirkt vor diesem Hintergrund also noch größer. Die Songauswahl - fast alles Klassiker - überzeugt und Joss Stone verleiht allen Songs ihren unverwechselbaren Touch, selten wirkt sie überfordert (welch ein Kompliment für eine 16-jährige!), auch wenn ihre Interpretation von "Some kind of wonderful" gewöhnungsbedürftig ist. Das White Stripes-Cover "Fell in love with a boy", die erste Single-Auskopplung, ist ok, aber bei weitem nicht der stärkste Song auf dem Album (vielleicht liegt es daran, dass er von den White Stripes ist ...? OK, ich gebe zu, ich finde die Stripes furchtbar! ...). Insgesamt eine herrlich altmodische Platte, die aber selten frisch daherkommt: eine neue Stimme (und was für eine!), ein neues Gesicht - kurzum: bislang eindeutig die Platte des Jahres, und sie hat das Zeug dazu, dass sie es auch bis zum Ende dieses Jahres bleibt - vorausgesetzt niemand kommt auf die Idee Miss Stone einzureden, sie müsste etwas "poppiger" werden. Lasst sie so wie sie ist - sie hat den Blues (und John Lee Hooker grummelt selig von oben)!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Soul of Blues, 20. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: The Soul Sessions (Audio CD)
Bereits bei der Interpretation des ersten Songs "The chokin' kind" zeigt die die 17-jährige Britin wo es lang geht, indem sie zum gemeinsamen Ursprung aller Richtungen der "Black Music", die man heute als Soul (Old School, Motown usw.), Rhythm 'n' Blues, (Electric-)Funk(edelic), Groove, Gospel usw. bezeichnet, zurückkehrt: den Blues!!! Einerseits geschieht dies wahrhaft gefühlvoll und überzeugend durch Stone's bisweilen bombastische "Röhre", die keinen Vergleich mit denjenigen ihrer weitaus älteren und oftmals beleibteren afroamerikanischen Vorbildern zu scheuen braucht. Andererseits bekommt man gegenüber den vorherrschenden Charttrends keine synthetisch erzeugten Geräusche zu hören, sondern ehrliche, handgemachte Töne von hervorragenden Sessionsmusikern, die sich richtiger Musikinstrumente bedienen. Diesbezüglich sind besonders die sauberen E-Gitarrensoli bei "Super duper love (are you diggin'on me?)", die groovenden Riffs bei "Fell in love with a boy" und das getragene Piano-Intro bei "Victim of a foolish heart" zu nennen. In einigen Songs, wie "Some kind of wonderful" erklingen zusätzlich noch satte Hammond-Harmonien. Manchmal kommt, wie bei der sich langsam steigernden Ballade "I've fallen in love with you'" ein Backgroundchorus, der "alten Hasen" Angie Stone und Betty Wright hinzu. Joss Stone's Timbre, vor allem ihre beeindruckende Darbietung von "Dirty man", die bluesig-repetitiv gesungenen Passagen, sowie weitere Anklänge an das "Zeitalter der Hippies" (Videoclip "Super duper love" ist Flowerpower!) können durchaus Assoziationen zu Janis Joplin erwecken.... .....oder Parallelen zu Andrew Strong, der als 16-jähriger Bluessänger im Musikfilm "The Commitments" (IRL/GB 1991) für Furore sorgte, erkennen lassen. (Leider verschwand der junge Ire, dessen stimmliches Potential jenes von Joe Cocker oder Van Morrison erreichte, wenn nicht sogar übertraf, nach Erhalt des Brit Awards 1992 wieder in der Versenkung.) Mit "Soul Sessions" ist ein Generationen übergreifendes Werk gelungen, das einem breiten Hörerspektrum vom nostalgischen "Woodstock-Opa" bis hin zum Teenager, der von musikalischer Kommerzkost genug hat, gleichermaßen empfohlen werden kann. Die Debut-CD, auf der Miss Stone mit ihren ureignen Versionen von 10 Klassikern (Klasse statt Masse) aufwartet, ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten und lässt das für September 2004 avisierte zweite Album ("Mind, Body & Soul") mit Ungeduld erwarten........
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Besser setzen beim Hören, 28. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Soul Sessions (Audio CD)
Also dieses Mädel ist wirklich eine Offenbarung. Hier wird der Soul nicht ins neue Jahrtausend geführt wie von anderen Ausnahmekünstlerinnen der letzten Jahre (Keys, Stone, Scott etc.), sondern knüpft in der Produktion da an, wo vor über 30 Jahren Leute wie Lynn Collins, Marva Whitney oder eben die jetzt produzierende Betty Wright aufgehört haben. Hier gibt es keine Beats und Loops, sondern ein von Menschenhand geführtes, schweinisch-groovendes Drumset (u.a. gespielt von Kravitz-Trommlerin Cindy Blackman). Über die von anderen angesprochenen leichten Mängel lässt sich nicht nur angesichts des Alters von Joss Stone generös hinwegsehen, sondern vor allem, weil ihre Stimme vom ersten Ton der CD unwiderstehlich unter die Haut geht. Man kann sich angesichts der heutigen Musiklandschaft nur ausdrücklich wünschen, dass Joss Stone ein gigantischer Erfolg gelingt. Weiterer Anspieltipp: Das White Stripes-Cover "Fell in love with a boy", nebenbei die 1. Single aus "The Soul Sessions".
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