"Soul Serenade" hört sich wie die logische Weiterentwicklung von "Joyful Noice", dem letzten Album der Derek Trucks Band, an. Ein Blick ins Booklet offenbart aber, dass die Aufnahmen bereits 1999 entstanden sind. Die Derek Trucks Band sind Derek Trucks (Gitarre, Sarod), Todd Smallie (Bass), Yonrico Scott (Schlagzeug, Percusion), Bill McKay (Hammond B-3 Orgel, andere Tasteninstrumente) und Kofi Burbridge (Flöte, Tasteninstrumente), - Gregg Allman ist als Gast auf dem einzigen Gesangsstück dieser CD, dem Blues "Drown in my own tears", zu hören. Einer ruhigen Grundstimmung folgend ist "Soul Serenade" weitestgehend im Jazz anzusiedeln. Dies hängt einmal mit der Titelauswahl zusammen, aber auch damit, dass dem Flötisten Kofi Burbridge fast ebensoviel Raum für Improvisationen gegeben wurde wie der Slide-Gitarre von Derek Trucks. Beginnend mit dem ersten Stück, welches die Band hervorragend aus "Soul Serenade" (King Curtis, Aretha Franklin u.a.) und Bob Marleys "Rasta Man Chant" verwoben hat, macht sich die Band auf eine Reise zu ihren musikalischen Wurzeln (Wes Montgomery, Mongo Santamaria, Wayne Shorter), was in der Eigenkomposition "Elvin" zu einem stimmigen Ergebnis führt. In "Sierra Leone" wendet sich Derek Trucks dann wieder indischen Klängen zu (und kommentiert sie in einem beiliegenden Video in einer Art, die mich an Äußerungen von George Harrison zur indischen Musik erinnern). Derek Trucks ist ein hervorragender Gitarrist, der die Slide-Gitarre gefühlvoll wie kaum ein anderer spielt. Er und seine Mitmusiker haben zudem einen recht weiten musikalischen Horizont und sind bereit zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Ich hoffe, noch viel von dieser jungen Band zu hören. Wer nach dem Hören dieses Albums Lust bekommen sollte, sich Derek Trucks in etwas rockigerem Umfeld anzuhören, dem sei "Hittin' The Note" von der Allman Brothers Band empfohlen. Ich selbst habe es vorgezogen, in meinem Plattenschrank zu wühlen und die musikalische Reise der Derek Trucks Band anhand der Originalaufnahmen nachzuvollziehen, was einen sehr spannenden Abend ergab. Die vorliegende CD enthält auch noch einige Kurzvideos, in denen Derek Trucks Kommentare zur Musik, der musikalischen Entwicklung und seinem Verhältnis zur indischen Musik abgibt.