Kaylee war schon immer ein wenig anders als andere Mädchen in ihrem Alter. Nach dem Tod ihrer Mutter überlies ihr überforderter Vater sie ihrer Tante und ihrem Onkel, da er sich nicht in der Lage fühlte, sie alleine großzuziehen. Neben ihrer wunderschönen Freundin Emma, die die Blicke aller Jungs auf sich zieht, nimmt kaum jemand Kaylee war. Umso mehr wundert es sie, dass sie in einer Bar ausgerechnet von dem heißesten Typen der Schule angesprochen wird. Nash scheint nur Augen für sie zu haben und zeigt an Emma keinerlei Interesse. Und das obwohl er den Ruf hat, ein gnadenloser Herzensbrecher und Aufreißer zu sein! Kaylee weiß nicht so recht, wie sie der ganzen Sache gegenüberstehen soll. Was will dieser perfekte Junge mit den wunderschönen Augen nur von ihr? Doch sie hat keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn auf der Tanzfläche entdeckt sie ein Mädchen, das von einem schwarzen Nebel umgeben zu sein scheint. Kaylee wird übel und eine schreckliche Schwere lastet auf ihr, denn instinktiv weiß sie, dass dieses Mädchen sterben wird. Um dem Druck laut aufzuschreien nicht nachgeben zu müssen, rennt Kaylee aus der Bar hinaus. Nur weg von dem todgeweihten Mädchen! Erst denkt Kaylee, Nash jetzt entgültig vergrault zu haben, doch seltsamerweiße ist dieser sehr verständnisvoll und bleibt ganz ruhig. Am nächsten Tag erfahren beide, dass das Mädchen aus der Bar tatsächlich auf unerklärliche Weise umgekommen ist. Und sie bleibt nicht die Einzige, die stirbt. Nur Kaylee weiß wen es als Nächsten trifft und schon bald gelangen sie und Nash dem leibhaftigen Tod näher, als sie es je für möglich gehalten hätten.
Leider muss ich sagen, dass mich mit "Mit ganzer Seele" nicht wirklich überzeugt hat. Anfangs empfand ich den Schreibstil als wirklich gelungen. Jugendlich, locker, frisch aber dennoch emotional. Leider konnte die Autorin diesen Stil nicht aufrecht erhalten. Schon bald driftet Vincent in eine zu zwanglose und klischeehafte Jugendsprache ab. Dadurch wirkt Kaylee viel zu jung für ihr Alter und außerdem unauthentisch. Denn so wie die Autorin sie denken lässt, redet wirklich kein Jugendlicher! Außerdem war Kaylees Zynismus teilweise wirklich fehl am Platz. An Stellen, an denen sie unter Schock stehen müsste, einfach nur Angst haben sollte oder total verärgert sein müsste, bringt sie die unmöglichsten Sprüche, die wohl lustig gemeint sind, ihr Ziel aber leider weit verfehlen!
Außerdem fand ich Kaylee generell nicht wirklich sympathisch. Ich konnte einfach nicht wirklich warm werden mit ihr. Ihr Handlungen und Emotionen waren sehr schlecht nachvollziehbar. Das liegt nicht nur an ihrem fehlplatzierten Zynismus sondern auch daran, dass sie total hormongesteuert ist. Eigentlich sollte sie sich auf weitaus wichtigere Dinge konzentrieren, aber sie starrt nur auf Nashs ach so "hartes Muskelspiel", seine tollen Grübchen, seine wunderschönen Augen... Ein bisschen Schwärmerei ist ja schön und gut, hier hat es die Autorin aber leider definitiv übertrieben! Einzig ihre Abneigung gegenüber ihrer Cousine, die ein Prinzeschen ist, wie es im Buche steht, macht Sophie in meinen Augen sympathisch.
Zu meinem Bedauern muss ich auch sagen, dass mit die Sache mit Nash und Kaylee viel zu schnell ging. Dass beide zusammenkommen würden ist nach der Inhaltsangabe wohl kein Geheimnis und da verrate ich auch nicht zu viel, aber, dass dies so schnell passieren würde, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte eine zarte, sich liebevoll und langsam entspinnende Liebesgeschichte erwartet, bekam aber leider eine ziemlich oberflächliche und sich sehr rasch entwickelnde Beziehung zu lesen. Als oberflächlich empfand ich die Beziehung deshalb, weil Kaylee immer nur von Nashs Äußerem schwärmt. Ihre Gefühle für ihn werden leider nicht wirklich deutlich. Der Leser erfährt auch nicht, was genau ihn so besonders und so liebenswert macht. Die ganze Zeit knutschen sie nur, oder Kaylee schwärmt von seinen Muskeln... .
Außerdem gab es noch einige Widersprüche bzw. Dinge, die auf mich wirklich verwirrend oder lächerlich wirkten. Da ist zum Beispiel einmal anzuführen, dass es in Kaylees Welt eine Liste mit all den Menschen gibt, die in naher Zukunft sterben sollen. Das alles war mir ein bisschen zu viel Bürokratie und es passte einfach so gar nicht in den Roman. Dieser Aspekt zog die Geschichte eher ins lächerliche, da es einfach so fehl am Platz wirkte, als ihr eine spannende und interessante Komponente zu verleihen.
Leider habe ich mehrere Aspekte in der Geschichte rund um Kaylee und Nash gefunden, die ich eher lächerlich oder verwirrend fand. So beschreibt die Autorin auf der einen Seite, dass es Kaylee so unangenehm sie, dass in Nashs Zimmer nur auf dem Bett Platz zum hinsetzen ist und 100 Seiten später lesen wir, dass sich ein Freund von ihm auf seinem Sofa niederlässt. Auf der einen Seite heißt es, Kaylee habe ihren Vater 8 Monate lange nicht gesehen, auf der anderen sind zwar erst ein paar Tage vergangen, aber aus 8 Monaten wurden auf einmal 1 1/2 Jahre!
Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass der Roman auch seine guten Seiten hatte. So kam zum Beispiel durch den abrupten Einstieg in die Geschichte sofort Spannung auf, die die Autorin auch mehr oder weniger bis zum Ende aufrecht erhalten konnte. Die Anfangsszene in der Bar hat mir auch sehr gut gefallen, da sie das Leben eines typischen Jugendlichen wiederspiegelt. Diese Tatsache verlieh dem Roman etwas Authentizität, an der es ihm sonst leider mangelte.
Außerdem fand ich Nashs Persönlichkeit mal sehr abwechslungsreich. Normalerweise sind die Helden in diesen Jugendromanen immer die Außenseiter, die zwar umwerfend aussehen, allerdings niemanden an sich heran lassen. Nashs Charakter ist da viel realistischer. Er scheint schon viele Mädchen dank seines gute Ausssehens ins Bett gebracht zu haben und ist keineswegs ein Außenseiter. Außerdem gefällt mir die Idee, die hinter der Geschichte von "Soul Screamers" steckt. Es ist ein Young-adult fiction Roman, der ganz ohne Vampire, Werwölfe usw. auskommt. Die übernatürlichen Wesen, die sich in diesem Roman verbergen sind ganz anders als alles, wovon man bisher gelesen hat.
Der Schluss lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen ist er durchaus gelungen, da er ziemlich überraschend ist. Zum anderen ist die Erklärung für die Tode dieser Mädchen wirklich sehr weit hergeholt, unrealistisch und - ich muss es leider sagen - wieder ziemlich lachhaft. Beim Lesen des Buches musst ich mir mehrmals mit dem Finger an die Stirn tippen, da so vieles einfach sehr aus den Finger gesogen scheint und einfach absolut unrealistisch und lächerlich wirkt.
Ich muss sagen, dass es mir sehr schwer fiel, zu entscheiden, wie viele Sterne ich dem Roman geben soll. Letztendlich verleihe ich aber doch noch knappe 3 Sterne, da die Idee ziemlich innovativ ist und die Autorin die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten konnte. Eine Kaufempfehlung kann ich allerdings leider dennoch nicht aussprechen. Die Folgebänder werde ich mir wahrscheinlich nicht kaufen. Dafür war der Auftakt leider nicht überzeugend genug!