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„Das Buch kam mir bedrohlich vor, sodass ich fast ein Jahr mit dem Schreiben ins Stocken geriet. Ein Schriftsteller sollte sich nicht vor seinem Buch fürchten, und wenn er sich fürchtet, muss er sich den Dämonen stellen. Und das wurde dann die härteste Arbeit...“, so bekennt der insbesondere für zahlreiche erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher bekannte Autor in einem Interview. Die Mühe seines Schöpfers merkt man dem Buch nicht an – wohl aber die außergewöhnliche Intensität, eine Art Sog des untergründigen Grauens, der diese unheimliche Geschichte durchzieht.
Tamara, Kris, Wolf und Frauke sind seit ihren gemeinsamen Berliner Schultagen befreundet. Obwohl alle schon um die dreißig sind, leben sie immer noch mehr oder weniger erfolglos in den Tag hinein; bis Kris eines bekifften Abends eine ziemlich verrückte Idee hat: Wie wäre es, eine Agentur zu gründen, die sich für andere Leute entschuldigt? Die Freunde setzen die Idee in die Tat um – zu ihrem eigenen Erstaunen mit größtem Erfolg.
Ob zu Unrecht gekündigte Mitarbeiter oder schmachvoll verlassene Geliebte: Die Agentur „Sorry“ entschuldigt sich im Auftrag ihrer Kunden bei ihnen allen. Mit der Erlösung von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen lässt sich eine Menge Geld verdienen. Alles läuft gut - bis Wolf eines Tages vor einer grausam zugerichteten Leiche steht, mit dem Auftrag, sich bei dieser zu entschuldigen. Der Mörder beginnt ein beklemmendes Spiel mit den Freunden, in dessen Verlauf diese nicht zuletzt mit ihren eigenen Abgründen konfrontiert werden… - Ulrike Künnecke, Literaturtest
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schuldfrage,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sorry (Gebundene Ausgabe)
Schuld ist ein Thema, mit dem jeder Mensch früher oder später in Berührung kommt. Nicht wenige Menschen brechen unter der Last der Schuld zusammen und einige von ihnen sehen schließlich nur noch Auswege, die sich nur schwer bis gar nicht mit den Interessen anderer Menschen vereinen lassen.Ein solcher Fall wird dem Leser in "Sorry" von Zoran Drvenkar präsentiert. In einem ersten Kapitel, was auch dem thrillererprobten Leser den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wird ein brutaler Mord an einer Frau in allen Einzelheiten und sehr bildlich beschrieben. Im weiteren Verlauf des Buches baut der Autor dann eine Geschichte um vier Freunde auf, die mit einer besonderen Geschäftsidee erfolgreich in die Selbständigkeit starten - einer Agentur, die sich stellvertretend für den Auftraggeber bei gewünschten Personen entschuldigt. Alles läuft reibungslos, bis sie den Auftrag erhalten, sich bei einer Toten zu entschuldigen. Von diesem Moment an befinden sie sich in einem Strudel aus Gewalt, Angst, Drohungen und Pflichtbewusstsein. Dies allein wäre schon spannend genug, wenn nicht die ständig stattfindenden Wechsel der Erzählperspektive verdeutlichen würden, dass die Identität des Mörders mehr als fragwürdig ist und er eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte. Drvenkar erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Freunde, aus der Sicht des Mörders und aus der Sicht einer dritten Person, deren Identität erst ziemlich weit am Ende deutlich wird. Durch die Perspektiv- und damit verbunden auch die Zeitwechsel (und Rückblicke), erlebt der Leser die gleiche Szene unter Umständen mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies ermöglicht es gerade am Ende zum Teil, Schlüsse zu ziehen, dennoch bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. Der Autor versteht es, die Situationen der Handlung und die Stimmungen der Personen sehr detailliert und greifbar zu beschreiben, wodurch man als Leser von Beginn an immer weiter lesen muss. Der bereits erwähnte fulminante Einstieg macht das Buch bereits zu einem Lesehighlight - auch wenn teilweise brutale, erschreckende und furchtbare Szenen beschrieben werden (Stichwort: Kindesmissbrauch) und sich mir beim Lesen des Öfteren der Magen umdrehen wollte. Dieses Buch ein absoluter Buchtipp und somit absolut empfehlenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schuld und Sühne im 21. Jahrhundert,
Von Bibliophile (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sorry (Gebundene Ausgabe)
In Zoran Drvenkars neustem Roman geht es vorwiegend um Schuld und die Sühne. Können Außenstehende Schuld anderer übernehmen, ist moderner Ablasshandel möglich? Ist es mit einem lapidaren "Sorry" getan? Inwiefern kann Schuld überhaupt gesühnt werden?Vier junge Menschen, Frauke und Tamara, sowie die beiden Brüder Kris und Wolf, haben eine vermeintlich geniale Geschäftsidee. Gegen Bezahlung wollen sie sich für andere Menschen entschuldigen. Schnell hat ihre Agentur einen gut zahlenden Kundenkreis. Manager, die ein schlechtes Gewissen gegenüber entsorgten Mitarbeitern, verlassenen Expartnerinnen usw. haben und sich mit diesen "Problemen" nicht mehr selbst beschäftigen möchten. Alles scheint bestens zu laufen, bis sie sich eines Tages bei einer brutal ermordeten Frau entschuldigen sollen... "Sorry" ist keine einfache Lektüre, weder sprachlich noch inhaltlich. Häufige Perspektivwechsel und Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, die Brutalität mancher Szenen erschreckend und für meinen Geschmack allzu detailliert beschrieben. Ohne diese Szenen hätte ich "Sorry" vermutlich in einem Zug durchgelesen, so fesselnd ist es geschrieben. Drvenkars präzise und knappe Schilderungen ließen Bilder in meinem Kopf entstehen, die Figuren lebendig werden. Sehr ungewohnt ist, dass der Leser mit "du" angesprochen wird und in die Position des Mörders versetzt wird. In anderen Kapiteln ist der Leser dann mit dem Erzähler Beobachter und bleibt so stets Beteiligter der Geschichte. In diesem ungewöhnlichen Psychothriller spielt die Polizei nur eine Nebenrolle. Die Spannung wird durch den Einblick in die Abgründe menschlicher Seelen und zwischenmenschlicher Beziehungen erzeugt, sowie durch das Verhalten von Menschen unter extremer psychischer und körperlicher Belastung. Wer ist Täter und wer Opfer? Die Beantwortung dieser Frage ist bei "Sorry" nicht so leicht, wie es anfangs scheint. Störend fand ich die konsequente Verwendung von ß statt ss, sogar bei Boss und Business, sowie die fehlenden Satzzeichen bei wörtlicher Rede. "Sorry" fragt nach Schuld und Moral und überlässt die Beantwortung dieser Fragen dem Leser. Ein beeindruckendes Buch, das ganz anders endet als erwartet und die Leser nicht nur deshalb noch lange beschäftigt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erwartungen nicht ganz erfüllt!,
Rezension bezieht sich auf: Sorry (Gebundene Ausgabe)
Ich muss sagen, an "Sorry" von Zoran Drvenkar hatte ich sehr hohe Erwartungen. Leider wurden die nicht ganz erfüllt!Dieser Roman handelt von den vier Freunden Frauke, Tamara, Kris und Wolf, die eine Agentur namens "Sorry" gründen. Diese Agentur ist für Entschuldigungen zuständig. Firmen können sich beispielsweise über "Sorry" bei Mitarbeitern entschuldigen, die sie kündigen mussten. Die vier Freunde haben großen Erfolg mit ihrer Geschäftsidee, bis sie einen Auftrag erhalten, der sie zu tiefst erschüttert! Sie sollen sich bei bei einer Leiche entschuldigen. Der Auftrag kommt vom Mörder udn er hat für die Freunde noch mehr geplant... Die Geschichte gefiel mir sehr gut, es war wirklich sehr spannend! Nur leider konnte ich mit dem Schreibstil nicht viel anfangen. Mich hat sehr gestört, dass die Anführungszeichen der wörtlichen Rede gefehlt haben! Auch die Sichtweise, aus der die Handlung erzählt wurde, wechselte immer wieder. Sei es zwischen den Freunden, dem Mörder oder einer anderen Person. Die zeitlichen Sprünge der einzelnen Kapitel gefielen mir ebenfalls nicht so gut! Schade, sonst wäre es die volle Punktzahl geworden ;-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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