Der Stern schrieb zu dieser CD jüngst unter der Überschrift "Frauenkunde": Herrlich altmodisch, dieses Album mit Klassikern, das nach Sperrstunde, Schummerlicht und Liebeskummer klingt...
Was das Magazin hingegen verschwieg, ist die Tatsache, dass es sich nur zur Hälfte - nämlich alle ungeraden Tracks- um weibliche Gesangsnummern handelt; die andere Hälfte - die geraden Tracks- sind sämtlich instrumental eingespielt.
Ja, die Musik ist definitiv herrlich altmodisch; der Klang hingegen superb. Die Gesangsnummern überzeugen fast zur Gänze - lediglich Norah Jones kaufe ich die "sophisticated Lady" nicht so recht ab. Die Instrumentalstücke überzeugen mich, solange der Mann am Saxophon seine Pferdchen im Zaum hält. Im zweiten Teil des 2. Stückes und bei der Nr. 4 gehen sie aber ein wenig mit ihm durch. Dann fängt es - für mein Empfinden - an zu nerven und das wunderbare 30/40/50er Jahre Night-Club-Feeling geht für einen Moment verloren. Das ärgerliche dabei ist, dass dieser Störimpuls fast direkt nach dem butterweichen Opener von Melody Gardot einsetzt. (deshalb von mir keine 5 Sterne). Es ist natürlich Geschmackssache, ob man auf schnelle Saxophonläufe steht oder nicht; virtuos ist es ganz sicher.
Wer etwas ganz besonderes sucht, für köstliche Momente zu Zweit aber auch allein, ist hier ganz sicher gut bedient. Der Herbst sorgt -schon am Nachmittag- für das richtige Licht.