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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Tochter und Mutter eines Königs - nie selbst Königin,
Von Amelrode (Vilvoorde) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sophie von Hannover. (1630 - 1714): "Wenn es die Frau Kurfürstin nicht gäbe..." (Gebundene Ausgabe)
dieser auf Clementine von Orleans (sie war die Tochter König Louis Philippes von Frankreich und Mutter König Ferdinands von Bulgarien) gemüntzte Satz hätte auch schon auf Sophie von Hannover gepasst: sie war die Tochter des "Winter" Königs von Böhmen und Mutter König Georg I. von Großbritannien. Ihre Mutter ist die stolze Prinzessin Elisabeth von England, die Tochter König Jakobs I. Aufgewachsen im niederländischen Exil nach dem Sturz ihres Vaters vom böhmischen Thron, ist sie soetwas wie das häßliche Entlein der Familie (zumindestens fühlt sie sich so), findet erst im realtiven hohen Alter von 30 Jahren einen Gatten, der sie aber nur von seinem Bruder "übernimmt". Ernst August, zunächst nur Fürstbischof von Lübeck, dann Herzog von Hannover und schließlich Kurfürst von Hannover. Die Ehe ist eher fürstlich und trotz der zahlreichen Kinder nicht intim oder gar herzlich. Der Herzog nimmt sich bald eine maitresse en titre, hinter der seine Herzogin mehr oder minder zurückzustehen hat. Sophie nimmt dennoch ihre Aufgaben als Herzogin und später Kurfürstin wahr, ist intellektuell interessiert (hier insbesondere mit dem großen Philiopshen Leibnitz), kümmert sich um ihre Kinder (ein enges Verhältnis verbindet sie mit ihtrer Tochter der Königin in Preußen) und führt eine intensive Korrespondenz mit ihrer geliebten Nichte Sophie Charlotte von der Pfalz, der legendären Madame, Herzogin von Orleans. Das Auf und Ab der englischen Thronfolge macht sie schließlich im hohen Alter noch zur Thronerben in England, da sie die nächste protestantische Thronanwäterin ist. Sie verstirbt jedoch kurz vor der englischen Königin Anne, so dass ihr Sohn Georg I. der erste König des Hauses Hannover in England wird. Man mag dies als ein mehr oder minder tradionelles fürstliches Schicksal sehen, das nur wegen der Thronfolge in England noch politische Bedeutung erlangte. Jedoch ist Sophie mehr als das. Sie ist eine intelligte, selbst kritische und doch stolze Frau, die Lebensmut hat und stoisch ihren Weg geht. Eine Frau, die oft tief verletzt wurde, jedoch nicht bitter ist, eine Frau, die sich nach Liebe sehnte und noch nie ganz erfüllt wurde, auch wenn sie ein sehr enges Verhältnis mit Tochter und Nichte verband. Sie ist eine kluge Frau, die einem Hochachtung abverlangt. Karin Feuerstein-Praßer versteht es dieses lange und bewegte, nicht gerade als oft glücklich zu bezeichnende Leben, plastisch und interessant nachzuzeichnen. Man versteht Sophie von Hannover, erhält ein Bild von ihr. Mir hat diese Biographie gut gefallen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Die erste Kurfürstin von Hannover,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sophie von Hannover. (1630 - 1714): "Wenn es die Frau Kurfürstin nicht gäbe..." (Gebundene Ausgabe)
Karin Feuerstein-Praßer ist mit ihrer Biographie der Sophie von Hannover eine weitere, sehr gut lesbare und hoch interessante Lebensbeschreibung einer Frau der frühen Neuzeit gelungen, die heute doch eher in Vergessenheit geraten ist.Sophies Leben war reich an Schicksalsschlägen. Die Kindheit verbrachte sie im holländischen Exil, ihre 1632 verstorbener Vater Friedrich V. von der Pfalz hatte nicht nur sein eigenes Kurfürstentum verloren, sondern auch die böhmische Königskrone, die der als "Winterkönig" in die Geschichte eingegangene Monarch nur einen Winter lang trug. Die Wiedereinsetzung seiner Familie in das pfälzische Fürstentum und somit auch die Rückkehr seiner jüngsten Tochter Sophie nach Heidelberg erlebte dieser nicht mehr mit. Die sehr begabte Sophie verbrachte zunächst die Jahre als Kindermädchen ihrer Nichte Liselotte von der Pfalz (die später einmal als Frau des Bruders Ludwig XIV. sehr berühmt werden sollte) am Hof ihres kurfürstlichen Bruders, bevor sie den Ernst August aus dem Haus Hannover ehelichte, der später einmal Herzog und sogar Kurfürst von Hannover werden sollte. Wie viele Ehen innerhalb des Adels war diese zwar nicht glücklich aber fruchtbar, sieben Kinder gebar Sophie ihrem Mann, von denen der älteste Sohn 1714 englischer König werden sollte und die einzige Tochter als Vater des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. bekannt wurde. Sophie überlebte vier ihrer Kinder und alle ihrer 12 Geschwister. Sophie stand einige Jahre in enger Verbindung mit dem Philosophen Gottfried Leibniz und unterhielt eine stetige und sehr enge Korrespondenz mit Liselotte von der Pfalz, deren Briefe vom Hofe des Sonnenkönigs uns ein lebendiges Bild dieser Zeit überliefert haben. Sophie wird von der Autorin als geistreiche, zielbewusste und selbständige Frau porträtiert, deren Lebensmut trotz der zahlreichen Schicksalsschläge ungebrochen war und die ihren Kindern stets den Anspruch auf den englischen Thron bewahrte und sich für diesen einsetzte. Das aus der Feder der erfahrenen Biographin stammende Buch zeugt von großer Sachkenntnis der Zeit, ist leicht lesbar, unterhaltsam und zeichnet ein lebhaftes Bild einer sehr bewegten Zeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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