Sophie darf mit ihrem Vater und dessen neuer Lebensgefährtin Corinna Urlaub in Bayern machen. Während die beiden Erwachsenen zum Golfen und Wandern gehen, hat sich Sophie im benachbarten Stall zu einem Kurs für das Kleine Hufeisen anmelden. Leider ist der Stall im Vergleich zur Reitschule Himmelwiese schrecklich: die Pferde sind unterernährt und schlecht gepflegt, der Stall dunkel und ungelüftet, das Sattelzeug passt nicht, und sowohl der Reitlehrer, als auch seine Angestellte haben kaum Ahnung von korrektem Reiten und Pferdehaltung. Der Reitlehrer, dem der Stall und die Pferde gehören, will mit dem Ferienkurs das schnelle Geld machen und Sophie muss sich mit den anderen Mädchen irgendwie durch den Kurs schlagen. Außerdem verliebt sie sich in das Haflingerfohlen Charly und gerät außer sich, als sie erfährt, dass Charliy am Ende der Touristen-Saison geschlachtet werden soll.
In diesem Buch geht Frau Gohl auf 2 weitverbreitete Probleme ein:
1. die zum Teil unglaublich schlampig geführten Reitställe in den Urlaubsorten, wo nur das schnelle Geld auf Kosten der Tiere und Reitschüler gemacht wird und
2. auf die ungeplante Vermehrung der Haflinger-Fohlen in Österreich/Süddeutschland (oder Freiberger-Fohlen in der Schweiz), die letztendlich nur dazu dient, dass während der Urlaubssaison die Touristenkinder "oh wie süß" schreien und etwas zum Streicheln haben. Am Ende der Saison wandern diese Fohlen dann zum Schlachter, da sie a) überzählig sind und b) meist nicht dem Zuchtziel entsprechen.
Pferdezucht erfordert Planung! Alles andere ist nur ungeplante Vermehrung! Durch diese werden die Preise für die "richtigen" Haflinger, die mit Überlegung und Fachkenntnis gezüchtet wurden verdorben. Das "Retten" der Billig-Fohlen, sprich "Aufkaufen" unterstützt dies auch noch! Das ist vergleichbar wie das Kaufen und "Retten" der sogenannten Kofferraum-Hundewelpen, die billig aus Polen nach Deutschland geschmuggelt werden, damit der "echte" Rassehund nur die Hälfte kostet!
Das Buch ist somit sehr realistisch geschrieben, es läuft nicht immer alles rund im Leben wie in vielen anderen Pferdbüchern, wo die Helden jedes Problem sofort lösen und immer und überall erfolgreich sind. Pferde sind keine "Wundertiere", sondern eben "nur" Tiere.
Die Sophie-Reihe ist unbedingt zu empfehlen!
Die Reihenfolge sollte dabei aber eingehalten werden, damit man die Pferde und Charaktere richtig kennenlernt und eventuelle Rückblicke auf vergangene Ereignisse besser nachvollziehen kann.