Nun scheint Christiane Gohl die Julia-Serie also abgeschlossen zu haben, denn mit Sophie beginnt eine neue Serie wiederum mit einer zu Beginn 11-jährigen Protagonistin.
Wenn die Geschichte auch zunächst hanebüchen klingt, so gibt es sie leider wirklich: die Eltern, die ohne einen Anflug von Ahnung ihrem Kind ein Pferd kaufen und es dann damit alleine lassen. Häufig ist es dann noch ein Mitleidskauf, was die Tiere im Regelfall im Umgang noch schwieriger macht - insofern hat Sophie mit Sahne noch Glück gehabt. Christiane Gohl zeigt unterhaltsam und realistisch, dass es trotzdem so nicht klappen kann.
Sophie ist eine sympathische Hauptperson, die nicht völlig einseitig auf Pferde fixiert ist, sondern in der Musik ein weiteres intensives Hobby hat. Ihr fliegt nicht alles zu, sie kämpft mit den Problemen eines Scheidungskindes.
Obwohl auch Julia zu Beginn ihrer Serie 11 Jahre alt war habe ich doch den Eindruck, dass Sophie auf ein etwas jüngeres Leserpublikum abzielt. Julia wurde zwar auch von meiner anfangs 11jährigen Nichte gerne gelesen, begeistert aber nach meiner Einschätzung eher jugendliche und auch erwachsene Leser. Die Sophie-Geschichten wirken auf mich etwas einfacher und geradliniger, obwohl die Seitenzahl ähnlich ist. Ich würde zumindest die ersten beiden bisher gelesenen Bände wirklich als Kinderbücher ab 10 einordnen. Sie haben mir als erwachsenem Leser zwar gefallen, aber aus der Distanz, die Geschichte hat mich nicht gefühlsmäßig angesprochen, dazu ist sie zu sehr auf die Altersgruppe zugeschnitten. Als Kinder-/Jugendbuch ist es aber sehr gelungen, den fünften Stern vergebe ich nur im Vergleich zur für mich noch besseren Julia-Serie nicht. Andere gängige Jugendpferdebuch-Serien schlägt aber auch Sophie noch um Längen.