Der Sony PS-LX 300 USB wird sowohl unter Windows XP als auch unter Linux (Ubuntu 10 und 11) als USB-Audioquelle erkannt, ohne das Treiber installiert werden müssen. Die mitgelieferte Software ist zweckmäßig, die Bedienungsanleitung gut verständlich. Das Gerät funktioniert unter beiden Betriebssystemen auch mit der Freeware Audacity, die funktional umfangreicher ist als die Sony-Software. Der Signalpegel lässt sich bei der Aufnahme weder am Plattenspieler noch in am Computer regeln und ist (mindestens bei 33 Umdrehungen) relativ niedrig eingestellt. Die Aufnahmen müssen deshalb anschließend lautgerechnet ("normalisiert") werden, was zu Qualitätseinbußen führt.
Insgesamt handelt es sich um einen Plattenspieler in einfachster Ausführung, den wir vor 20 Jahren vermutlich nicht mit der Kneifzange angefasst hätten. Das Gerät kann mit meinem 30 Jahre alten 250-Mark-Technics weder mechanisch noch klanglich mithalten. Die Start/Stop-Tasten machen einen labbrigen Eindruck, der Plattenteller ist sehr leicht, der Tonarm lässt sich nicht verriegeln und ist bei Lieferung mit einem Tütendraht(!) gesichert. Immerhin ist ein Lift für den Tonarm vorhanden, was offenbar heute auch nicht mehr selbstverständlich ist. Der Höreindruck digitalisierter Aufnahmen ist so unbefriedigend, dass das Gerät für den Anschaffungszweck (Digitalisierung der Plattensammlung) unbrauchbar ist. Insbesondere ist so deutlich Rumpeln zu hören, so dass man die Aufnahmen anschließend nicht hören möchte. Vielleicht hätte ich mir das hier vorher durchlesen sollen: http://wiki.audacityteam.org/index.php?title=USB_turntables#Alternative_solutions
Ich probiere es jetzt noch mal mit meinem alten Plattenspieler und einem regelbaren Phono-Vorverstärker mit USB-Ausgang. Die Digitalisierung ist schließlich insgesamt so zeitaufwendig, dass man das nicht zweimal machen möchte.