Verarbeitung
Die Kamera ist insgesamt sehr gut verarbeitet. Obwohl bei der Herstellung nur Kunststoff verwendet wurde, sieht sie sehr hochwertig aus. Durch die Gummierung des Griffs an der rechten Seite der Kamera lässt sie sich sehr sicher und rutschfest halten.
Die einzige Schwachstelle bei der Verarbeitung sind die Abdeckungen des USB, HDMI und Mikrofonanschlusses. Die wirken billig und lassen sich auch nicht wirklich gut öffnen.
Bedienung
Die Grundlegende Bedienung funktioniert genauso wie bei den meisten Kameras. Über ein Wahlrad stellt man zunächst den Modus ein, in dem man fotografieren möchte. Dann können (abhängig vom Aufnahmemodus) über das Menü weitere Einstellungen vorgenommen werden (z.B. die Einstellung des ISO Werts). In den manuellen Aufnahmemodi können die Werte für Blendenzahl und Belichtungszeit über ein weiteres Wahlrad eingestellt werden.
Die Bedienelemente an der Kamera sind fast alle so platziert, dass sie während des Fotografierens ohne umgreifen bedient werden können. Die einzige Ausnahme ist die Abblendtaste (Schärfentiefetaste), die sich an der rechten Seite der Kamera unter dem Objektiv befindet und erst nach einiger Eingewöhnungszeit halbwegs angenehm zu bedienen ist.
Der größte Unterschied zu anderen Kameras ist der elektrische Sucher. Er ermöglicht unter anderem, dass im Sucher, zusätzlich zum eigentlichen Bild, weitere Informationen eingeblendet werden können. Dazu gehören die aktuell eingestellte Blendenzahl und die Belichtungszeit.
Auch das Histogramm kann angezeigt werden. Nach der Bildaufnahme hat man außerdem die Möglichkeit das Aufgenommene Bild direkt im Sucher zu überprüfen. So ist es möglich ganze Bildreihen aufzunehmen, ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen. Das finde ich sehr praktisch.
Eine weitere, nützliche Eigenschaft des elektrischen Suchers ist, dass er das Bild genau so anzeigt wie es später aufgenommen wird, inklusive aller eingestellter Bildeffekte.
Bildqualität
Die Qualität der Fotos ist, selbst mit dem Kit-Objektiv, das die Fähigkeiten der Kamera nur im Ansatz ausnutzt, sehr gut.
Der sehr schnell und treffsicher arbeitende Autofokus sorgt dafür, dass auf den Bildern immer die Bereiche scharf sind die scharf sein sollen.
Durch den Bildstabilisator, der sich hier übrigens, im Gegensatz zu vielen anderen Kameras, in der Kamera selbst und nicht im Objektiv befindet, kommt es nur bei sehr falschen Einstellungen zu Bildverwacklern.
Bildrauschen tritt bis zu einem ISO-Wert von 1600 praktisch nicht auf. Bei einem Wert von 3200 hält es sich auch noch in Grenzen. Benötigt man eine noch höhere Lichtempfindlichkeit empfiehlt sich die Nutzung des Modus 'Handgehalten bei Dämmerung'. Hier werden mit hoher Lichtempfindlichkeit sechs Bilder direkt hintereinander aufgenommen. Aus diesen sechs Bildern wird dann ein Bild berechnet, aus dem das Rauschen weitestgehend entfernt ist. Das funktioniert erstaunlich gut.
Videofunktion
Videos nimmt die Kamera im AVCHD oder MP4 (h.264) Format in einer Auflösung von 1080i auf. Laut Anleitung beträgt die maximale Aufnahmelänge für ein Video 29 Minuten. Aufgrund der hohen Wärmeentwicklung bei der Videoaufnahme muss die Kamera dann erst abkühlen bis weitere Videos aufgenommen werden können.
Die Qualität der Videos ist gut. Bei schlechten Lichtverhältnissen kommt es aber zu Bildrauschen, und bei sehr schnellen Kameradrehungen verwischt das Bild etwas. Ansonsten ist die Aufnahmequalität aber sehr in Ordnung.
Allerdings werden bei Verwendung des internen Mikrofons die Geräusche des Autofokus und des Bildstabilisators mit aufgenommen, was bei ruhigen Aufnahmen stört. Falls ruhige Szenen aufgenommen werden sollen, sollte also besser ein externes Mikrofon genutzt werden.
Fazit
Die Sony SLT-A35K ist, vor allem in der Klasse der Einsteigerkameras, sehr zu empfehlen. Eine echte Schwachstelle konnte ich beim Test nicht feststellen. Die sehr gute Bildqualität, die Videofunktion, der riesige Funktionsumfang und die gute Verarbeitung und Bedienung machen die Kamera zu einer echten Alternative zu den klassischen Einsteigerkameras von Canon oder Nikon.