Das Sony Tablet P ist schon bauartbedingt ein wirklich exotisches "Tablet". 2 klappbare Displays sollen ein taugliches Tablett darstellen? Ja, das tun sie; da kann ich beruhigen.
Die technischen Daten stehen auf der Sony Seite und zum Android-Tablet-Betriebssystem will ich hier auch keine Worte verlieren: Da gibt's ja mehr als genug Rezensionen die sich damit auseinandersetzen. Daher geht's hier ausschliesslich um das Tablet selbst.
Das Tablet P ist mit seinen beiden 5,5 Zoll Displays schon zugeklappt deutlich grösser als ein Brillenetui. Der silberblaue Farbton der Gehäuseschale steht in angenehmen Kontrast zum restlichen schwarzen Gehäuseteil. Das Gerät sieht live nicht nur hochwertig aus, sondern fühlt sich glücklicherweise auch genau so an. Es ist relativ schwer, liegt sowohl zu- wie auch aufgeklappt sicher und gut in der Hand und fühlt sich stabil an.
An der rechten Seite befinden sich sämtliche "echten" Tasten und Anschlüsse: An/Aus-Schalter, Laut-/Leise-Wippe, USB-Buchse (kein aufladen über USB!), Ladebuchse (Ladegerät wird mitgeliefert), Lade-LED und eine kleine Öffnung die das Mikrofon sein wird (das Tablet P hat auf jeden Fall ein Mikrofon da z.B. Shazam (Musikerkennung) prima mit dem Gerät funktioniert!).
An der linken Seite ist nur eine kleine Öffnung für den integrierten Lautsprecher womit wir bei Mangel Nr. 1 sind: Der Lautsprecher ist 'ne Lachnummer! Wie ausgerechnet Sony so einen Müll verbauen kann ist für mich nicht nachvollziehbar. Aktuelle Smartphones wie das Xperia ARC S oder das Xperia Play zeigen wie gut kleine Lautsprecher wirklich sein können... und dann findet man im Sony Tablet P so einen Schrott. Für Systemtöne etc. reich das Ding aus... mehr aber nicht. Vielleicht kann man als findiger Bastler den Lautsprecher gegen was besseres tauschen - werde ich aber wohl erst nach der Garantie testen ;-)
Auf der Außenseite des Gerätes befindet sich eine 5MP Kamera ohne LED-Blitz mit der man photografieren und filmen kann. Die Qualität ist ganz gut, reicht bei Tageslicht aus, ist für mich aber eine nebensächliche Funktion da ich das Tablet P nicht als Photoapparat gekauft habe :-)
Auf der unteren Front des Gerätes befindet sich ein Kopfhöreranschluss (3,5mm Standard) und ein sehr sehr schönes Detail, das in den meisten Testberichten die ich persönlich bis dato gesehen habe leider NICHT aufgeführt ist: Die Griffmulde in der Front in die man fasst um das Gerät bequem aufzuklappen enthält fast über die gesamte Länge einen versteckten LED-Streifen der als Benachrichtigungs-Led für diverse Dinge funktioniert: z.B. für neue Emails, Kalenderalarme, leere Batterie, ablaufende Ebay-Auktion, Bluetooth aktiv, kein Netz usw. Mittels des Programms "LightFlow" lässt sich die LED prima und flexibel anpassen: Man kann einstellen ob es blinkt, in welcher Frequenz es blinkt, Dauerlicht und erfreulicherweise auch verschiedene Farben!
Das finde ich persönlich super: So sieht man auch wenn das Gerät zugeklappt ist prima ob es etwas von einem will oder ob irgendeine Nachricht wartet oder schlicht ob sich der Akku dem Ende neigt. Der LED-Streifen ist ca. 4cm breit.
Die Lade-LED auf der rechten Seite des Gerätes teilt beim Aufladen ebenfalls den Status mit: Orange = lädt, grün = aufgeladen
Die Lade-LED lässt sich via o.g. Programm übrigens auch mit ansprechen. Die habe ich ebenfalls auf rot eingestellt wenn der Akku schwach ist. Das ist sehr praktisch wenn das Tablet P in einer Schutzhülle steckt; dann sieht man die Front logischerweise nicht aber die Lade-LED teilt evtl. schon mal mit, das der Kleine wieder Strom haben will :-)
A pros pos Schutzhülle:
Nach Probe anderer Hüllen kann ich nur sagen: Kaufen Sie lieber gleich das Original Sony Etui. Es ist mit 40 Euro nicht ganz billig ist aber schlicht und ergreifend das Beste! Das Tablet P passt vernünftig rein, die Hülle sitzt wie angegossen, ist ausreichend gepolstert und gut verarbeitet - und schliesslich sollte man nicht sparen um ein 599,- Euro Gerät zu schützen.
Die anderen Hüllen die ich getestet habe... naja, da hätte ich auch 'n Socken drüber ziehen können. Ergo klare Empfehlung für das Original Sony Täschchen. Zur Sony Ledertasche kann ich nichts sagen, die habe ich nicht getestet.
Die Simkarte wird im oberen Bereich des Tablets eingelegt, Akku und Speicherkarte im unteren. Wie? Ganz einfach: Diese silberblaue Schale des Gerätes lässt sich komplett entfernen! Die untere Schale ist dabei mit zwei kleinen Arretierungen gesichert die man hinten im Gehäuse mit dem Fingernagel erst eindrücken muss um sie zu lösen. Danach hat man Zugang zum austauschbaren(!) Akku und der Speicherkarte (micro-SD). Eine 2GB-Karte wird mitgeliefert.
Die Obere Schale wird durch Druck auf die Schale nach vorne abgezogen und sitzt nicht so bombenfest wie der untere Teil. Das stört mich persönlich ein bischen, ist aber klagen auf hohem Niveau.
Viel schlimmer ist die Tatsache, das die Schale doch sehr kratzempfindlich ist, obwohl seidenmatt (glücklicherweise kein Hochglanzkunststoff). Die Schalen kann man übrigens austauschen: Es gibt sie bei Sony in weiß und schwarz zu kaufen um das Tablet dem eigenen Geschmack auch äußerlich anpassen zu können. Ein paar mehr Farben wären sicherlich auch schön gewesen; wobei es mit Sicherheit kein Problem ist, die Dinger einfach zu lackieren.
Übrigens findet sich auf dem Gehäuse auch das kleinen Playstation-Logo mit diesen 4 Symbolen die man auch auf dem Controller der Playstation findet, denn das Tablet P ist auch Playstation certified.
Es ist auch ein Spiel dabei: Crash Bandicot aus Playstation 1 Zeiten... die Bedienelemente werden auf dem Display eingeblendet... aber hier gilt - wie bei allen Touchscreengeräten - es gibt doch nichts über echte Taste und Sticks. Also das ist mit einer PSP, einem Xperia Play, einem Playstation 3 Controller oder eben der Playstation Vita doch deutlich(!) besser in der Handhabung als virtuelle Felder auf einem Bildschirm.
Am hinteren Gehäuseteil befindet sich rechts übrigens auch wieder die bei japanischen Geräten beliebte (und sinnvolle) Öse für eine Trageschlaufe. Finde ich auch sinnvoll um das Gerät zusätzlich abzusichern wenn man es in der Hand hält. Eine Trageschlaufe war bei mir nicht dabei, aber die kosten fast nichts und man kann jede x-beliebige nutzen (z.B. von den Nintendo-Wii-Controllern, den Playstation-Move-Controllern usw.), man sollte vielleicht nur nicht den billigsten Müll kaufen: Die Schlaufe soll ja nicht gleich beim ersten Ruck reissen während man mit Herzstillstand hilflos mit ansehen muss wie das Tablet P sich dem Rendezvous mit dem Betonboden nähert :-)
Aufgeklappt sieht man sich einer grossen, glänzenden schwarzen Fläche gegenüber die nur durch eine zweite Kamera im oberen rechten Gehäuseteil zart unterbrochen wird.
Also wer gerne Fingerabdrücke sammelt: Hier kann man sich ein Ablum anlegen ;-) Das bemängel ich aber nicht wirklich da darunter leider fast alle Touchscreengeräte leiden.
Erfreulicherweise ist das Gerät auch gut ausbalanciert: Auch wenn das obere Display schräg nach hinten geklappt ist fällt das Gerät nicht um. Natürlich muss man es festhalten wenn man auf dem oberen Display etwas antippen will und das Gerät nur lose auf dem Tisch steht - aber das ist logisch. Auf diesem Planeten gibt es eben eine gewisse Physik :-)
Während des Einschaltens wird man von einer kleinen Animation unterhalten: Goldene glühende Bänder die sich bewegen. Danach richtet man das Tablet ein und los geht's.
Es sieht anfangs wirklich etwas komisch aus den Android-Desktop auf 2 Bildschirme verteilt zu haben. Das Tablet P reagiert erfreulich schnell auf alle Eingaben und die Auflösung der beiden Displays ist erfreulich gut. Bei einer noch höheren Auflösung bedürfte es sonst wohl einer Lesebrille.
Die Darstellungsqualität der beiden LCD-Displays ist sehr gut! Im Gegensatz zu den OLED- und AMOLED-Displays ist die Farbwiedergabe der LCDs deutlich natürlicher und angenehmer!
Das untere Display erscheint mir einen kleinen Tick dunkler... das soll aber wohl ein Tribut an das Strommanagement sein und wirkt sich im Alltag nicht störend aus. Ein kleiner Alltagstip: Beim Hintergrundbild für den Ausgangsbildschirm sollte ein Bild gewählt werden bei dem das Hauptobjekt nicht unbedingt zentral in der Mitte zu sehen ist da es aufgrund der zwei Displays in der Mitte hübsch unterbrochen wird durch den schwarzen Balken des Gehäuserandes. Das ist aber ein rein ästhetisches Problem, nichts weiter.
Sony selbst liefert diverse angepasste Programme mit, die die beiden Bildschirme sinnvoll nutzen. Bei Texteingaben wird im kompletten unteren Bildschirm immer die Tastatur eingeblendet. Ich mag virtuelle Tastaturen nicht so gerne, aber diese ist angenehm groß um darauf mit den Daumen (ähnlich wie beim Blackberry) vernünftig schreiben zu können. Auf einem 10" Zoll Tablett geht das nicht wirklich. Für das Musik- oder Videoprogramm sollten aufgrund des miserablen Lautsprechers zwingend eigene, gute Kopfhörer benutzt werden. Über den Kopfhörerausgang macht das Baby dann alles wett: Sony typisch guter klang mit ausreichend Reserven um normale Ohrhörer ausreichend laut zu betreiben.
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