Ich nutze diese Linse nun seit einer Woche und konnte sie in diesem kurzen Zeitraum bereits relativ ausführlich testen. Doch bevor ich zu einem kurzen Erfahrungsbericht komme, will ich erst meine eigenen Erwartungen und Vorraussetzungen kurz erläutern:
Ich habe erst vor kurzem (ca. 1 Jahr) mit der Fotografie angefangen. Als Student mit mehr oder weniger knappem Budget bevorzuge ich also eher die günstigeren Produkte und bin nun dabei, mir nach und nach einen kleinen Fundus an Objektiven und Zubehör zusammen zu kaufen. Als Kamera nutze ich eine Alpha 200 mit der Kit-Linse, ein gebrauchtes Sigma 75-300 APO kann ich auch schon mein eigen nennen. Nun stand also noch eine Portrait-Festbrennweite auf meiner Wunschliste. Schnell stellte sich heraus, dass das Sony SAL50 F1.4 meine finanziellen Möglichkeiten sprengt, also schaute ich mich nach günstigeren Alternativen um. Oft genannt werden dann die "alten" Minolta-Modelle AF50 1,4 und 1,7. Preislich liegt zumindest das letztere im vergleichbaren Rahmen mit dem SAL50 F1.8.
So musste ich mich zwischen den beiden Modellen entscheiden. Nachdem ich dann aber das aktuelle Sony beim Händler ausprobieren konnte, war für mich klar, dass das Minolta keine Chance mehr haben würde.
Denn - und damit komme ich nun zu meinen Erfahrungen - das aktuelle Sony-Objektiv ist einfach klasse. Der Autofokus arbeitet schnell und sauber und lag bis jetzt auch immer richtig (keine Probleme mit Backfocus). In einigen Testberichten wird bemängelt, er arbeite zu laut. Für mein Empfinden kann ich das nur teilweise bestätigen. Man hört ihn, und man hört ihn auch mehr, als den der Kit-Optik, aber ich empfinde es weder als störend noch als großes Manko des Objektives im Allgemeinen.
Des weiteren wird die Ausführung aus Plastik (auch des Bajonettes) bemängelt. Ich kann darin aber auch keinen großen Nachteil erkennen. So ist das Objektiv relativ leicht gehalten, was ich eher als vorteilhaft empfinde. Und wer seine Ausrüstung pfleglich behandelt und beim Objektivwechsel entsprechende Vorsicht walten lässt, der wird auch mit einem Plastik-Bajonette keine Schwierigkeiten haben.
Kommen wir zur optischen Leistung der Linse: Auch wenn es sich eigentlich um eine Porträtlinse handelt, habe ich sie bis jetzt überwiegend für Nachtaufnahmen verwendet. Die Brennweite verhindert dann ein "Umfallen" der abgelichteten Gebäude und die große Lichtstärke erlaubt relativ kurze Belichtungszeiten, was besser für den Sensor ist (ein Stativ ist trotzdem unerlässlich). Leicht abgeblendet (ca. F2.8) erzielt die Linse - egal ob in der Nacht oder bei Personen-/Porträtaufnahmen - klasse Ergebnisse.
Ich habe, abgesehen vom Standardzoom keine direkte Vergleichsmöglichkeit, aber die Festbrennweite schlägt die Kit-Linse um Längen. Und dabei beziehe ich mich vor allem auf den subjektiven Eindruck beim Betrachten der Bilder. Details wie Vignettierung, Randabschattung u.ä. lassen sich doch eher im Testlabor vergleichen, daher erlaube ich mir dazu hier keine Meinung.
Fazit: Sehr gute Festbrennweite für alle, die ein wenig auf's Geld achten müssen. Der "alten" Minolta definitiv überlegen und daher vor allem eine Alternative für all diejenigen, die sich eine gebrauchte Minolta-Optik zulegen wollen / wollten.