18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nahezu perfekt, 11. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Sony SAL-70200G 2,8 G / 70-200mm Sony Objektiv der G-Serie (Elektronik)
Nachdem ich mit meinem 70-400 einige Situationen hatte, in denen die Lichtstärke 4-5.6 nicht ausreichte, musste ein lichtstarkes Tele her.
Es gibt deutlich preiswerteres von Sigma und Tamron; dies erkauft man sich aber zuweilen mit starken Kompromissen - sowohl hinsichtlich der Qualität, als auch hinsichtlich der Fähigkeiten und Features.
Nach etlichen "Test"-Bildern aller Bereiche (Natur, Landschaft, Sport, Tiere, Architektur) kann ich fast nur positives zur Bildqualität sagen. Farbe, Kontrast und Schärfe sind beeindruckend. Selbst bei Offenblende stellte ich keine negativen Punkte an den Bildern fest. Die in einigen Foren bemängelte "Out-of-Fokus" Schwäche bei Offenblende im unteren Zoombereich kann ich nicht nachvollziehen - vielleicht eine Einschränkung für den Profi in gewissen Bereichen.
Der Autofokus ist sehr leise, beeindruckend schnell, und sehr präzise. Es gibt einige Einstellmöglichkeiten, sowohl für den Fokusbereich, als auch hervorragend platzierte Fokus-Lock Tasten, die ungemein hilfreich sind.
Ebenso durchdacht ist das kleine "Schiebefensterchen" an der Gegenlichblende, die das Arbeiten mit einem optinalen Polfilter vereinfacht.
Hier meine Pro's und Con's in Stichworten:
++ Verarbeitungsqualität
++ Haptik
++ Bildqualität
++ Leiser und schneller Autofokus
++ Innenfokussierung
++ Länge bleibt über den Zoombereich gleich
++ Fokus-Lock Tasten super ergonomisch angeordnet
++ Gegenlichtblende mit Filterfensterchen
- Bedienringe sehr staubanfällig
-- Keine Dichtungen gegen Feuchtigkeit (sollte in dieser Preisklasse "State-of-the-Art" sein, analog der Canon "L" Serie zB)
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5.0 von 5 Sternen
Das isses!, 9. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Sony SAL-70200G 2,8 G / 70-200mm Sony Objektiv der G-Serie (Elektronik)
Das befriedigende Ende einer erschöpfenden Suche: Dieses Objektiv ist zwar nicht günstig, aber dafür eines der besten Foto-Teile, die ich je benutzt habe.
Vorgeschichte: Nachdem ich 20 Jahre an einer analogen Nikon stets ein lichtstarkes 70-210mm bzw 80-200mmm hatte, testete ich bei meiner neuen Sony SLT-A 77, ob ich auch mit einem lichtschwachen Standard-Telezoom auskommen würde. Nach extrem unbefriedigendem Verhalten, schlechtem Handling und sehr mauen Ergebnissen mit einem günstigen Exemplar eines Drittanbieters wurde mir klar, dass es wieder ein 2,8 werden musste.
Stufe 1: Tamron. Das 70-200 glänzt in Tests durch optische Qualität und im täglichen Leben dadurch, relativ leicht zu sein und eine Nahgrenze von nur 95cm aufzuweisen. Das fehlen des optischen Stabilisators ist bei den Alphas kein Nachteil, dort bewegt sich ja der Chip. Nur: Der Autofokus ist langsam und funktioniert kaum, sobald die Lichtverhältnisse etwas schlechter sind. Er nudelt über die Schärfeebene hinweg und wieder zurück, immer den ganzen langen Weg von 95cm bis unendlich, denn begrenzen lässt sich der Weg nicht. Per manuellem Fokus lässt sich nur eingreifen, wenn man den kompletten Fokusring mit relativ viel Kraftaufwand zu sich zieht ("Klack") und hat dann einen extrem kurzen Fokusweg - also ich habe damit nicht ein einziges Mal genau die richtige Schärfeebene getroffen. Bei Blende 2,8 und 200mm (mit Crop quasi 300) muss die Fokussierung aber genau stimmen, viel Tiefenschärfe gibt es da ja nicht. Also zurück mit dem Ding.
Stufe 2: Sigma. Die Tests legten Nahe, das "größere" zu nehmen - der Ultraschallmotor wurde gelobt, die optische und haptische Qualität sowieso. Der Stativring bei Sigma ist schon immer Top: Stabil, rutschfest, angesetzt abnehmbar. Ich kapiere nicht, warum sich das die anderen Hersteller nicht abschauen. Schwerer ist es, es kostet das doppelte, die Naheinstellgrenze von 140cm geht in der Praxis noch - bei 180cm ist man nur am fluchen, das kannte ich noch von früher.
Der Autofokus ist deutlich schneller, das Gerät dabei leiser, findet auch häufiger die Schärfe als das Tamron. Aber dann kommt reproduzierbar diese Unmöglichkeit: Der Autofokus stellt BEINAHE scharf und pumpt sich dann viertelmillimeterweise an den ganz scharfen Punkt ran. Sst-sst-sst-sst-sst-sst-sst-sst-sst-sst-sst. Mal zwei, mal fünf, sogar über zehn Sekunden lang. Dann ist es endlich scharf und die Kamera löst aus. Kaputtes Objektiv? Nein! Das eilig von einem andern Amazon-Händler hinterherbestellte Ersatzobjektiv verhält sich genauso.
Das manuelle Eingreifen funktioniert zwar besser als beim Tamron, aber richtig gut auch nicht. Über 1000 Ocken und dann sowas? Nee, sorry, das macht keinen Spaß.
Also der saure, weil erneut fast doppelt so teure Apfel.
Stufe 3: Das Sony SAL-70200G 2,8. Ich packe das Teil aus und denke: "Najaaaa, sooo viel toller ist es jetzt auch nicht". Dann ist's an der Kamera, ich drücke auf den Knopf und raffe erst gar nicht, warum die Kamera sofort auslöst: Der leise Motor hat schneller fokussiert, als die vorigen Objektive überhaupt kapiert haben, was ich von ihnen will. Ich richte das Objektiv auf die weiße Wand, um das manuelle Eingreifen zu simulieren: Genau so will ich das. Durch die spiegelnde Scheibe teste ich den Fokusbegrenzer von 3m-unendlich: Perfekt. Nahgrenze 120cm, ein kleines Schiebetürchen in der Gegenlichblende, um bequem den Polfilter verdrehen zu können - da waren offensichtlich Berufsfotografen am Design beteiligt.
Schatten gibt's auch: Ich habe jetzt eine staub- und spritzwassergeschütze Alpha mit einem ungedichteten Objektiv dran, dass anderthalb mal soviel kostet. Sehr witzig. Der Auflagefläche des Stativrings ist unten so glatt, dass ich ihn auf keine meiner drei Wechselplatte rutschfrei draufkriege, auch wenn ich noch so hart anziehe: Sobald die Kraft etwas größer wird im Eifer des Gefechts, sitzt das Objektiv samt Kamera schief auf dem Stativ. Ich werde so eine Gummi-Lösung draufpinseln, vielleicht geht das.
Dafür ist das Ding optisch - soweit ich das nach drei Wochen Urlaub mit zwei Safaris erkennen kann - über die meisten Zweifel erhaben. Der Fehlfokusanteil ist sehr gering - selten mal knapp daneben. Dafür beim senkrechten Hochreißen einen Kranich (Achtelfläche des Bildes) gegen den hellen Himmel so getroffen, dass die 25 Megapixel nicht mehr ausreichen, die Struktur der Federn darzustellen. Bei solchen extremen Motiven sieht man dann auch die chromatische Abberation bei offener Blende und natürlich stärker zum Rand hin - bei der heftigen Pixeldichte kommen dann auch mal schnell ein bis knapp drei grüne bzw. lila Pixel zusammen. Abblenden hilft.
Schärfe, Kontraste auch im Gegenlicht: Toll. Verzeichnung? Was ist das? Ach, und Bokeh: Vorbildlich. Ich habe ein hängende Schmetterlingsraupe vor dem eigentlich unruhigen Wald wegen der Tiefenschärfe mit Blende 5,6 fotografiert: Knackscharf und der Hintergrund sieht aus wie vom Hintergrunddesigner. Mit 2,8 kommen einem die Tränen, so schön ist das. Der Hammer bei Portraits.
Ich hatte noch nie in einem Urlaub so häufig das Telezoom drauf - und wenn mal die Blätter im Vordergrund den Autofokus verwirren, ist es ein Vergnügen, selber Hand anzulegen.
Der perfekte Begleiter zur für mich besten Kamera.
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