Ich bin kein Ego-Shooter Fan... Nein, beileibe nicht.
Aber Resistance 3 hat mein Interesse geweckt. Viele positive Bewertungen von sowohl der Fachpresse, alsauch von Seiten der Kunden
ließen mich auf dieses Spiel aufmerksam werden.
Als dann auch der Preis erheblich fiel habe ich den Versuch gewagt und mir Resistance 3 bestellt.
Es war die absolut richtige Entscheidung.
Da ich keinen der Vorgänger gespielt hatte, habe ich mich online noch etwas über die Vorgeschichte schlau gemacht,
aber selbst das wäre unnötig gewesen.
Grafik:
Optisch ist dieses Spiel eine feine Sache. Die Texturen sind scharf und die Animationen flüssig.
Trotzdem geht das etwas besser. Hin und wieder wirken einige Umgebungen sehr kahl und steril. Bei der Anzahl der Texturen, die ja wie erwähnt gut sind,
hat man sich etwas zu sehr zurückgehalten. Alles wirkt etwas einfarbig. Viele Umgebungen wirken ähnlich.
Diese kleinen Fehler trüben die gute grafische Performance von Resistance 3 jedoch nur wenig und sind in der Hitze des Gefechts schnell vergessen.
Sound:
Sehr ordentlich. Die deutsche Sprachausgabe ist super und die Waffen donnern und knallen gewaltig.
Echte Musik gibt es allerdings etwas wenig.
Spielmechanik:
Hier kann Resistance 3 einige Pluspunkte sammeln.
Viele der Chimären haben besondere Waffen und agieren klug auf dem Schlachtfeld, sodass stumpfes Dauerfeuer nur sehr begrenzten Erfolg verspricht.
Bei der Wahl eurer eigenen Waffe solltet ihr bedenken, dass diese in der Stärke um 2 Level steigen kann, wenn ihr sie häufig genug einsetzt.
Ihr müsst die Waffe aber dennoch immer wieder mal wechseln, weil euch bei der bevorzugten Wumme die Munition ausgeht.
Dadurch kommt eine weitere strategische Note hinzu.
Weitere Abwechslung gibt es durch die verschiedenen Aufgaben und das variantenreiche Gegnerdesign.
Mal müsst ihr eine Energiezelle durchs Kreuzfeuer schleppen, Saft abdrehen oder einfach nur die Scharfschützen ausschalten.
Die Gegner sind dabei mal klein und hüpfen in der Gegend herum, um euch aus der Ferne zuzusetzen.
Ein anderes mal ist der Feind turmhoch und bewegt sich zackig auf euch zu um euch mit seinem "Was-auch-immer" zu Brei zu kloppen.
Ihr werdet keinen Spaß dabei haben... Naja, eigentlich doch... Ach! Ihr wisst doch, was ich meine!
Durch die clevere Spielbarkeit, die von einer butterweichen Steuerung unterstützt wird, hebt sich das Spiel wohltuend vom Shooter-Einheitsbrei ab.
Story:
Für mich gibt es bei der Geschichte ganz klar am meisten zu meckern.
Ich werde hier nichts spoilern, aber lasst euch folgendes gesagt sein:
Über einen Großteil des Spiels seid ihr nur von Kampf zu Kampf unterwegs, die Story tritt dabei in den Hintergrund.
Sie ist uninspiriert, vorhersehbar und leidet an Strukturschwächen. Die Verzahnung von Gameplay und Geschichte funktioniert nicht wirklich so,
wie sie sollte. Erst gegen Ende wird das [zum Glück dann erheblich] besser.
Atmosspähre:
In meinen Augen der mit Abstand stärkste Punkt des Spiels.
Die, durch den Krieg mit den Chimären, fast vollständig zerstörte Spielwelt übt einen unglaublichen Reiz aus.
Alles wirkt kalt, rau und unangenehm, aber dennoch voller Hoffnung.
Die verbleibenden Menschen sammeln sich, um sich zu verteidigen. Sie teilen einen unerschütterlichen Glauben.
Den Glauben an eine bessere Zukunft. Es ist schön und schrecklich zugleich.
Die Kirsche auf der Torte ist jedoch Hauptcharakter Joseph Capelli.
Er ist kein zuckendes Fadenkreuz, sondern ein Mensch.
Und zwar ein Mensch mit Fehlern, mit Sorgen, mit Ängsten, mit Hoffnung, mit Mut und mit einem Auftrag.
Er bringt den Spieler dazu, dass er sich mit ihm beschäftigt und sich für ihn interessiert.
Das Schicksal und der Kampf von Joe Capelli gehen einem nah.
Es werden Emotionen bezüglich des Hauptprotagonisten erzeugt.
Und das ist bei einem Ego-Shooter wirklich nur ganz selten der Fall.
Umfang:
Mit 8-12 Stunden je nach Skill ist der Umfang zwar nicht übermäßig groß, aber für eine Ego-Shooter Kampagne doch sehr ordentlich.
Zudem gibt es einen sehr guten Online-Mehrspielermodus, der einge Stunden bei der Stange hält.
Fazit:
Ich bin wirklich sehr froh, dass ich Resistance 3 eine Chance gegeben habe.
Das Spiel ist kein Ego-Shooter unter vielen Anderen, sondern ein liebevoll prästentierter, gut spielbarer Titel, der richtig Spaß macht und auch
Emotionen erzeugt.
Die schwache Geschichte wird vom sehr, sehr, SEHR straken Joseph Capelli wieder rausgerissen.
Ich war fast versucht, 5 Sterne zu vergeben, aber dafür stören die Fehler, Strukturschwächen und auch einige Fruststellen doch zu sehr.
Nichtsdesdotrotz ist Resistance 3 zweifelsohne einen Blick [und auch Kauf] wert. Auch für Non-Ego-Shooter wie mich.