Nach langjähriger mehr oder weniger zufriedener Nutzung eines Phillips MP3-Players und später eines Apple iPod Nano 8GB kann ich nun den neuen Sony NWZZ1050B MP3-Player mein Eigen nennen. Es handelt sich hierbei um die neueste Generation der legendären Sony Walkman-Reihe, die Anfang der Achtziger Jahre ihren Anfang nahm.
Alles in allem handelt es sich um ein hervorragendes und teilweise innovatives Qualitätsprodukt, das über viele Stärken, aber auch so manche Schwäche verfügt.
1. ERSTER EINDRUCK (Grundlegendes, Maße, Design, Bedienelemente, Installation):
Zuerst überrascht der neue Walkman mit seiner recht stattlichen Größe: Er ist gute 13 cm lang, 7 cm breit und max. 1,1 cm dick, das Display an sich misst ca. 9,5 x 5,7 cm. Wiegen tut das Gerät ca. 153 Gramm. Auf den ersten Blick könnte man meinen, man hätte ein Smartphone vor sich, die ja heute eh irgendwie alle gleich aussehen. Es liegt recht gut in der Hand, könnte aber für manchen etwas zu groß sein.
Dennoch lässt sich über das Design eigentlich nur Positives sagen. Mit seiner Hochglanz-Oberfläche, die aus Touchscreen und lackiertem Rand besteht und der zur optimierten Griffigkeit leicht geschwungenen, matten violetten (oder schwarzen) Rückseite, macht der NWZZ1050B einen sehr schicken und, wie man so sagt, "durchgestylten" Eindruck.
An Bedienelementen findet sich der An-/Ausschalter links am oberen Rand, die violette Walkman-Taste, die einen direkt zum Musik-Player führt, am Rand rechts unten (für Rechtshänder auf Daumenhöhe, für Linkshänder auf Mittelfingerhöhe), die Lautstärketaste am Rand rechts oben und eine per Nadel o.ä. drückbare Reset-Taste auf der Rückseite. Unterhalb des Displays gibt es noch drei weitere dauerhaft sichtbaren Elemente, die aber Teil des Touchscreens sind: Ein "Zurück"-, ein Home- und Einstellungs-Button.
Es gibt drei Anschlüsse, nämlich Kopfhörer-, HDMI- und einen Sony-Spezial-USB-Anschluss zum Aufladen und Übertragen von Inhalten über einen Computer. Außerdem ist das Gerät natürlich Bluetooth- und auch WLAN-fähig. Desweiteren verwendet der Walkman ein Android OS-Betriebssystem.
Die Installation ist kinderleicht und nach Anschluss des Geräts an einem Computer wird man problemlos und verständlich durch alle Schritte geführt. Die Software befindet sich auf dem USB-Speicher und enthält das ausführliche Benutzerhandbuch und die Übertragungssoftware MediaGo. In dem mitgelieferten Quick Start Guide befinden sich nur die notwendigsten Informationen. Als nächstes gilt es nun, den Walkman mit Inhalten zu füttern.
2. DATENÜBERTRAGUNG:
Das Wichtigste bei einem Musik-Player ist selbstredend die Musik. Die Übertragung erfolgt hier über die MediaGo-Software, die erst einmal ein wenig Eingewöhnung erfordert. Nach der Installation sucht die Software den Computer automatisch nach verwendbaren Inhalten ab. Er übernimmt auch praktischerweise die gespeicherten Daten von iTunes (über andere Programme kann ich nichts sagen). Bei der Startseite der Medienbibliothek erhält man eine übersichtliche Zusammenfassung über alle Inhalte. Es gibt keine Ladezeiten und alles ist schnell aufrufbar.
Die Darstellung der Inhalte ist übersichtlich und wenn man die gängigen Programme kennt, gibt es hier auch keine großen Überraschungen. Das Abspielen der Musik erfolgt problemlos. Sehr schlecht ist die Tatsache, dass man die Felder nicht einfach anklicken und bearbeiten kann. Man muss dafür immer über einen Rechtsklick auf Eigenschaften gehen, was sehr umständlich gelöst ist.
Seltsamerweise hat die Software immer wieder Inhalte doppelt eingefügt, wodurch das Ganze dann doch sehr an Übersichtlichkeit einbüßt.
Es ist auch möglich, Inhalte von iTunes per Drag & Drop in die MediaGo-Software und dann auf "Walkman" zu befördern. Nach vielen Stunden der Übertragung (die immer sehr flott verläuft) von etwa 1.500 Songs (7 GB) sollte der Walkman dann endlich mal ausprobiert werden.
Kurz nach Ansicht der Musibibliothek im Walkman selbst, musste ich feststellen, dass es hunderte Songs mit unbekannten Interpreten und Alben gibt, bei der Ansicht in MediaGo sind die betreffenden Titel allerdings einwandfrei beschriftet. Nun habe ich gesehen, dass dies oft Titel sind, die doppelt in MediaGo gespeichert waren. Wählt man anstatt der ersten immer die zweiten Titel aus, übernimmt sie der Walkman korrekt. Leider tut er das aber nicht in allen Fällen, deshalb habe ich jetzt immer noch etliche Titel mit angeblich unbekannten Interpreten auf dem Walkman und weiß nicht, was ich weiter tun kann.
Abschließend muss man zur MediaGo-Software sagen, dass sie offenbar nicht einwandfrei im Bezug auf die Übertragung funktioniert.
3. BENUTZUNG:
3.1 MUSIKPLAYER
Beim ersten Einsatz gibt es schon den ersten großen Minuspunkt. Wenn ich das Gerät anschalte, dauert es erstmal gute zwanzig Sekunden, bis es "hochgefahren" ist. Direkt Musik hören ist nicht drin, da die Aktualisierung der Datenbank nochmal gute vierzig Sekunden braucht, vorher erkennt er gar keine Inhalte. Wenn man bedenkt, dass ich mit meinem iPod innerhalb von zwei Sekunden Musik hören konnte, ist eine Minute schlicht inakzeptabel.
Ist man in der Biblothek angelangt, zeigt sich alles sehr übersichtlich und aufgeräumt. Sie kann über Titel, Alben, Interpreten, Musikstile, Veröffentlichungsdatum, Kürlich hinzugefügt, Playlists und Ordner angezeigt werden. Das Scrollen funktioniert sehr gut. Bei schnellerem Scrollen erscheint am rechten Rand ein Balken zur Schnellauswahl über Buchstaben. Greift man beim Scrollen jedoch zu weit unten, zieht man die Schnellansicht des Musikplayers auf. Die Ansicht der Bibliothek ist normalerweise im Listenstil gehalten, jedoch gibt es auch eine raffinierte Titelbildansicht, die sich über Album und Titel sortieren lässt. Hier erscheinen die Titel als Bilder in einer Art 3D-Ansicht. Die Bilder selbst kann man drehen und verschieben, wie man will. Eine sehr nette und grafisch schön aufbereitete Spielerei.
Der Musikplayer ist ebenfalls schön gestaltet. Es zeigt sich das Cover in den oberen zwei Dritteln (falls kein Cover vorhanden, werden bunte Flächen mit den Titeln angezeigt) und Titelinformationen (Songname, Interpret und Album), Buttons (Play/Pause, Vorwärts, Zurück) und eine Zeitleiste, die man auch bedienen kann. Bei der Cover-Anzeige kann man auch blättern. Nach links erhält man eine alternative Titelliste (inklusive Interpret und Laufzeit), nach rechts zunächst eine Songtextseite, dann eine Seite mit ausführlichen Titelinformationen. Bei Titel, Interpret und Album gibt es zusätzliche Detailoptionen. Wählt man die Lupe an, hat man die Möglichkeit Browser, Musik oder YouTube anzuwählen.
Ganz oben gibt es zudem eine Akku- und Uhrzeit-Anzeige.
Keine Frage, der Musikplayer ist einfach erstklassig gemacht. Tolle Funktionalität, tolles Design, viele Optionen - ganz stark.
Desweiteren bietet der Walkman die sogenannten SensMe-Kanäle. Hier gibt es die Kategorien Energetic, Emotional, Lounge, Dance, Extreme, Upbeat, Relax, Mellow, Morning, Daytime, Evening, Night und Midnight. Das Gerät teilt die Songs selbst in die Kategorien ein und tatsächlich passt die Auswahl oft ganz gut, manchmal aber auch nicht so ganz. Trotzdem eine sehr nette Idee, ebenfalls grafisch schön aufbereitet.
Natürlich gibt es auch die üblichen Shuffle- und Repeat-Funktionen.
Meistens benutze ich meine MP3-Player beim Autofahren über einen FM-Transmitter. Hier erweist sich der NWZZ1050 als etwas unpraktisch, denn man kann nicht einfach auf eine Taste drücken, um einen Song weiterzuspringen, sondern muss erst auf den W.-Button oder den An-/Ausschalter drücken, um den Touchscreen zu aktivieren. Dann muss man aber erst noch den Touchscreen per Schiebeschalter entsperren. Erst jetzt kann man wieder den Musikplayer benutzen. Das ist unnötig kompliziert, vielleicht wäre es besser, die üblichen Bedienelemente als echte Tasten zu integrieren, hier ist der Touchscreen für mich persönlich ein klarer Rückschritt. Über die sogenannte W.Control kann man den Musikplayer auf dem Touchscreen immerhin noch intuitiv bedienen (durch Wischen und Tippen) und die Tastensperre erscheint auch nicht immer.
3.2 TOUCHSCREEN
Der Touchscreen weiß größtenteils zu überzeugen. Er ist reaktionsschnell und vor allem ist das Display auch aus extremen Winkeln noch gut lesbar. Bei Sonnenschein oder anderen Reflexionen bleibt es auch noch verhältnismäßig gut sichtbar. Ich bin nicht der größte Anhänger von Touchscreens und auch hier muss ich feststellen, dass er nicht immer so reagiert, wie man das möchte. Auch die Tatsache, dass das Display bei Benutzung von Handschuhen nicht reagiert, empfinde ich als störend. Eine Integrierung von ein paar essentiellen Tasten fände ich wie gesagt sehr sinnvoll.
3.3 SOUND
Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten, die Musik o.a. abzuspielen. Zum einen wäre da der sogenannte xLOUD Lautsprechersystem. Das sind zwei Mini-Lautsprecheröffnungen, die wirklich überraschend guten Sound produzieren.
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