Nach einer Woche im täglichen Gebrauch lässt sich nun festhalten, mit Rückblick auf den ersten Eindruck, Sony hat es mit der NEX-C3 tatsächlich geschafft, das schmale und kompakte Design des Vorgänger-Models nochmals zu verkleinern. Ebenfalls positiv fällt die Verarbeitung aus, dessen einstiges Kunststoffgehäuse nun zumindest auf einer Seite durch Metall ersetzt wurde. Dadurch wirkt die Kamera sehr hochwertig verarbeitet und durchaus robust. Die NEX-C3 eignet sich für fast jede Lebenslage, ist freundlich gegenüber Jackentaschen gestimmt und lässt auf diesem Gebiet sicherlich keine Wünsche unerfüllt. Zu beachten ist natürlich das gegenwärtig angebrachte Objektiv, wodurch die Kamera ordentlich an Gewicht zulegt. Doch davon abgesehen bietet das beiliegende E 3,5-5,6/18-55 Objektiv einen guten Halt für die linke Hand, auch weil die Tiefe um gute zehn Zentimeter anwächst.
Doch blicken wir auf die Menüführung. Zugeschnitten für Menschen, die der Digitalkamera müde geworden sind, bietet die NEX-C3 zunächst ein bedienerfreundliches Menü. Glücklicherweise wurden auch viele Umständlichkeiten des Vorgänger-Models ausgebessert und irreführende Wege vereinfacht. Das ansonsten bei anderen Herstellern gewohnte Funktionswählrad an der Oberseite findet sich bei der NEX-C3 im angenehm großen Display im 16:9-Format und wohl auch deshalb, musste so manche manuelle Taste vom Gehäuse entfernt werden. Ein störender Faktor ist das allerdings keineswegs, denn die wenigen versteckten Menüoptionen - wie die Formatierung der Speicherkarte - hätten auch bei mehr Tasten die selbe Zeit in Anspruch genommen. Das Drehrad bietet die Möglichkeit zwei der vier Tasten dauerhaft mit jeweils einer benötigten Funktion zu belegen, während die obere Taste für die Bildschirmanzeige verantwortlich ist und die untere für die Belichtungskorrektur.
Zudem bietet die NEX-C3 neben den bekannten Aufnahmemodi, die Szenenwahl, Bildeffekte für individuelle Texturen, die Anti-Bewegungs-Unschärfe, Schwenk-Panorama (das Bild wird direkt von der Kamera verarbeitet, wie bei Sony üblich) und das Ganze nochmals als 3D. Was fehlt ist der Modus U (User Settings), während sinnvollerweise, wie ich finde, bei den Effekt-Einstellungen auf überflüssiges Zeug verzichtet wurde. Der im Lieferumfang enthaltene Flash HVL-F7S hat eine maximale Leitzahl von 7 bei ISO 100 und bietet damit eine durchschnittliche Leistung. Einen besseren Blitz bietet das Zubehör, doch insgesamt ist dieser sehr kompakt und ideal für Aufnahmen relativ nahe am Motiv. Doch kommen wir zur Bildqualität mit dem 18-55mm Zoom-Objektiv und dem vorläufigen Ergebnis, eine durchaus gute Bildqualität zu erhalten.
Besonders bei dunklen Lichtverhältnissen bietet sich mit der Anti-Beweg.-Unschärfe ein guter Helfer um schlecht beleuchtete Räume mit einer erhöhten Schärfe zu versehen. Die NEX-C3 arbeitet dabei mit fünf aufeinanderfolgenden Bildern, die unterschiedlich belichtet und anschließend zu einem Bild zusammengefügt werden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Mit verantwortlich ist natürlich auch der APS-C Sensor, der bereits zusammen mit den Standard-Einstellungen natürliche und lebensechte Bilder fabriziert. Das 14-55mm f/3.5-5.6 Zoom-Kit und 16mm f/2.8 bieten gute Detailansichten und nur Kanten waren bei vollem Zoom plötzlich mit einer leichten Unschärfe versehen. Für bessere Bilder wurden das Objektiv mit einem Bildstabilisator ausgestattet - das 16-Millimeter-Objektiv hingegen nicht. Ein toller Effekt ist jedoch, dass auf Wunsch die Kamera Umrisse von Motiven farblich hervorhebt, die sich innerhalb der Fokusebene befinden.
Die Basis-Empfindlichkeit von ISO 200 liefert rauschfreie Bilder, die bis ISO 800 auch so rauschfrei bleiben. Nur bei exaktem Hinsehen finden sich leichte Aufweichungen im Detail. Bei ISO 1600 und sogar ISO 3200 gibt es weitere Aufweichung einzelner Punkte, die aber beim normalen Betrachten am PC nicht auffallen. Selbst bei ISO 6400 bleiben die Bilder immer noch ausgesprochen ansehnlich. Der automatische Weißabgleich leistet hervorragende Arbeit, ebenso wie die Intelligente Automatik - wer selbst die volle Kontrolle über seine Bilder haben möchte - die manuelle Belichtung ist vorhanden. Insgesamt hat sich die Bildqualität gegenüber der NEX-3 leicht verbessert, auch durch den Einbau des neu entwickelten Exmor CMOS-Sensor.
Durchschnittlich verhält sich in meinen Augen die Akku-Laufzeit, wenngleich drei Tage am Stück mit rund 300 Bildern und einem 9-minütigen Film keine Probleme für die NEX-C3 darstellen. Gut gelöst wurde auch die verbesserte Prozent-Anzeige - ungenaue Balken spielen hier glücklicherweise keine Rolle. Nennenswerte Details noch kurz am Rande: Stets im Menü vorhanden sind aktive Aufnahmetipps, während man über eine wählbare Funktion scrollt. Schön zum Beispiel, dass auch eine Hilfestellung eingeblendet wird wenn die auswählbare Funktion in diesem Modus nicht zur Verfügung steht. Es gibt das automatische Auslösen bei Lächeln in drei Stufen, die Fotogestaltung mit Hintergrund-Defokusierung, Helligkeit, Farbe, Lebendigkeit, Soft Skin-Effekt, Bildeffekte und den Selbstauslöser, der wahlweise auch 3 Bilder in Folge knipst. Es kann auch alles zusammen für ein Bild verwendet werden.
Verwirrend bleibt das Menü zwar an manchen Stellen trotzdem, wenn zum Beispiel eben dieser Selbstauslöser einmal über das "Menü/Kamera" ausgewählt werden kann und ebenfalls über den "Aufnahmemodus/Intelligente Automatik/Fotogestaltung/Selbstauslöser". Man sieht, der letzte Weg ist eine Irrfahrt und bietet nach langem Suchen auch nicht die Möglichkeit mit den 3 Bildern in Folge - die funktionieren nur über die erste Variante. Um solche Details zu umgehen muss man sich einige Zeit mit der NEX-C3 beschäftigen, bekommt aber dann eine flexible und hochwertig verarbeitete Kamera mit ausgezeichneter Bildqualität bei sehr hoher ISO-Empfindlichkeit.
Nicht wundern sollte man sich über das laute Geräusch beim auslösen der Photos - der Schlitzverschluss, der sich vor und nach der Aufnahme kurz schließt, verursacht das Geräusch, ist aber technisch bedingt und könnte mit einem Zentralverschluss behoben werden, der jedoch in jedes Wechselobjektiv eingebaut werden müsste, wodurch es größer und schwerer würde. Aber schlussendlich ist die Sony NEX-C3 ein tolles Gerät mit innovativen Features für Fotografen aller Erfahrungsstufen.