Ein gelungener Teil, der sich deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet. Es sind mit 10 Strecken in insgesamt 35 Variationen deutlich mehr Auswahl als bei den Vorgängern zusammen vorhanden. Auch gibt es nun dreizehn Fahrzeugklassen, Superbike, Chopper, Supersportwagen, Kleinwagen und Muscle Car sind neu dazugekommen. Auch ist es nun möglich, sein Fahrzeug individuell zu gestalten, aber nur für Onlinerennen und Sonderevents.
Das Festival ist in drei Schwierigkeitsgrade aufgeteilt. Der Anfängerpart ist Naturgemäß recht einfach gehalten, man braucht nur unter die erste Fünf zu kommen. Im Profi und Veteranenteil braucht es schon den dritten Platz. Will man die Strecke im Hardcore freischalten, muss man gewinnen. Im Hardcore fährt man gegen eine vorgegebene Zeit und gegen härtere Gegner mit genau dem gleichen Fahrzeug, also man kann nicht sein selbst designtes verwenden. Auch gibt es keine zur Auswahl, weder Variante noch Klasse bei den Festivalrennen. Zwischen den Rennen kann man Zwischenvideos in einem recht eigenwilligen 2D Stil betrachten, von denen einige sogar recht witzig sind, aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack sind. Wenn man daran nicht interessiert ist, kann man sie auch jeweils mit ein Druck auf die X Taste überspringen.
Was diesen Teil wirklich von seinen Vorgängern unterscheidet ist nicht nur die Inflation an Strecken, sondern dass diese sich während dem Spiel verändern können. Nicht bei jedem, aber bei den meisten passiert etwas so das sich der Streckenverlauf jede Runde etwas ändert. Erdbeben reißen die Straße auf, Tankstellen explodieren, Hubschrauber stürzen ab, Hochhäuser fallen auf einen herab. Die Strecken ändern sich also nicht nur im Verlauf und Ideallinie, sondern auch vom Zerstörungsgrad her. Meist fängt man auf einer intakten Strecke an, während die vierte Variation dann diese Strecke in total zerstörtem Zustand zeigt. Während dem Festival bekommt man die Zerstörung sozusagen Stück für Stück live mit und man fährt keine Strecke zweimal. Manche Strecken sind sehr geradlinig in dem Sinne, dass es kaum Alternativrouten gibt. Man kann also nicht wie z.B. im Mudpool an den Außenkanten entlang fahren, wenn das Fahrzeug für den Schlamm nicht geeignet ist. Es gibt noch zwei Offroadstrecken, die im Festival nicht gefahren und beim Installieren des Spiels Online herunter geladen werden. Während dem Festival gibt es ein paar Strecken, die mal frei oder mit Zeitlimit abgefahren werden und kein Rundkurs darstellen, womit man auf die angepriesenen 40 Strecken kommt. Was auch ein kleiner Kritikpunkt ist, legt man das Spiel zum ersten Mal ein, darf man locker flockig satte drei Stunden warten, bis alle Updates herunter geladen sind.
Autos kann man nun "tunen". Ich schreibe das bewusst in Anführungszeichen, da man letztendlich nur das Aussehen verändern kann, was aber auf der Strecke keine fühlbaren Konsequenzen hat. Anfangs hat man von jeder Sorte nur ein Fahrzeug zu Verfügung und für jede Option bis auf Reifen nur zwei zur Auswahl. Nur wenn man Online gegen anderen Mitspieler spielt, kann man weitere Fahrzeuge und Optionen frei schalten. Man kann unter dem Menüpunkt "Teile-Herausforderung" nachsehen, was man dafür alles tun muss. Für das zweite Level 2 Fahrzeug reicht es eine gewisse Distanz zu driften und zu fliegen, für das Level 3 Fahrzeug braucht man schon eine Anzahl von 60 Siegen oder bis zu 15 geschroteten Fahrzeugen noch dazu. Das sehe ich als das größte Manko an dem Spiel, will ich andere Fahrzeuge und Einzelteile, bin ich gezwungen Online zu spielen. Erst mal braucht man eine Gruppe, was zu manchen Tageszeiten nicht einfach ist, dann gibt es ziemlich oft Verbindungsprobleme. Außerdem werden per Zufallsgenerator zwei Strecken zur Auswahl gestellt. Will man eine Chance haben, muss man sie schon auswendig kennen und wissen, welches Fahrzeug dort brilliert. Bei 35 Rennstrecken ist das kein leichtes Unterfangen. Manche ähneln einander, andere haben deutliche Unterschiede im Streckenverlauf. Man hat zwar beim Festival alle (bis auf die zwei Bonusstrecken) einmal besucht, aber da man oft das Festivalrennen beim ersten Versuch schafft, bleibt nicht viel hängen. Dann gibt es oft die Fahrzeugklasse, wo ich das Level 3 Fahrzeug frei spielen will, bei dem Rennen gar nicht zur Auswahl, sondern muss irgend eine Klasse nehmen, die ich gar nicht frei spielen will.
Ich empfinde diesen Umstand als sehr frustrierend, da dabei viel Zeit drauf geht, ohne jetzt dem eigentlichen Ziel, dem Fahrzeug was man haben will, näher zu kommen. Wenn man einen zweiten Kontroller hat, kann man etwas "cheaten", in dem man ein privates Spiel macht und einsam seine Runde zieht, um in aller Ruhe seine Zeit zu fliegen und die Distanz zu driften voll zu bekommen. Auch kann man so in aller Ruhe die Strecke erforschen und sich mögliche alternative Routen ansehen. Dazu sind etwa fünf bis sieben Spiele bei einer Strecke mit vielen Schanzen nötig und man hat das Level 2 Fahrzeug und ein paar Optionen an Teilen wie Frontlichter, Reifen, Spoiler etc. für das Level 1 Fahrzeug frei geschaltet. Da für das Level 3 Fahrzeug dann sechzig Siege bzw. besiegte Gegner notwendig sind, ist mit diesem Trick nur mit sehr viel Zeitaufwand schaffbar und nicht wirklich praktikabel.
Online kann man sich weitere Fahrzeuge kaufen, falls man Abwechslung haben möchte und nicht die Zeit, sich diese im Mehrspielermodus online zu erspielen. Bei einem Erweiterungspaket sind sogar noch sechs zusätzliche Rennen mit den zwei Fahrzeugen dabei. Kostenlos kann man ein paar Varianten herunter laden und auch weitere Rennen, wo man sich Chips und damit einen Rang mit verschiedenen Mitglieder der Brotherhood, die man während dem Festival kennen lernt, erspielen kann. Mit Rängen kann man weitere Piloten, Fahrzeugdesigns, Sticker und Vorteile erspielen. Vorteile gibt es in drei Kategorien wie erhöhte Beschleunigung, Endgeschwindigkeit, bessere Abkühlung für den Boost oder bessere Stabilität. Zum einen sorgt das für weitere Motivation, zum anderen für Frust, da man nur bei gewissen Voraussetzungen sich Chips verdienen kann. Das Festival zu spielen bringt eigentlich kaum was bis auf ein paar Trophäen und eingesammelte Sammelkarten, die mehr oder weniger gut auf der Strecke versteckt sind. Als kleines Goodie gibt es noch Online die Wochenendherausforderungen, die jede Woche Donnerstag morgen neu gestaltet werden. Drei Strecken gibt es dann zu meistern, entweder als erster das Rennen beenden und eine gewisse Zeit zu unterbieten. Das beste darin ist, man kann mal sein eigenes Fahrzeug dabei benutzen. Das ist ein wirklich gutes Feature und sorgt mal für etwas Motivation, da man da noch ein Chips für seine Ränge verdienen kann.
Fazit: Motorstorm Apokalypse ist ein aufregender und sehr abwechslungsreicher Arcaderacer für Leute, die viel Online zocken und die Muse haben, sich 35 Streckenverläufe zu merken. Auch mal für ein kurzes Rennen für zwischendurch auch noch geeignet, da die Ladezeiten noch erträglich sind und man sich nicht durch Millionen von Menüs klicken muss. Wer statische Rennstrecken und nur für sich zocken will, ist mit Motorstorm Pacific Rift besser bedient.