Wer wie ich Wert legt auf starke Rechenleistung, einen guten, großen Bildschirm mit hoher Auflösung und ansprechendes und platzsparendes Design, sollte unbedingt einen PC aus der Sony Vaio Bildschirm-PC-Reihe VPCL in Betracht ziehen - vorausgesetzt, man ist bereit, den Preis für ein so elegantes Alles-im-Bildschirm-Gerät zu bezahlen. Für die aktuell leistungsstärkste Variante sind das momentan ¤ 1.639,00. Gegenüber einer vergleichbaren Kombination aus Monitor und PC ist das natürlich ein erheblicher Aufpreis, dafür hat man alles in einem Gehäuse zusammengefasst und muss sich keinen Rechnerkasten unter den Schreibtisch stellen. CDs und DVDs werden in ein Laufwerk rechts am Bildschirm eingelegt, Speicherkarte und zwei USB-3.0-Anschlüsse befinden sich auf der linken Geräteseite (drei weitere USB 2.0 hinten) - man muss sich nie mehr bücken, um unter dem Schreibtisch irgendetwas anzuschließen oder einzulegen. Auch das Ein- und Ausschalten erfolgt bequem am Hauptgerät ohne Bücken.
Sehr bequem und ergonomisch auch die mitgelieferte Funktastatur und die Funkmaus - nie mehr zu kurze oder eingeklemmte Kabel. Beides lässt sich ausschalten, das mache ich auch, um Batterie (Sony Alkaline werden mitgeliefert) zu sparen, obwohl ich Funkmäuse kenne, die lange ohne Batteriewechsel auskommen, auch wenn sie permanent eingeschaltet bleiben. Die Bewegungsfreiheit ist angenehm, bei so einem großen Bildschirm muss ich Kurzsichtiger nicht nahe ans Bild, gerne lehne ich mich jetzt zurück und schone meine Augen.
Design ist natürlich Geschmackssache. Ich kannte den Sony VPCL schon aus dem Internet, aber ich war wirklich angenehm überrascht, als ich ihn in einem Laden zum ersten Mal wirklich vor mir hatte: der sattschwarze Rahmen und der Fuß aus poliertem Metall machen einen sehr hochwertigen Eindruck und sind solide; durch den breiten Rahmen wirkt der Bildschirm noch größer. Produktbildchen im Internet können den Eindruck des echten Gerätes eben nicht ganz wiedergeben... Durch den farblichen Unterschied zwischen Rahmen und Metallfuß wirkt das Ganze vielleicht nicht so geschlossen wie die verbreiteten Alles-in-einem-Geräte, bei denen zwei Vorderfüße mit dem Bildschirmrahmen eine Einheit bilden. Bei meinem Sony lässt sich der Neigungswinkel jedenfalls bequem verstellen (Höhenverstellung oder Rotation gibt es leider nicht) - ich kann mir nicht vorstellen, dass das beim Dreifuß-Klappdesign so leicht von der Hand geht. Sehr praktisch: man kann die Tastatur unter den Monitor auf den Fuß stellen, das ist dann sehr aufgeräumt.
Typisch Sony (vergl. z.B. das Bild des Trinitron-Fernsehers aus den 1970er Jahren [...]: der Sony-Schriftzug mitten unter dem Bildbereich, beim angeschalteten VPCL sehr auffällig, da weiß leuchtend.
Der Bildschirm verfügt über zwei optische Sensoren und kann zwei gleichzeitige Berührungen erkennen. Die Berührungserkennung funktioniert tadellos und ist auch sehr empfindlich - es genügt schon ein leises Antippen bzw. man kann auch den Finger ganz ganz knapp vor dem Schirm bewegen, z.B. um einen Bildlauf zu machen. Ich nutze das aber selten, ich finde die Maus eigentlich meistens bequemer als z.B. den ganzen Arm zu heben (und ich mag keine Fingerabdrücke auf meinem Schirm!).
Die Rechenleistung ist klasse, meine Version mit dem i7-2670QM Vierkernprozessor mit 2.20 GHz (Sandy Bridge, max. 3.1 GHz) bietet in der Kombination mit 8 GB Speicher wirklich eine super Rechenleistung, wie ja viele Tests bestätigt haben. Ich selbst habe einen Leistungstest mit einem für mich relevanten Bildverarbeitungsprogramm gemacht, nämlich mit ImageJ (1.46a mit Java 1.6.0_24 von Sun Microsystems). Den Leistungstest [...]
hat mein Rechner mit einer Bestzeit von 0.343 Sekunden ausgeführt - Vergleichswerte findet man auf der genannten Webseite. Mein Bürorechner (Core 2 Quad CPU Q6600 @ 2.40GHz, 4 GB) hat z.B. da mit bestens 0.577 s erheblich länger gebraucht.
Das Auspacken des Geräts war ein Vergnügen - die Verpackungsdesigner haben gute Arbeit geleistet und einen stabilen Karton-Handgriff zum Herausheben vorgesehen. Auch die Plastikfolie lässt sich gut entfernen.
Beim ersten Einschalten waren mein Frau und ich von der Helligkeit des Schirms wie geblendet, diese Leuchtkraft ist schon beeindruckend. Allerdings finde ich es fraglich, dass die Werkseinstellungen maximale Helligkeit vorgeben. Das habe ich mit Fn-F5-Taste auf für die Augen angenehmere Werte reduziert, ich meine, das ist auch besser, falls je mal die Hintergrundbeleuchtung nachlassen sollte kann ich noch nachregeln.
Der größte Nachteil des Schirms: leider spiegelt wenn er ausgeschaltet ist oder sehr dunkle Szenen zeigt sehr stark, das kann für die Augen anstrengend werden, wenn sie z.B. auf die Raumlichtquelle fokussieren. Vielleicht ist deswegen bei der Auslieferung die maximale Helligkeit eingestellt, damit kann man das Spiegeln natürlich überdecken.
Meine Frau und meine Kinder meinen übrigens, die Maus sei zu groß ' sie waren bisher eine Notebook-Maus gewohnt. Für meine Männerhände ist sie jedenfalls genau richtig, ich kann die Kritik nicht nachvollziehen...
Für mich noch ein kleiner Wermutstropfen: Der eigentlich sehr praktische Schnellzugriff auf das Internet per separater WEB-Einschalttaste, bei dem kein Windows gestartet wird, funktioniert bei mir nicht immer. Das liegt vermutlich daran, dass es bei meinem Internetprovider sehr lange dauern kann, bis die dynamische IP-Adresse zugewiesen wird. Jedenfalls bekomme ich leider immer wieder eine Keine-Verbindung-zum-Internet-Fehlermeldung, und muss manchmal einige Verbindungsversuche machen, bis diese endlich steht. Da ist manchmal der Windows-Start für mich letztendlich schneller, auch wenn der Splashtop-Browser wirklich sehr schnell startet. Diese Schnellzugriff ist eigentlich eine gute Sache, auch da man dabei vor Intenet-Viren und Würmern und anderer Schadsoftware geschützt ist, die Windows als Betriebssystem erwartet. Dabei ist allerdings kein Schreibzugriff auf die Festplatte möglich.
Der Lüfter des Gerätes ist hörbar, lauter als mein Laptop. Die Lüftergeschwindigkeit variiert etwas, er läuft praktisch ständig, nur beim Web-Schnellzugriff kommt es manchmal vor, dass alle Lüfter stillstehen.
Fazit: Der Sony VPCL22Z1E ist ein toller Rechner mit stromsparenden Mobilkomponenten (ich möchte doch keinen PC mit 400-Watt-Netzteil!) und klasse Bildschirm (hell, kontraststark, hohe Auflösung, aber spiegelnd, deswegen und wegen hörbarem Lüfter nur vier Sterne) - Videos sind ein Vergnügen! Der Preis ist allerdings auch ein stolzer, wenn man mit der Kombination PC+Monitor vergleicht, aber dafür erhält man stattdessen ein repräsentatives Gerät, das alle PC-Komponenten am Bildschirm enthält. Die Hardware-Ausstattung ist sehr umfangreich - HD Web-Kamera ist integriert, Berührungssensoren im Schirm, eine 3D-Brille liegt bei - nur ein TV-Tuner fehlt, der den Vaio zum Fernseher machen würde. Etwas an Software ist dabei, aber nur knapp drei Monate Virenschutz (McAfee). Die McAfee-Folgelizenzen sind teuer (z.B. erstes Angebot: 149.95 EUR für drei Jahre, kurz vor Ablauf dann das "Sonderangebot": 110,95 EUR für drei Jahre, das McAfee Online Backup muss separat erworben werden und nervt etwas mit blinkendem Symbol).