Ich habe den Sony PJ10E nun seit einer Woche und möchte hier einmal ein kurzes Zwischenfazit abgeben. Die Feuertaufe wird er Anfang September während meiner Urlaubsreise bestehen müssen, aber einige erste Eindrücke konnte ich dennoch bereits jetzt sammeln. Ich filme seit gut 10 Jahren hobbymäßig und habe mir mit dem neuen Sony-Gerät meinen ersten HD-fähigen Camcorder zugelegt. Zum Vergleich werde ich daher meinen gut 4 Jahre alten, damals deutlich teureren, SR290E heranziehen, welcher auf Festplatte und im SD-Format aufgezeichnet hat.
Zuerst zu den Stärken des PJ10E:
+ Er ist deutlich leichter als mein altes Modell und kann durch SDXC-Speicherkarten großzügig ausgebaut werden (nutze ihn derzeit mit einer Class 10 64GB-Karte).
+ Der verbaute optische Bildstabilisator hält sogar dann noch sehr ruhig, wenn ich per Hand den maximalen 30x Zoom eingestellt habe. Da hat der SR290E schon beim 10-fachen Probleme gehabt.
+ Die Menüs und Einstellungen sind mittlerweile deutlich übersichtlicher als in früheren Sony-Camcordern.
+ Das 5.1-Mikrofon macht, soweit ich das bisher beurteilen kann, einen exzellenten Job für ein Gerät dieser Preisklasse. Mein SR290E hatte zwar ebenfalls eines, das jedoch deutlich schlechter gewesen ist.
+ Der mitgelieferte Akku hält mit über 2h Aufnahmedauer im HD-Betrieb verhältnismäßig lange durch.
+ Das integrierte USB-Kabel ist eine wirklich sinnvolle Lösung, da man so sehr schnell die Daten auf den Rechner bekommt.
+ Sämtliche aufgezeichneten Daten (Fotos, Videos) lassen sich OHNE die mitgelieferte Transfersoftware überspielen, denn der integrierte Speicher als auch die Speicherkarte werden als externes Laufwerk automatisch erkannt. Filmdateien liegen je nach Auflösung als MTS- oder MPEG2-Files vor, Bilder als JPEG.
+ Als mögliche Anschlüsse sind generell alle wichtigen dabei, ext. Mikro, HDMI, usw., zumindest also diejeinigen, die ich so gewohnt bin.
+ Und natürlich sei auch der eingebaute Projektor hier erwähnt, denn der macht für die Größe ein wirklich gutes Bild und erlaubt es so, seine Aufnahmen auch dort zu zeigen, wo gerade kein HD-Fernseher verfügbar ist. Spielt man das bearbeitete Video vom PC zurück auf die Speicherkarte, kann man auch die fertigen Filme damit abspielen. Klingt erstmal nach Spielerei, aber ich glaube, wenn man sich dran gewöhnt hat, will man das Feature nicht mehr missen. Selbstredend hat der Beamer nicht die Qualität eines großen, aber das sollte man beim Kauf auch nicht erwarten.
Nun ein paar Dinge, denen ich eher neutral gegenüber stehe, da sie zwar Pluspunkte, aber auch Minuspunkte aufweisen:
+/- Die Bildqualität ist selbst im besten Modus (PS) maximal gut. Es fehlen mir für ein HD-Gerät etwas die Details. Der sichtbare Unterschied zwischen dem 1080p-Mode (PS) mit 28Mbit/s und den beiden anderen 1080i-Modi mit 24Mbit/s (FX) sowie 17Mbit/s (FH) ist kaum wahrnehmbar. Einzig bei geraden Linien ist die Schattenbildung minimal schwächer. Im SD-Modus filmt das Gerät sogar schlechter als mein alter SD-Camcorder, daher sollte man den tunlichst meiden. Ansonsten sind aber selbst die HD-Varianten mit 9Mbit/s (HQ) bzw. 5Mbit/s (LP) noch brauchbar und deutlich besser als die Aufnahme in Standard-Definition. Die Farbdarstellung ist generell sehr gut, wenn auch mitunter einen Tick zu kräftig. Insgesamt kann man aber vermutlich bei einem Gerät dieser Klasse nicht viel besseres erwarten, zumal auch die anderen/größeren Sony-Geräte (CX360, PJ30E) mit dem gleichen Aufnahmesystem filmen und sich vom PJ10E nur durch die Zusatzausstattung unterscheiden.
+/- Durch das geringere Gewicht und die kompakteren Abmessungen trägt sich der PJ10E zwar insgesamt besser und handlicher, ist aber für größere Hände auch schwerer zu bedienen. Ich habe bisher nur kurz gefilmt, aber ich könnte mir vorstellen, nach 1-2 Stunden Daueraufnahme steht man kurz vor einem Muskelkrampf. Aber das werd ich dann spätestens im September genauer wissen.
Echte Negativpunkte sind mir während der ersten Woche gar keine aufgefallen. Klar, der PJ10E hat keinen IR-Nachtmodus wie mein SR290E, und auch keine Videoleuchte wie sein großer Bruder, der PJ30E, aber ansonsten ist es ein schönes Stück Technik, dem man maximal die etwas durchschnittliche Bildqualität als Kritikpunkt anlasten kann. Ich denke aber, dass dies in der Preisklasse zu verschmerzen ist. Wer etwas besseres möchte, muss im Zweifel eben auch mal einen 4-stelligen Betrag hinblättern.
Am Schluss noch kurz eine kleine Liste, welche Vorteile/Nachteile der PJ30E gegenüber dem PJ10E hat:
+ besitzt zusätzlich Foto-Blitz und Videoleuchte
+ höhere Auflösung beim Fotografieren
+ etwas bessere Ausnutzung des (identischen) CMOS-Chips, dafür liegt jedoch die minimale Verschlusszeit deutlich über der des PJ10E
+ eingebauter Speicher mit 32GB doppelt so groß wie beim PJ10E
+ optischer Zoom nur 12x anstatt 30x
+ Geotagging per GPS
+ Zubehör-Schuh beim PJ30E
+ minimal höherer Stromverbrauch