Ich mochte den ersten Teil sehr gerne. Er war so schlecht, dass er schon wieder gut war, insbesondere im Bezug zu den deutschen Synchronsprechern.
Der Schwierigkeitsgrad war hoch angesetzt und Hanuda eine wunderschöne Location. Trotz der Mängel mochte ich das Spiel.
Nichtsdestotrotz erhielt das Spiel viele negative Stimmen, weshalb sich Sony letzten Endes zwar für ein europäisches und japanisches, aber gegen ein amerikanisches Releasedatum entschloss. Offensichtlich haben wir Europäer eine andere Auffassung von "unschaffbarer Schwierigkeitsgrad"? Aber genug der schlechten Witze.
FS2 hat einige Veränderungen erfahren dürfen, welche Veteranen und auch Neueinsteiger erfreuen dürfen. Es gibt einen Schwierigkeitsgrad zu auswählen. Leicht, Mittel und Schwer.
"Schwer" muss jedoch erst freigespielt werden, indem man das Spiel erfolgreich beendet oder aber 100 Archivitems im ersten Teil gesammelt hat. Da ich mich also erfolgreich durch den ersten Teil gekämpft habe, nahm ich also sofort den härtesten Modus im Angriff. Der Schock: der härteste Schwierigkeitsgrad ist viel einfacher als der Standardschwierigkeitsgrad des ersten Teiles.
Der Schwierigkeitsgrad bestimmt übrgens die Ausdauer, Lebensenergie, Angriffsstärke und Anzahl der Gegner.
Weitere Verbesserungen, die Figuren kriechen nicht mehr, wenn sie kriechen, sie schleichen und das sogar sehr schnell (kaum langsamer als normales gehen).
Gegnern können die Waffen gestohlen werden, bis die Spielfigur 2 Waffen trägt. Ab dann wird ausgetauscht.
Außerdem können Missionen nun auch frei ausgewählt werden. Wenn also eine neue Mission erscheint, muss diese nicht zwingen gespielt werden.
Weiterhin wurden missionsziele vereinfacht. War es im ersten Teil so, dass Missionsziel 2 zwar Ziel 1 glich, mit der ausnahme einen riesigen Umweg einzuschlagen, unterscheiden sich in diesem Teil alle Missionen grundlegend. Ziel 1 muss nicht mehr erfüllt werden, anders ausgedrückt.
Gegenstände müssen übrigens nicht mehr über das Kommandomenü ausgewählt werden, sie können sofort eingesetzt werden, ebenso pausiert das Spiel nicht mehr, wenn das Kommandomenü geöffnet wird.
Spielerisch auch neu, zum ersten mal können die weiblichen Figuren einen männlichen Sidekick haben! Wie aber schon im Vorgänger ist eine Mission gescheitert, wenn entweder die Spielfigur oder der Begleiter stirbt.
Auch ganz neu, die Begleiter verfügen ebenfalls über Waffen und wissen sich zu wehren. Sollte die Begleitung keine Waffe besitzen, schlagt einfach einen Shibito oder Yamibito nieder und euer Gehilfe sammelt dessen Waffe ein.
Apropos Yamibito, es gibt neben den altbekannten Shibito neue Feinde.
Einmal irrlichter, welche Shibitos umgehend wiederbeleben, ohne dass die Ohnmachtszeit des Feindes ablaufen muss. Diese Irrlichter greifen auch den Sieler an und kann durch Licht getötet werden (oder Waffengewalt, Licht ist aber effektiver).
Yamireis, Wurmartige Geschöpfe, welche wie die Irrlichter vernichtet werden können. Leider kommen aber immer wieder neue, wie die Irrlichter. auch sie vertragen kein Licht, mit einer Licht-Waffen-Kombi schnell weg vom Fenster.
Und ganz neu, Yamibito, welche den Shibitos ähneln. Sie lassen sich nicht töten, nur bewusstlos schlagen und stehen immer wieder auf. Sie vertragen kein Licht, können im Dunkeln sehen und sind sehr, SEHR intelligent und lassen sich nicht austricksen.
Shibitos gibt es noch immer, aber nur in der ersten Hälfte, später werden sie durch die Yamibito ersetzt. Leider.
Die Geschichte des zweiten Teiles ist leichter zu verstehen, als die des Vorgängers, aber langweilig. Sie braucht zu lange um sich zu entwickeln und sobald sie spannend ist, ist das Spiel fast vorbei.
Es gibt viel zu viele tiefs und die Charaktere sind nicht ganz so liebenswert, wie die des Vorgängers. Außerdem gibt es eine komplett neue Besetzung an Figuren, alte Figuren werden jedoch kaum erwähnt, bis auf Harumi und Kyoya aus dem ersten Teil.
Auch den Locations fehlt der Zauber, da sie absolut uninteressant ist.
Es gibt ein Geisterschiff. Dieses ist jedoch auf grund gelaufen, in Topzustand und eine seit dreißig Jahren verschollene Fähre.
Oder die Grundschule, dessen Schul- und Hinterhof aber nicht das Gebäude erforschen kann und einen winzigen Park, der nicht der Rede wert ist.
Auch das Archiv hat sich verbessert, sollte man einen Archivgegenstand finden, bleibt dieser auch im archiv, selbst dann, wenn die Figur stirbt! Man muss also nicht immer wieder von vorne starten, um ein Archivgegenstand einzusammeln.
Außerdem lassen sich diesmal sogar Filme im Archiv ansehen und (Funk-)Gespräche anhören.
Zudem hat man die wahl zwischen einer (katastrophalen) englsichen Tonspur und einer japansichen.
Mein Fazit:
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es viele Verbesserungen, Steuerung besser, zugänglicher Schwierigkeitsgrad, sowie eine bessere Grafik und Charakterdesign und das war's eigentlich, was am Vorgänger so schlecht war.
Wer also am ersten Teil scheiterte und der serie eine zweite Chance geben will, kann es mit dem Nachfolger gerne tun.
Ich rate aber trotzdem ab, das Spiel hat nämlich keinen Charme oder nicht den Charme des Vorgängers.
Trotzdem kann ich das Spiel noch als "nett" bezeichnen.