Ich muss gleich vorweg sagen, dass mir das Spiel unglaublich viel Spaß und Freude gemacht hat. Ich hab das Spiel an ein paar freien Tagen stundenlang durchgezockt. Für mein persönliches Empfinden gäbe es also 5 Sterne.
Allerdings soll das hier ja eine objektive Rezension sein, auch für Leute, die sich das Spiel vielleicht kaufen wollen.
Ich werde versuchen auf alles möglichst klar einzugehen, auch - und hier kommt ein kleines Goody für uns - auf die Vorteile der PS3 Version!!!!
Storyline: Alles oder nichts
Die Storyline ist sehr ausführlich und recht breit angelegt. Es gibt eine politische Handlung, eine klassische Action/Kriegshandlung mit Rebellen etc, genauso wie die Geschichte der Charaktere selber.
Die Handlung flacht gegen Ende leider ein bisschen ab.
Figurengraphik/design: Und heute beim Zuckerbäcker: Frische Punschkrapfen mit rosa Zuckerüberguss.
Die Figuren sind im Mangastil gehalten und sehr süß. Ein kleiner Zuckerschock kann am Anfang sogar Fans dieses Stils passieren. Für alle, die sich fragen wie süß die Figuren sind: Einfach einen Blick auf die Hülle werfen! Dann sollte man keine falschen Erwartungen mehr haben.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es hier allerdings für die Graphik. Die Figuren wirken schablonenhaft und demzufolge zeigen sie in ihrer Mimik eher wenige Emotionen.
Leveldesign/graphik: Im Wunderland ist's schön...
Auch hier gleich zu Beginn ein Negativpunkt: Man sieht ein altbewährtes Muster: Man nehme ein Bündel Blumen, dupliziere es 100 Mal und schon hat man eine Blumenwiese.
Auf der anderen Seite muss man hervorheben, dass die Graphik wirklich sehr scharf und sehr schön ist (Bitte, keine Realistik erwarten! Das ist ein Spiel im Mangastil und wie schon gesagt: sehr süß.) Ich habe bei noch keinem RPG so schöne Dungeons und Levels gesehen. Ich bin ungelogen bei fast jeder neuen Station einmal mit offenem Mund dagesessen. Jeder Dungeon ist anders und traumhaft, ob man jetzt im Wald, in der Kanalisation oder im Schnee ist. Es ist einfach schön.
Hier gleich einmal ein besonderer Pluspunkt für uns PS3 Spieler: Die PS3 Version hat einen Zusatz-Dungeon (und somit auch eine ausgeweitete Storyline). Die Spiegelwelt war für mich persönlich ein kleines RPG Highlight, unabhängig vom Spiel (denn es ist ein eher einfacher Dungeon), der schönste Dungeon den ich je bekämpft habe!
Gegnerdesign: Papa, mein neues Steckenpferd sieht ja aus wie mein Altes.
Auch hier ein kleiner Mangel: Die Gegner sehen manchmal wie jene aus älteren Levels aus, nur neu angepinselt und in geupdateter und stärkerer Form. Das wird vermutlich auch eine Budgetfrage gewesen sein. Immerhin haben die Gegner neue Attacken und mehr HP. Das Kämpfen macht also dennoch großen Spaß.
Sehr positiv hervorzuheben sind die Bosskämpfe. Da gibt es die verschiedensten Gegner und Bosse. Entweder sie gehören zur Hauptstoryline oder zu einer Nebenhandlung. Manche von ihnen einfacher, manche schwieriger.
Das Spielsystem: Alle Wege führen nach Rom..
Das wurde hier von einigen schon bemängelt. Es ist ein schlauchartiges System. Es ist quasi nicht möglich den falschen Weg einzuschlagen. Verirren kann man sich in den einzelnen Dungeons allerdings schon mal, da diese manchmal sehr komplex sein können. Aber am Ende findet man immer einen Weg hinaus, es ist also recht linear.
Auch klassisch: Die durchsichtige Wand: Bei manchen Dungeons rennt man gegen eben diese wenn man vom Weg abkommen möchte.
Es gibt zwar zig Personen mit denen man unterwegs sprechen kann, dennoch ist es kein Open-World Spiel. Wer mit der richtigen Erwartung an dieses Spiel rangeht, wird allerdings nicht enttäuscht.
Story: Lang, präzise... und manchmal geschichtlich?
Hier muss man gleich hervorheben, dass die Videosequenzen sehr lang und ausführlich sind. Das ist für ein JRPG ja an sich nichts Neues, allerdings finden sich in Mitten der Videosequenzen zwischen der einzelnen Chapters der Handlung auch Informationen zu Chopin - reale, geschichtliche Information. Damit sollte wahrscheinlich auf die Verbindungen zwischen dem realen Chopin und der Handlung bzw. der Charakteristiken der Figuren im Spiel hingewiesen werden (Die Hauptfigur Polka beispielsweise soll an Chopins Schwester erinnern usw.)
Die Storysequenzen selber sind, wie schon gesagt, lang. Entweder man mag das so oder man mag es nicht. Das ist simple Geschmackssache.
Gameplay/Kampfsystem: Licht und Schatten
Das Gameplay ist logisch und flüssig und recht einfach gehalten. Netter Zusatz sind die Partituren, die man unterwegs aufsammeln kann. Mit einzelnen Personen, die man in Städten oder unterwegs trifft, kann man Sessions abhalten. Für eine gelungene Session gibt es meistens eine nette Belohnung.
Zum Kampfsystem:
Als RPG Spieler freut man sich ja immer wenn etwas Neues ausprobiert wird, nicht wahr? Das Kampfsystem selber ist an sich recht einfach. Es ist halb rundenbasiert und halb Echtzeit. Soll heißen: Die Charaktere kommen hintereinander an die Reihe, können aber Attacken der Gegner dodgen/abwehren und somit Schaden begrenzen (Sehr wichtig bei Bosskämpfen! Blocken muss wirklich geübt werden, sonst kann es bald mal vorbei sein.)
Bei Kämpfen - und das ist wichtig! - muss man sich schon VORHER entscheiden mit wem man in die Schlacht zieht und mit welchen Items. Also am Besten vor jedem Dungeon die Itemliste checken und einiges in die imaginäre Tasche legen (man hat ja nur eine begrenzte Platzanzahl). Ähnliches gilt für die Charaktere: Es können nur drei kämpfen. Also vorher überlegen mit wem man kämpfen möchte.
Nett hierbei ist, dass auch jene Charaktere, die gerade nicht kämpfen, mit den anderen 3 Erfahrungspunkte sammeln. Allerdings nicht so viele wie jene im Kampf (Logisch, oder?) Ich würde jedem dringend empfehlen alle Charaktere regelmäßig einzusetzen um sie hochzuleven. Wie bei vielen RPGs trennen sich die Wege der Figuren nämlich und man wird gezwungen mit allen zu kämpfen! Auch lernen Charakter mit steigenden Erfahrungspunkten neue Zauber und Attacken, die sehr hilfreich sein können.
Was sehr schön ausgefallen ist: Jeder Charakter hat einen Schwerpunkt: Ist er Nahkämpfer? Kämpft er von der Ferne? Ist er eher Heiler? Oder Magier? Schusswaffe oder Schwert? Insofern kann man die einzelnen Charaktere wirklich gut miteinander kombinieren und ihre Stärken gezielt einsetzen.
Wer gelernt hat mit allen Charakteren hier zu spielen, wird herausfinden: Dass absolut jeder Charakter in einem Kampf gut einsetzbar und brauchbar ist.
Die Attacken, wie schon einige erwähnt haben, basieren auf Licht und Schatten. Ähnlich wie Items kann man auch nur begrenzte Attacken in einen Kampf mitnehmen. Also auch vorher auswählen.
Im Schatten können Charaktere (und auch Gegner) anders reagieren als im Licht. Es gibt also Licht-Attacken und Schatten-Attacken.
Dazu gibt es noch etwas, das sich Gruppenlevel nennt: Das steigt je nach Kampfgeschick regelmäßig um eine Stufe (allerdings in großen Zeitabständen.) Das bedeutet, dass sich einerseits der Schwierigkeitsgrad hebt, zb. dass die Taktikzeit (die Zeit, die man vor einer Runde überlegt, wie man jetzt angreift) verkürzt wird, andererseits gibt es auch vorteile: Man kann je zwei Attacken für Licht und Schatten mit in den Kampf nehmen, mehr Items, usw.
Großer Plus-Punkt: Charaktere!
Man hat wirklich unglaublich viele unterschiedlichste Charaktere zur Auswahl. Wenn alle Charaktere zusammen unterwegs sind spielt man mit ~11-12 Charakteren. Das kann wirklich viel Spaß machen.
Hier wieder ein besonderes Goody für die PS3 Spieler: Wir haben die Möglichkeit auch mit dem Prinzen von Baroque und seiner Verlobten zu spielen! Beide Figuren sind übrigens wirklich gut einsetzbar.
Die Charaktere selber haben in der Storyline alle ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Beweggründe und Hintergründe. Jeder Charakter ist im Spiel einzigartig, weil jeder seine eigenen Stärken und Schwächen hat.
Schwierigkeitsgrad: Bitte... was?
Der Schwierigkeitsgrad wird für viele darauf ankommen wie lange man schon RPGs spiel. Objektive gesehen würde ich sagen: Normal.
Ich persönlich fand es eher einfach. Es gibt ein paar knackigere Bosskämpfe, alles in allem haben mir aber nicht mal die ganz großen Bosse, vor denen ich mich eigentlich schon etwas gefürchtet habe, wirklich etwas ausgemacht. Ich hatte wirklich selten ein Game-Over. Am Schwierigsten waren für mich die optionalen Boss-Kämpfe gegen Dolce, aber alles andere ging. Einfach gut leveln (kein unnötiges grinden nötig), keinem Kampf aus dem Weg gehen und es geht alles recht flüssig dahin (man muss nicht grinden und unnötig hoch aufleveln um Kämpfe zu bestehen, es sei denn man will wirklich ohne Taktik und Geschick gewinnen. Es ist immerhin ein RPG ^^)
Kurze Zusammenfassung:
Pro:
- Wunderschöne Dungeons
- Viele Charaktere mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, auch im Kampf.
- Zwei Zusatzdungeons für die PS3 Version! Mit zwei zusätzlichen Charakteren! Und mehr Storyline
- Schöne Geschichte und ausgefeilte Videosequenzen
- Ein recht einfaches, aber ausgefeiltes Kampfsystem, das Spaß macht
- Optionale Bosskämpfe - unbedingt kämpfen, es gibt einiges dafür.
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