Meine Erfahrungen:
Ich bin reiner Hobbyfotograf (47). Bisher besaß ich eine Minolta 7000 AF Spiegelreflex, eine Kodak Digicam und zu letzt die Pentax Optio 550 Digitalcamera mit 5fach opt. Zoom (37-188 mm) und 5 MPixel Bildauflösung (max 2.592 x 1.944 Bildpunkte), die ich 2003 für ca. 650 Euro gekauft hatte.
Meine Ansprüche:
Meistens sehe ich mir meine Bilder (Unsere Kinder, Urlaub, Garten, Personen auf Festlichkeiten wie Weihnachten, Ostern, Parties) auf einem PC-Bildschirm mit 46cm Diagonale an oder als Ausdruck in Fotoalben mit max. Größe DIN A4. Nur zwei Bilder unseres neuen Teiches habe ich auf Leinwand 40x60cm und als Bild 50x70cm vergrößern lassen. In allen Fällen war ich mit der gelieferten Bildqualität meiner Pentax vollkommen zufrieden.
Vor allem durch den Teich habe ich allerdings gesteigerte Anforderungen:
1. mehr Weitwinkel, um den ganzen Teich mit Gartenhaus (Gesamtlänge ca. 15 m, Breite ca. 10m) von möglichst vielen Positionen im Garten auf das Bild zu bekommen
2. vor allem mehr Zoom für das Fotografieren von Vögeln, Schmetterlingen und Libellen. Gerade die scheuen Vögel lassen den Fotografen nicht sehr nahe an sich herankommen. Ideal ist es für mich sie vom Balkon aus, der ca. 18 m von der Trink- und Vogelbadestelle entfernt ist, abzulichten.
3. Schnellere Geschwindigkeit beim Start der Kamera und bei Serienbildaufnahmen für die Libellen und vor allem für die Schwalben, die während des Flugs Wasser aus dem Teich aufnehmen.
4. Filme in HD-Qualtität
5. Panorama-Bilder
6. Bildqualität nicht schlechter als die meiner Pentax
Der Kaufentscheidungsprozess:
Wegen der Brennweitenspanne kamen daher für mich entweder Bridge-Kameras in Frage oder eine Spiegelreflex mit Wechselobjektiven. Leider hieß es in beiden Fällen Abschied zu nehmen von dem kleinen, leichten und handlichen Jackentaschenformat der Pentax. Bei den Bridge (oder auch Superzoom genannt) kamen für mich entweder die
a) Canon SX30 IS (24 - 840 mm)
b) Nikon P500 (23 - 810 mm)
c) Fujifilm HS20 EXR (24 - 720 mm)
d) Sony HX 100V (27 - 810 mm)
in Frage. Bei den Spiegelreflex gefielen mir am Besten die
e) Nikon D7000
f) Sony A55
g) Canon 60D
h) Nikon D5100
Bei Spiegelreflexkameras stellt sich aber immer die Frage: Mit welchem Objektiv bzw. gar Objektiven? Ich habe kein Objektiv gefunden, dass an die Brennweitenspanne der Bridgekameras annähernd herankam. Wohl, weil bei diesen Brennweitenspannweiten die Bildqualität zu sehr leidet und die Profifotografen dann eher mehrere Objektive nehmen, um das Optimum an Qualität zu erreichen. Aber wie oben schon erwähnt, reicht mir die Bildqualität der kleinen Pentax vollkommen aus, daher war die Bildqualität nur bedingt ein Kaufkriterium für mich insofern die Bildqualität nicht schlechter sein sollte als die meiner Pentax. Für die Spiegelreflex interessant fand ich das neue Objektiv von Tamron mit 18 bis 270 mm Brennweite. Zwar hat dieses Objektiv einen besseren Weitwinkel als meine Pentax aber nicht sehr viel mehr Zoom. Würde der Zoom für meine Ansprüche schon genügen? Ich hatte meine Zweifel, also verfolgte ich intensiver die Bridge-Modelle.
Neben der Brennweitenspanne gab es die Geschwindigkeit der Pentax zu schlagen: Startzeit bis zur Aufnahmebereitschaft 6 sec - in der Zeit war so manches tierisches Motiv schon längst wieder weg :-) und Serienbildgeschwindigkeit 1,25 Bilder/sec - leider v i e l zu langsam für die flinken Schwalben.
a) Canon SX30 IS (2,3 sec / 1,4 Bilder/sec) für mich zu langsam
b) Nikon P500 (1,4 sec / 9,1 Bilder/sec) klingt gut
c) Fujifilm HS20 EXR (4,3 sec / 3 Bilder/sec) für mich zu langsam
d) Sony HX 100V (2,4 sec / 10 Bilder/sec) klingt gut
Damit blieben noch zwei Kameras im Rennen wobei die Sony aber etwas schneller ist und vor allem 10 Bilder in der Serie macht, die Nikon aber nur 5. Schwenkpanorama und HD-Video bieten beide. Die Lichtstärke des Objektivs, die Verschlusszeiten und die Blendenwerte sind bei der Sony HX100V besser. Die Bildqualität der Nikon wurde in so manchen Testberichten ebenfalls nicht so gut bewertet wie die der Sony.
Aber war die Bildqualität der Sony mit dem Carl-Zeiss Objektiv nun besser als die meiner alten Pentax? Bei meinen Recherchen habe ich immer wieder gelesen, dass die alten Kameras häufig die besseren Objektive hatten als die heutigen und da war ja auch noch die Unsicherheit, dass durch den großen Brennweitenbereichs des Objektivs vielleicht auch die Bildqualität erheblich schlechter sein könnte. Laut Testberichten gibt es anscheinend ja auch Kameras mit besseren Bildqualitäten wie z.B. die der Nikon P7000 oder eben nach diversen Meinungen, die Objektive von Spiegelreflexkameras.
Die Kaufentscheidung:
Schließlich kam ich zu dem Enschluss, dass mir die Werte aus den verschiedensten Testlaboren über Linienpaare, Texturtreue, Rauschwerte, Dynamikumfang und so manch anderen objektiven Bildqualitätsmerkmalen nicht weiterhelfen, sondern einzig und allein mein eigener Vergleichstest.
Also machte ich mich auf zu einem Markt mit dem Planetennamen und bekam zu hören, dass Sony wegen der Tragödie in Japan im Moment nicht liefern kann. Das gleiche hörte ich im Doppel-M-Laden. Der Verkäufer dort war sehr kompetent und öffnete mir mein Herz für die Pentax K-r mit einem Tamron 18-200 Objektiv für 777 Euro im Paket. Ohne es wirklich zu wissen, traf er mit dieser Kombination bei mir ins Volle. Er untermalte seine Argumentation für die Spiegelreflex noch mit selbst gemachten gestochen scharfen Papageien- und Landschaftsbildern, die mit dieser Kamera aufgenommen wurden. Für Sony hatte er rein gar nichts übrig. Damit brachte er mich wieder voll ins Wanken. Eine neue Pentax-Kamera war aber für mich erst einmal überhaupt nicht in die engere Wahl gekommen.
Also bin ich ohne das Angebot gekauft zu haben und leider ohne eine Testkamera wieder nach Hause gegangen und habe noch mal im Internet über die Pentax K-r nachgelesen. Allerdings konnte ich wenig überragend positives über diese Kamera lesen und sie (das Paket) war in fast allen von mir geforderten Kriterien der Sony HX100V unterlegen.
Zum Glück fand ich dann doch noch im Internet auf dpreview.com aktuelle Bilder von Nutzern der Sony HX100V. Allesamt waren für meine Ansprüche perfekt. Daher stand für mich dann in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag fest, dass ich diese Sony kaufen werde. Und siehe da, in fast allen Internetshops war die Sony sofort lieferbar. Also habe ich bei Amazon in der Nacht um 2 Uhr für 460 Euro bestellt. Die Bestätigung mit der Lieferzeitangabe vom 26. Juli bis 01. August fand ich fair und wollte mich bis dahin gedulden. Jetzt kommt der Hammer: Sie wurde bereit am Freitag Mittag von DHL geliefert. Riesen großes Lob an Amazon.
Mein Vergleichstest:
Ich habe die Kamera natürlich gleich ausgepackt. Wie erwartet ist sie wesentlich größer als meine Pentax aber dennoch für die Brennweitenspanne kompakt, leicht und griffig.
Im Paket lag eine Zubehörwerbung von Sony für das externe Ladegerät - scheint also in der Zwischenzeit erhältlich zu sein.
Mein Objektivdeckel sitzt fest auf dem Objektiv. Selbst durch starkes Ziehen an dem Fangseil kann ich den Deckel nicht lösen - scheint also auch gelöst zu sein. Ja, beim Einschalten springt der Deckel vom Objektiv, wenn man ihn vorher vergessen hat abzunehmen, weil das Objektiv herausfährt. Das finde ich allerdings gut, weil man dann nicht versehentlich Aufnahmen machen kann mit aufgesetztem Deckel. Soll ja schon mal vorgekommen sein :-)
Das 3 Zoll Display ist natürlich viel größer als das der alten Pentax. Es ist sehr scharf, allerdings in den Farben auch sehr peppig. Die leicht rötlichen Haare meiner Frau erscheinen auf dem Bildschirm deutlich rot. Hierfür eine 1/10 Note Abzug.
Zunächst war ich geschockt, weil meine SD-Karte aus der Pentax nicht in der Sony erkannt wurde. Aber beim zweiten Einsetzten hat auch das funktioniert.
Die Kamera startet vernünftig schnell, die Serienbildfunktion ist hammerschnell und der Autofocus ist meiner Meinung nach ebenfalls schnell. Schwalben - und erst recht keine Libellen - sind natürlich wegen des schlechten Wetters am Wochenende noch nicht über den Teich geflogen, aber das rattern der Serienaufnahme ist schon klasse.
Der Sucher der Sony ist digital, der meiner Pentax war ein optischer. Das ist tatsächlich ein großer Unterschied, denn obwohl die Auflösung des Suchers schon recht hoch ist, wirkt das Bild dennoch verpixelt. Man kann zwar die Dioptrin auf die eigenen Augen einstellen, aber das hilft gegen die Pixel auch nicht. Gut ist natürlich, dass man jetzt im Sucher auch alle Angaben zum Bild wie das aktuelle Programm, die Iso, die Verschlusszeit, Blendenwert, Alarmwerte usw. angezeigt bekommt. Dennoch ziehe ich hierfür wieder 1/10 Note von meiner Bewertung ab. Da haben Spiegelreflex einen eindeutigen Vorteil.
Durch die vielen Funktionen (16 Szenenprogramme und 10 Modi) ist das Lesen der Bedienungsanleitung - eine Schnellanleitung liegt in zig Sprachen bei und eine ausführliche als CD-ROM - meiner Meinung nach ein Muss. Die Kamera hat viele versteckte Funktionen - wie die des Stellrads - und zu viele Wenn-Dann-Funktionen - z.B.
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