Während ich die Sony alpha 580 besitze hat sich ein guter Bekannter die Canon 60D zu Weihnachten gegönnt!
Wir haben einen kompletten Tag zusammen verbracht und beide Cameras ausgiebig und überwiegend unter gleichen Bedingungen getestet.(Beide mit den Standart Kit-Objektiven)
Das Fazit: Beide sind hochwertige Cameras mit fantastischen Qualitäten.
BILDQUALITÄT: Beide liefern eine exzellente Bildqualität, bei Canon jedoch fängt das Rauschen bei hoher ISO Zahl etwas früher an (ab 800 ISO geringes Rauschen) bei Sony sind bei den Bildern selbst bei 3200 ISO kein störbares Rauschen zu sehen. Das positive bei Canon: sie hat eine bessere Belichtungsmessung, bei Sony kann unter den verschiedenen Manualprogrammen aber das gleiche rausgeholt werden. Insgesamt also UNENTSCHIEDEN.
VIDEO: Beide Cameras mit toller Bildqualität im Full-HD Modus, lediglich das nachträgliche manuelle Focussieren und die Autobelichtung sind bei beiden Cameras (ein pumpen) störend. Der interne Bildstabi bei Sony punktet gegenüber der Canon, die das Objektivstabi bei Videoaufnahmen nicht nutzen kann. Das interne Stereo-Mikro ist bei Sony deutlich besser als das Mono-Mikro bei Canon. Optional kann bei beiden über 2.8 Stereoklinke ein externes Mikro angeschlossen werden, was jedoch bei beiden nicht regelbar ist! Leichtes Plus also bei SONY.
PROGRAMME: Beide Cameras haben umfangreiche Programme,SONY bietet jedoch zusätzlich 3D-Panoramafunktion und internes HDR und punktet deshalb gegenüber der Canon. Auch beim schnellen fotografieren ist die Sony vorne. Bei AF-Geschwindigkeit sind beide gleich gut. Der interne auch überarbeitete Bildstabilisator (Steadyshot) bei Sony ist ein Riesenvorteil gegenüber der Canon. Das schlägt sich beim Kauf der Objektive nieder und bei Sony kann man die qualitativ-hohen alten Ofenrohrobjektive (die man fürn Appel und ein Ei kriegt) von Minolta problemlos dranschrauben. Die RAW-Anbindung ist bei canon besser als bei Sony, canon kann da vom PC her bedient werden, Sony nicht.Der interne Blitz reicht für viele Nahaufgaben aus, da tut sich bei beiden nicht viel. Bei Sony scheint die Abstimmung nicht so gut zu sein, viele Bilder wirken ein wenig zu hell im Auto modus. Insgesamt aber PLUS für Sony.
DISPLAY und LIVEVIEW: Beide fotocameras haben großzügige pixelscharfe Displays. Das Canondisplay ist dreh und schwenkbar, bei Sony nur in der vertikale. Beide Displays sind kontrastreich und scharf, Sony arbeitet im Liveview wesentlich schneller. Canon bietet im Sucher 9 Focuspunkte Sony 11. Der Sucher bei Canon ist leicht größer als von Sony. Beide haben auch eine interne Wasserwaage. Canon hat noch die LCD-Anzeige der wichtigsten Parameter auf das Gehäuse (bei stativarbeit ok, sonst keinen sinn, da das Display ja in allen richtungen dreh und schwenkbar ist, dadurch geht unnötig akkuenergie flöten!). Die Menueführung ist bei Sony gerade für anfänger besser, grosses Plus: jede Parametereinstellung wird durch einen Hilfstext erklärt, so lernt man intuitiv an der camera die Bedeutung der Funktionen kennen, bei Canon muss man sich einarbeiten, aber hat man die vielen Funktionen einmal drauf, läuft es dann auch ganz gut, weil die Menueführung logisch strukturiert ist. Unentschieden!
BATTERIEDAUER: Bei sony fast die doppelte Kapazität! Als wir nach gut 5 Stunden (mit 5 Videos und ca. 150 verschossene Bilder) die Restkapazitäten überprüften war Sony bei 62% die Canon bei 28%! Dafür kostet ein zweiter Akku bei Sony 70 euro gegenüber 35 euro bei der Canon. Unentschieden!
GEHÄUSE/HAPTIK: Klares Plus für die Canon. Das Gehäuse wirkt sehr massiv und richtig professionell, Sony hat da auch viel an Masse gewonnen und liegt gut in der Hand, kommt aber an die Haptik der Canon nicht ran, wirkt noch etwas zu künstlich. Die Canon erinnert an alte SLR Zeiten wo die Bodys richtig massiv waren. Die Eos wiegt auch paar Gramm mehr gegenüber der Sony, aber beide wirken massiver als die EOS 500er oder Sony 390 oder gar 55, die wie Spielzeug dagegen wirken.
PREIS/LEISTUNG und ZUBEHÖR: PLUS für SONY. Durch deutlich günstigere Objektive (Canon braucht ja die recht teureren Bildstabilisierten und die Nutzung alter Minoltaobjektive ist bei Sony ja erwähnt worden), und da Sony auch preislich ca. 120-150 EURO günstiger (nur BODY)als die D60 ist, gibts klare Vorteile für Sony. Bei Zubehör wie SD-Karten, Fernbedienung oder externe Blitze tut sich bei beiden nicht viel.Das mitgelieferte Zubehör (Tragegurt,Softwarepack,Akkulader, usb-kabel, anleitung) ist nahezu identisch (nicht nachvollziehbar ist, dass man in der Preisklasse wenigstens eine starter Speicherkarte 4GB zB und ein HDMI Kabel beigelegt bekommt, kostet dem hersteller etwa knappe 10 euro mehr).
Schlußfazit: beides sind hervorragende DSLR-Cameras die in ihrer Preisklasse nur die NIKON D7000 fürchten müssen. Für meine Begriffe hat die Sony einen Tick mehr möglichkeiten (Panorama,HDR,internes Bildstabi), ist günstiger in Anschaffung und in den Objektiven (bis zu 50% billiger gegenüber der Canon Bildstabilisierten Objektive) und ist wesentlich schneller im Serienbild Modus als die Canon, die die bessere Belichtungsmessung und das massivere Gehäuse hat. In punkto Bildqualität tun sich beide nichts, das Rauschverhalten ist bei Sony etwas besser, da helfen der EOS 60D die 2 Mill. mehr Pixel auch nicht so viel. Empfohlen sind bei beiden Cameras der Austausch der Kit-Objektive durch hochwertigere um das Potential der Cameras noch ergiebiger zu nutzen. Also fangt schon mal an zu sparen! Der Wehrmutstropfen ist bei beiden die fehlende AF-Funktion und der lineare autozooming knopf im Video-Modus, für Youtube videos noch ok, aber für videoisten unzureichend (trotz der atemberaubenden Bildqualität). Wenn man die Videofunktion als nettes Add on sieht und die die Cameras hauptsächlich für das fotografieren nutzt ist dieses manko zu vertreten (Filmfreaks kaufen keine DSLR mit Videofunktion!).Dennoch, beide cameras verdienen klar 5 Sterne!!