Für die Sony DSC-W350 hatte ich mich wegen ihrer Vielseitigkeit entschieden. Ein 26mm-Carl Zeiss gibt mir den erforderlichen und viel genutzten Weitwinkel für Innenräume und Landschaften. Daneben fühlte ich mich von der Panorama-Funktion angelockt. Üblicherweise ist es recht aufwendig, per Software aus akkurat erstellten Fotos ein Panorama zu zaubern. Außerdem kann man hier nun endlich auch SD-Karten einsetzen, nicht diese nur auf Sony fixierte Speichererfindung.
Die Verarbeitungsqualität ist ansprechend. Metall-Stativgewinde, abgerundete Ecken, präzise arbeitende Knöpfe, sauber sitzende, verriegelbare Akkuabdeckung. Nur die Hinterseite hätte ich auch gern in Metall gehabt, nicht in schwarzem Plastik. Von vorn sieht die Kamera hui! aus, von hinten, sagen wir mal... naja, gespart. Auch der Plastikumschalter Foto/Panorama/Video macht auf Billigheimer. Skeptisch war ich - nach vielen gelesenen Rezensionen und Testberichten - über die Fotoqualität und die Panoramafunktion.
Beides konnte mich durchaus überzeugen. Das Rauschen hält sich in erfreulichen Grenzen; bei Nachtaufnahmen versagt alledings die Automatik und produziert echten Abfall, da muß man etwas üben und mit manuellen Einstellungen arbeiten. Und noch etwas: Erstaunlicherweise bewirkt die Umschaltung auf 16:9 nicht nur eine Reduzierung auf ein schmaleres Bild, sondern geht auch mit Qualitätseinbußen einher!
Ich wusste schon vorher, dass die DSC-W350 nicht die Schnellste ist. Die Auslöseverzögerung ist gut. Der Autofokus macht auch prima mit. Jedoch braucht die Kamera zwischen zwei Fotos rund drei Sekunden, um die Daten verarbeiten. Dies ist also keine Schnappschusskamera, mit der man knips-knips-knips herumtollende Kinder oder Haustiere fix abfotografieren kann. Auch beim Ein- und Ausschalten braucht sie etwas Besinnlichkeit, ehe sich das herausgefahrene Objektiv wieder zurückzieht. Das könnte alles etwas schneller gehen.
Die Panorama-Funktion macht Spaß. Mir war auch hier schon vorher bekannt gewesen, dass das Bild nicht voll aufgelöst wird, sondern Rauschen und Unschärfen zu verzeichnen sind. So entsteht ein Bild, das man mit einem hochwertigen Video-Standbild vergleichen könnte - aber eben in Panorama. Begeistert war ich, wie einfach das geht. Ein kurzer Schwenk um 180 Grad, und schon war das Foto ohne jede Vorübung im Kasten. Die Wirkung ist - wieder auf Bildschirmgröße skaliert oder im DinA4 Ausdruck - in Ordnung. Jedoch in voller Auflösung ist es mehr rauschend, als berauschend, gerade noch akzeptabel. Das Panorama eignet sich aber eher für Landschaften und dergleichen, nicht für Innenräume, da oben und unten das Bild stark beschnitten wird und von daher ein weiter Abstand zum Objekt empfehlenswert ist. Diese Panoramaeinrichtung ist ein netter Zusatz. Perfekt wäre sie, wenn die Bildqualität Foto-Niveau hätte.
Videotechnisch ist das kleine Teil voll auf der Höhe der Zeit. Großes, klares Bild mit hervorragendem Mono-Ton und einsetzbarem Zoom. Ich nutze Video nicht viel, aber man erhält hier zusätzlich noch einen kleinen Mini-Camcorder, der gute Leistung bringt.
Insgesamt kann ich diese Kamera empfehlen. Bleibt abzuwarten, wie sie sich unter Langzeitbedingungen, sprich Robustheit und Langlebigkeit, bewährt.
P.S.: Nach über einem Monat bin ich immer noch zufrieden. Was sich allerdings als schwach herausgestellt hat, ist das Display unter Sonnenlicht-Bedingungen. Die Kamera ist nichts für superhelle Bedingungen, Strand etc. da wird das Display dunkel bis unkenntlich. Die Kamera punktet bei Tageslichtaufnahmen und normalen, nicht zu diesigen Innenraumaufnahmen. Mit der Akkuleistung komme ich bislang auch gut zurecht.