Ich muss vorweg erwähnen dass ich Profi- Sport und Landschaftsfotograf für größere Zeitungen bin und die Bildergebnisse und Funktionen der Kamera dadurch vielleicht kritischer beurteile als ein Amateurfotograf, da ich normalerweise nur mit Kameras wie Canon Eos 1d Mark III oder Eos 5d Mark II arbeite.
Ich verwende die Kamera ausschließlich als Partyfoto, da ich für Normalbilder meine großen Spiegelreflexkameras habe. Trotzdem habe ich der Kamera einmal für eine Woche einen ausführlichen Test für ziemlich alle Situationen unterzogen.
Viel Spaß beim lesen
Zuallererst einmal nur die Fakten die bei den Tests herausgekommen sind, für die leute die gerne nur Fakten lesen:
Pro und Kontra der Kamera selbst:
+sehr gute Verarbeitung
+Metallgehäuße
+extrem Kompakt, passt dadurch garantiert auch in die kleinste Hosentasche
+liegt trotz der dicke von nur rekordverdächtigen 15mm gut in der Hand
+Schiebemechhanismus schützt Optik und Blitz gut vor schäden beim tragen in der Hosentasche
+kein herausfahrendes Objektiv
+innerhalb von einer Sekunke betriebsbereit
+gut zu bedienendes großes 3" Touchscreen mit dem man alle wichtigen Funktionen schnell erreicht
+gute Akkuleistung für eine so kleine Kamera (entspricht ungefähr den Herstellerangaben)
+Metallstativgewinde (ist beim Filmen sehr nützlich oder bei Lanzeitbelichtung schon fast pflicht)
*wiegt 150g für ein so kleines Gerät (für mich positiv wegen dem wertigkeitsgefühl aber für andere vielleicht zu viel, dehalb ein neutraler punkt)
-habe noch nichts negatives an der Kamera selbst gefunden. Wenn ich noch etwas finde trage ich es nach!
Hier die Pro und Kontras der Fotofunktion:
+Gute Bildqualität und Schärfe
+Rauschfreie Bilder bis ISO 400 bei 8MP (4:3)
+sehr gute Intellegente Automatik
+gute HDR-Ähnliche Bilder mit der DRO-Funktion
+ISO 80 für rauschfreie Bilder
+keine Verzeichnung bei 35mm und 140mm Brennweite
+Makroautomatik
+Rotaugenblitz nur wenn ein gesicht durch die Gesichtserkennung gefunden wurde (funktioniert erstaunlich gut)
-grobes, ganzflächiges Bildrauschen bei 12MP (4:3), 11MP (3:2) und 9MP (16:9)
Hier die Pro und Kontra der Videofunktion:
+sehr hohe Auflößung (bei Fernsehern enstpricht sie dem HD-Ready Standart)
+sehr gute Videoqualität
+30Bilder pro Sekunde bei 720p Fein
+optischer Bildstabilisator
+optischer Zoom funktioniert auch wärend des Filmens
-Soundqualität
Jetzt die ausfürliche Version
Zunächst zu der Verarbeitung der Kamera:
Sony T-Serien mäßig ist die Kamera sehr gut verarbeitet und liegt trotz ihrer dünnen Bauform sehr gut in der Hand. Überrascht war ich von dem hohen gewicht der Kamera (im Vergleich zur Größe), was aber auch mit auf hochwertige Materialien bei der Verarbeitung hindeutet. Das Gehäuße ist nicht wie bei so manch anderen Fotos aus Plastik oder ähnlichem sondern aus Metall (welches weis ich leider nicht genau damit kenne ich mich eher weniger aus). Mit Akku und Speicherkarte wiegt die Kamera dann knappe 150g!
Sehr positiv überrascht bin ich von dem 3" großen Touchscreen Monitor, mit dem sich sehr schnell sehr einfach alles bedienen lässt und die Bilder werden gestochen scharf wiedergegeben.
Die Optik ist Carl Zeiss Typisch natürlich sehr gut und sowohl im 35mm Weitwinkel als auch im 140mm Tele sind keine Verzeichnungen festzustellen. Nur an den außersten Ecken bei 35mm wird das Bild leicht dunkler.
Das tolle an der Sony T-Serie ist natürlich, dass keine Optik herausfährt wenn man die Kamera einschaltet.
Leider liegt die kleinste Blende nur bei 3.5 was eben nicht so lichtstark ist aber dafür liefert der Blitz gute Ergebnisse, ohne Farbverfälschung, falls es doch mal etwas zu dunkel ist.
Der Schiebemechhanismus auf der Vorderseite ist für meine Zwecke das ausschlaggebende gewesen, da er die Linse sowie den Blitz sicher schützt und abdeckt. Somit ist alles gut geschützt wenn ich sie auf Partys in die Hosentasche stecke.
Zur Bildqualität:
Solang man die Bilder bei normalen Lichtverhältnissen macht und ich sie an meinem kalibrierten Studiomonitor anschaue sieht jedes Bild sehr knackig und farbgetreu aus. Sobald man aber das Bild (bei 12MP) aber auf 100% der Bildgröße anzeigen lässt sieht man grobes Rauschen.
Test:
Darum habe ich einmal alle Auflößungen mit jeweils den Gleichen bildern und verschiedenen Situationen für 3 Tage getestet.
Dabei habe ich folgende Motive verwendet: Landschaft mit viel licht, kräftig rote Rosen mit Blitz und ohne Blitz, Porträt mit Blitz und ohne Blitz, Zimmer dunkel mit Blitz, Discothek mit Blitz und zu guterletzt noch Makroaufnahmen.
In folgenden Auflößungen habe ich getestet:
Format: 4:3 (12MP,8MP,5MP)
Format: 3:2 (11MP)
Format: 16:9 (9MP)
Ergebniss der Tests:
Am besten war für mich die Auflößung von 8MP im Format 4:3 da dort kaum noch Rauschen bis ISO 400 bei 100%, also der tatsächlichen Auflösung, zu sehen war. Bei ISO 80 und 100 konnte ich bei den 8MP kein Rauschen feststellen.
Bei 12MP (4:3), 11MP (3:2) und 9MP (16:9) war das Rauschen sogar bei ISO 80 und 100% zu sehen. Allerdings war dies bei den Formaten 3:2 und 16:9 auch zu erwarten, da bei diesen formaten nur oben und unten eben soviel pixel vom 12MP 4:3 Format "weggeschnitten werden, damit das 3:2 bzw 16:9 format erreicht wird.
Durchgefallen ist bei mir die Kamera allerdings bei den kräftig roten Rosen mit Blitz, da das Rot dabei so extrem kräftig aufgenommen wurde, dass alle Details dabei verloren gegangen sind.
Fazit zum Test:
Für Normale Leute die gelegentlich den Foto mitnehmen und Fotografieren empfehle ich die einstellung von 8MP beim 4:3 Format, da dort die Bildqualität am besten ist und kein Bildrauschen zu sehen ist.
Ich werde trotzdem im Format 3:2 (Spiegelreflexstandart) bei 11MP fotografieren und die gesammten Bilder die ich gemacht habe dann mit Lightroom auf 9MP downskalen. Dadurch ist das Rauschen auch nichtmer sichtbar und man hat noch etwas mehr Pixelpuffer als bei 8MP in 4:3.
Das gleiche gilt bei mir für 12MP im 4:3 Format was dann bei 10MP downskaling ohne Bildrauschen ist!
Die "High Defenition" oder HD-Ready-Auflößungs- Filmfunktion:
Die Videoauflößung beträgt 1280x720Pixel, was deutlich höher ist als bei Standartfotos. Gut ich brauche eigentlich keine Filmfunktion in einem Foto aber ich habe sie für euch trotztem mal so stichprobenweise gestestet, um ein Urteil davon abgeben zu können.
Ich bin wirklich über die exzellente Videoqualität der Kamera überrascht! Das habe ich in keinster weise von so einer kleinen Kompaktkamera erwartet!
Da die ersten tests so gut waren, habe ich einen freund gebeten, mir mal für einen tag seine "250¤ teure Videokamera von Toshiba", mit der gleichen Auflößung wie der Sony Foto, zu leihen. Ich habe beide kameras auf jeweils ein dreibein Stativ geschraubt und getestet. Die Videos der Sony waren überraschenderweise meistens sogar besser als die der Toshiba Videokamera! Besonders bei dunklen bereichen wenn man dann schnell ins helle umgeschwänkt hat, hat die Sony T90 viel schneller scharf gestellt und die Helligkeit angepasst!
Bei freihand Aufnahmen war ich auch über den OPTISCHEN-Bildstabilisator der T90 überrascht, da er sehr gut gearbeitet hat.
Das einzige minus bei den videos bekommt der klang, der mich nicht überzeugt hat aber man darf auch nicht zu viel von so einer kleinen "möchtegern Videokamera" erwarten ;)
Interne Software und Schnickschnack:
Es wurde wieder einmal seeeehhhhr viel Software in die kleine Kamera hineingestopft. Ich als Fotograf mache eigentlich alles Manuell deshalb kenne ich mich mit dem ganzen Softwarekram nicht so gut aus aber dennoch haben mich bei der Kamera einige Funktionen überzeugt wie zum Beispiel:
-die Intelligente Automatik, welche automatisch das richtige Programm für die jeweilige Situation nimmt
-die Gesichtserkennung die wirklich gut arbeitet und in 3 Lächlerstufen einstellbar ist
-der Rotaugenblitz der nur auslößt wenn die Gesichtserkennung eingeschaltet ist
-die DRO Funktion, welche HDR ähnliche Bilder zaubert ohne nachträgliche bearbeitung (einfach nach HDR Bildern googlen wenn jemand nicht weis was das ist)
-die ISO 80 Funktion bei der Programmautomatik (PGM) bei der sehr gute Bildergebnisse entstanden sind ohne Rauschen selbst bei 12MP (4:3)
-die Makroautomatik die perfekt funktioniert
-die Moglichkeit einen beliebigen Punkt zu fokusieren, indem man einfach den gewünschten punkt auf dem Touchscreen berührt.