Mit der Sony H50 sind sehr gute Aufnahmen, auch in den ISO-Bereichen 400, 800 möglich.
Sie hat zahlreiche individuelle Einstellungsmöglichkeiten und ein qualitativ gut verarbeitetes Gehäuse und gut zu bedienende Schalter und
Knöpfe. Mit dem Jog-Dial kann man in der Bildwiedergabe schnell durch die Aufnahmen scrollen, sehr schön.
Das Schneider-Kreuznach Objektiv trägt wohl ebenfalls zu einer guten Aufnahmequalität bei.
Der ausklappbare 3" Monitor bildet auch bei Sonnenlicht gut einsehbar ab und gibt Aufnahmen gestochen scharf wieder. Das Scharnier wirkt wertig ung gut verarbeitet, der Monitor rastet satt wieder in das Gehäuse ein und läßt sich auch nur mit einem gut definiertem Widerstand herausnehmen.
Den eingebauten Sucher kann man getrost vergessen, er ist viel zu klein und eine Bildkomposition über ihn war mir kaum möglich.
Arbeitet man gerne mit dem Blitz, so wird man bei der H50 nicht enttäuscht. Er ist ausreichend kräftig und hat zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten u.a. die Möglichkeit Motive und Hintergründe nur leicht aufzuhellen, sodaß der Blitz das Bild nicht dominiert, sehr schön!
Mit dem Handgriff liegt die H50 gut in der Hand, sie hat ein angenehmes Gewicht, sodaß man relativ verwacklungsfrei Aufnahmen gestalten kann.
Es wird sogar eine Fernbedienung mitgeliefert, mit welcher sich die Kamera komplett fernbedienen läßt, sowie eine variabel einstellbare Sonnenblende!
Leider hat sie für mich zwei, drei wesentliche Mankos:
-Der Akku hat eine Ladezeit von ca. 5! Stunden. Es steht sogar in der Bedienungsanleitung, dass man eine längere Ausdauer erreicht, wenn man den Akku nach erlöschen der Ladeanzeige noch eine Stunde lädt. Also lädt der Akku fünf Stunden und das finde ich persönlich etwas lange.
Der Akku der Canon G10 ist nach zwei Stunden voll geladen, der der Panasonic TZ4 ebenfalls.
Natürlich kann man mit einem Zweitakku arbeiten und lange Ladeströme sind ja auch besser für den Akku, mich hat die lange Ladezeit trotzdem gestört.
-Die Zoomwippe ist genau dort angebracht wo der Daumen auf der Gehäuserückseite aufliegt. Jetzt kann man sagen, ist doch praktisch, kann man schnell fokusieren.
In der Praxis sieht es aber so aus, hält man die Kamera einfach so in der Hand, kommt man mit dem Daumen ständig auf diese Wippe und verändert somit unbemerkt die Brennweite. Auch wenn ich mir vorgenommen habe, mich auf den Daumen zu konzentrieren, geht nicht, irgendwann liegt er wieder auf der Wippe auf.
Das Nachfolgemodell HX-1 hat die Wippe da wo sie hingehört, um den Auslöser herum.
-Stellt man die Kameratöne leise, also das Gepiepe wenn man durch das Menü scrollt, so werden auch die Fokus-Warntöne und der Auslöseton leise gestellt. Die H50 zeigt zwar eine optische (Un)scharfstellung an, ich persönlich habe auch gerne einen akustischen Hinweis.
Ansonsten kann ich die H50 nur empfehlen, sie hat manuelle Einstellungsmöglichkeiten und eine Makrofunktion ab 1cm.
Ihr Rauschverhalten war zumindest im manuellen Modus angenehm, also dunklere Bildbereiche wurden bei passender ISO-Einstellung kaum verrauscht, die Aufnahmen waren sehr scharf und kontrastreich.
Vorallem die Makroaufnahmen waren genial, auch der Bildstabilisator arbeitet im Maximalzoombereich und auch sonst einwandfrei, die Teleaufnahmen waren gestochen scharf und nicht verwackelt (Habe ein Kennzeichen eines ca. 150 mtr. entfernt geparkten Wagens fotografiert und die Händlerwerbung unter dem Kennzeichen war auf dem Foto einwandfrei zu lesen!).