Bislang habe ich mit Canon's G2 fotografiert; eine tolle Kamera, die fast alles mitbringt, was das Herz eines ambitionierten Hobby-Fotografen begehrt. Doch sie hat leider auch Grenzen, die ich jetzt überwinden wollte: Größere Brennweite (Zoom), bessere Makro-Funktion, besserer Autofocus, kürzere Einschaltzeit, bessere Handlichkeit (Kameragriff), um die wichtigsten Punkte zu nennen. Die Pro1 von Canon sollte die Lösung sein.
Doch nun ist es eine Sony geworden. Ohne CompactFlash-Unterstützung hätte ich sie nicht in Betracht gezogen. Hat sie aber(!). Sie ist groß und schwer; eigentlich schlecht, da nicht so schön portabel wie Canon's Pro1. Dafür sorgen Größe und Gewicht dafür, dass die Kamera genial in der Hand liegt. Fotografieren wird mit dieser Kamera zu einem echten Erlebnis.
Die bisher geschilderten Vorteile kann ich unterschreiben: Alles blendend! Die Nachteile: Hohes Bildrauschen bei höheren ASA-Werten. Aber da kommt man wirklich nur mit einer größeren, schwereren und teureren D-SLR drum herum. In dieser Klasse gibt es leider nichts besseres. Die Farbsäume, die oft bemängelt werden, kommen eigentlich nur in extremen Situationen vor und können meist umgangen werden, indem man die Brennweite verändert. Auch eine andere Blende kann Wunder wirken. Leider ist (im Gegensatz zur Canon) kein Fernauslöser dabei: 70 ¤ kostet der Spaß bei Sony, und ist dazu noch mit einem Kabel eingeschränkt. Für Langzeitbelichtungen aber unabkömmlich. Dafür ist die Streulichtblende serienmäßig an Bord.
Die Automatiken funktionieren sehr gut, doch zum "knipsen" ist diese Kamera viel zu schade. Egal ob Vollautomatik, Teilautomatiken (Blenden- oder Verschlusszeit-Priorität) oder vollmanuelle Bedienung, die 828 liefert tolle Ergebnisse und eine hervorragende Bedienung. Man muss das Teil nicht vom Auge nehmen und kann alle Informationen aus dem vollwertigen Sucher entnehmen. Ist man bei Digi-Cams kaum noch gewohnt und ist sehr wohltuend. Auch die manuelle Focussierung funktioniert mit dem Stellring sehr präzise.
Die Abkehr vom elektronischen zurück zum manuellen Zoom ist besonders begrüßenswert: Zwar setzt das die Fernbedienung in diesem Punkt schach matt, aber dieses direkte Ansprechen des Zooms und die daraus resultierende kurze Einschaltzeit sind besondere Bonbons.
Fazit: Während viele Digi-Cams zu neuen Kamerakonzepten aufbrechen wollen und auf klassische Elemente wie Sucher, manuellen Zoom und bewährte Ergonomie (Body + massives Objektiv) weitestgehend verzichten kehrt Sony nun wieder dorthin zurück. Da wird Fotografieren wieder zu einem herrlichen Hobby! Wenn es klein und leicht sein soll ist Canon's Pro1 zwar die bessere Wahl, wer aber bereit ist, mehr mit zu schleppen und Spaß am Fotografieren zu haben, der ist mit dieser 828 bestens bedient!