Die Sony DR-EX300iP sind eine gute Lösung, wenn man die originalen Apple Kopfhörer durch eine In-Ear-Alternative ersetzen möchte und dabei weiterhin eine Fernbedienung und Mikrofon beibehalten möchte. Die Erwartungen, die ich in sie gestellt habe wurden zwar nicht übertroffen, aber auch nicht enttäuscht.
Eine 13,5 mm durchmessende, dynamische Membran treibt die Sony EX an. Diese sind quer angeordnet um Platz zu sparen. Die Lösung geht gut auf, die DR-EX sitzen wirklich gut und bequem im Ohr. Sogar tiefer, als man zunächst ob der Bauform vermuten will.
Mein Klangeindruck:
Nach kurzer Einspielzeit, in der ich zunächst einen etwas kratzigen und unsauberen Eindruck hatte, gaben sich die DR-EX300iP Bassbetont, über das restliche Frequenzband aber durchaus ausgewogen. Sie spielen recht angenehm und bieten dabei eine gute Stimmwiedergabe. In dieser Preisklasse sind sie eine gute Wahl für Querbeethörer. Stark ausgeprägte Klarheit und Differenziertheit bieten sie nicht, dafür sind sie aber auch unter den Modellen mit Fernbedienung und Mikrofon entsprechend günstig angesiedelt. Ich bin der Meinung, dass man hier klanglich einen guten Gegenwert für den Kaufpreis bekommt.
Die Isolierwirkung gegenüber der Umwelt ist hoch. Die Kabelgeräusche halten sich sehr zurück.
Zubehör, Haptik und Verarbeitung:
Es liegen die üblichen 3 Paar Silikonaufsätze in S,M und L anbei, welche farblich markiert sind. Diese sind auch als Ersatz zu kaufen. Der Sitz ist komfortabel und sicher. Die Kabel wirken dünn, aber nicht minderwertig. Positiv fällt die Kabellänge und der mitgelieferte Aufroller auf, mit dem die Länge nach Bedarf justiert werden kann.
Die Fernbedienung ist klein, leicht und sehr komfortabel zu bedienen. Sie hat deutliche Druckpunkte und wirkt sehr wertig. Hier kann sich manch anderer Hersteller eine Scheibe abschneiden. Alle 3 Buttons, welche über eine Wippe bedient werden, wurden bei meinem Versuch am iPod shuffle G4 unterstützt. Mein iPhone 3G kann mit der Volumen-Steuerung nichts anfangen. Dies ist aber ein Umstand, der beim iPhone 3G zu suchen ist.
Am Ende des Kabels gibt es einen kleinen, gewinkelten Stecker, der einen guten Knickschutz besitzt. Die Kabel sind fest an den Ohrhörern angebracht und nicht austauschbar, dabei auf beiden Seiten gleich lang.
Für die sichere Verwahrung und den Transport liegt eine sehr schöne Aufbewahrungstasche anbei, in der nicht nur die In-Ears platz haben.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier meiner Meinung nach.
Zusammenfassung:
Die Sony DR-EX300iP sind eine gute Alternative für die Apple Ohrhörer mit Fernbedienung und Mikrofon. Sie spielen mit Bassnote, sind ansonsten unauffällig und recht ausgewogen. Ihrer Klasse entsprechend ist die gebotene Leistung wirklich gut und wer durchschnittliche Ansprüche an einen Kopfhöhrer hegt, sollte sie auf jeden Fall in Betracht ziehen. Sie machen in Ihrer Preisklasse nichts verkehrt, sind sehr bequem und gut verarbeitet. Mit ihrer hohen Abschirmung vor der Umwelt eigenen sie sich für Straßenbahn/Bus und Situationen, in denen man die Umwelt ausblenden will, ohne dabei andere zu stören, sehr gut.
4 wohl verdiente Sterne für eine Grundsolide Vorstellung. Für einen fünften hätten sie noch etwas detailreicher und klarer sein müssen.
Nachwort:
Kopfhörer Rezensionen sind immer sehr schwierig, denn hören wird sehr subjektiv wahr genommen. Was Hans Mustermann gut findet, muss Otto Normal nicht zusagen. Inzwischen habe ich viele Modelle in preisbewussten Segment angehört, doch um meine Bewertung nachvollziehen zu können, sollten Sie kurz über meinen Hör- und Musikgeschmack informiert sein.
Ziel meiner Rezension soll es ja sein Ihnen mitzuteilen, ob diese In-Ear Kopfhörer auch Ihren Geschmack treffen können und ob sie ihren Preis im Vergleich zur Konkurrenz wert sind. Hier also eine kurze Info zu mir:
Ich höre sehr gerne Jean Michel Jarre, also elektronische Musik, die überwiegend aus analogen Synthesizern kommt, außerdem
"Dead Can Dance", welche viele außergewöhnliche Musikinstrumente sowie Lautmalerei verwenden.
Des weiteren Neo-Prog Rock, wie z.B. IQ. Auch Supertramp, Amy Mc Donald, Muse und Lilly Allen haben auf meinem Player einen festen Platz. Am liebsten genieße ich Musik in einer ruhigen Umgebung, wie z.B. einem Zimmer, auf der Couch, im Bett ... aber auch beim Sport auf dem Fahrad.
Ich mag dynamischen Sound, liebe aber genauso Detailreichtum. Wichtig ist mir ein klares Klangbild, die saubere Trennung von Instrumenten und eine genaue Ortung.
Um mir zu gefallen, muss ein Kopfhörer tiefe Töne angenehm satt wiedergeben, die Bässe dürfen das Frequenzband aber nicht dominieren und die Macht des Spiels an sich reißen.
Die Mitten sollten neutral dargestellt werden, nicht in den Hinter- oder Vordergrund treten, oder sich nach Telefon anhören.
Höhen müssen deutlich und sauber herausgestellt werden. Ich möchte gerne alle Details eines Stückes hören. S-Laute dürfen dabei nicht zum zischen neigen und ein Becken soll sich auch so anhören und nicht wie ein Stück Blech, dass in eine Ecke geworfen wird.
Am nächsten kamen diesem Anspruch bisher die Philips SHE 9800. Und da ich bisher keine bessere Lösung gefunden habe, die mir gefällt und preislich attraktiv bleibt, machen sie das nun schon 1,5 Jahre. Ich hatte inzwischen Ultimate Ears super.fi 5, super.fi 4, Aircoustic Wod von Vivanco, Philips SHE 9850, Denon AH-C 560R in meinen Ohren ... überzeugen konnte mich bisher aber niemand komplett. Die Sonys gehen grob in die Richtung, die ich beschreibe, nur halt nicht klar und detailliert genug und mit etwas zu ausgeprägtem Bass.