die DCR SX 73 ist ein Camcorder mit ordentlicher Bildqualität, welche auch bei Kunstlicht in etwas dunkleren Räumen noch zu gebrauchen ist. Der Exmos R 1/4 Sensor, scheint hier seine positiven Auswirkungen zu zeigen. Leider wurde im Gegenzug auf den bei sonstigen Sony Camcordern üblichen 60-fach optischen Zoom verzichtet und gegen einen lediglich 25-fachen Zoom ausgetauscht. Trotzdem ist dieser Zoom noch als recht ordentlich zu bezeichnen und trotzdem - und damit wären wir beim nächsten Problem - bringt dieser Zoom den Verwacklungsschutz deutlich über seine Grenzen. Überhaupt ist der lediglich elektronische Verwacklungsschutz nicht das, was man von einem solchen erwarten würde. Die Kamera muß schon sehr ruhig gehalten werden, um ordentliche Aufnahmen zu bekommen.
Auch der Wechsel der Schärfeeinstellung auf verschiedene Lichtverhältnisse dauert schlichtweg zu lange. Beim Wechsel in einen anderen Raum ist das Bild oft 2-3 Sek. komplett unscharf. Filmt man bei dauernd wechselnden Lichtverhältnissen, ist es oft gar nicht möglich, das Bild scharf zu filmen. Auch bei Kameraschwenks muß seeeeehr langsam gedreht werden um Unschärfen einigermaßen zu vermeiden.
Der Camcorder ist sehr klein und handlich. Jedoch ist es schwierig, das Gerät so in der Hand zu halten, daß der Daumen auf dem Aufnahmeknopf ist und gleichzeitig ein anderer Finger auf dem Zoom so liegt, daß aus- und einzoomen gleichermaßen gut zu bedienen sind. Meist muß nachgegriffen werden, was natürlich wieder zu Bildverwacklungen führt.
Die Ausstattung des Camcorders ist ganz OK aber selbst Camcorder vor 20 Jahren konnten Dinge, die die heutigen Camcorder nicht mehr beherrschen: so ist es ohne teure Software noch nicht einmal möglich, Datum und Uhrzeit ins Aufnahmebild zu bekommen (außer wenn man den Camcorder direkt an den TV über Chinch anschließt - jedoch muß man dann entscheiden, entweder immer das Datum/Uhr im Bild zu haben, oder eben gar nicht, sonst muß man wieder ins Menü), auch ein Titel kann nicht in der Camera eingeblendet werden. Die mitgelieferte Software PMB macht im Prinzip nichts anderes, als die Daten auf DVD zu brennen - und selbst das kann sie nur, wenn man noch ein Zusatztool von Microsoft (kostenlos) installiert. Nachträgliches einfügen von Blenden, Datum/Uhr oder Titel sind mit dieser Software nicht möglich. Überhaupt wäre es wünschenswert, zumindest die zwei Blenden, die der Camcorder beherrscht, wenigstens (mittels Camcorder oder Software) auch nachträglich einfügen zu können. Der Camcorder kann ein Schwarz- und eine Weiß- Ein- und Ausblendung vornehmen. Jedoch muß man während der Aufnahme diese aktivieren, damit sie einmal aufgezeichnet wird. Oft ist eine Schwarzblende bei der letzten Aufnahme eines Filmteils oder am Ende des Films sinnvoll. Jedoch: woher weiß man, daß ausgerechnet diese Aufnahme, die ich gerade tätige, die letzte sein wird???? - Oft weiß man es gar nicht und selbst wenn, denkt man oft nicht daran, jetzt die Blende zu aktivieren. - Auch umgekehrt ist es schlecht. Wenn man die Blende aufgezeichnet hat und dann doch noch eine Aufnahme folgt, ist die Blende an der falschen Stelle - unwiderruflich aufgezeichnet.
Man kann bei der mitgelieferten PMB nicht, wie bei anderen Brennprogrammen, vernünftige DVD-Menüs erstellen. Es gibt lediglich 5 Hintergrundbilder. Außerdem keine animierten Menüs und es werden als Oberfläche alle Filmdateien einzeln angezeigt. Wenn dies in einem 2 Ebenen Menü auf der 2. Ebene so wäre - wunderbar - jedoch so ist es nicht möglich, mehrere Filme auf eine DVD zu brennen, da man sonst den Anfang des nächsten Filmes umständlich mittels Indexbild suchen muß (und wenn man die Schwarz- oder Weißblende zum Einblenden verwendet hat, ist das Indexbild eben nur Schwarz oder weiß - hier hätte man als Indexbild eben darauf achten müssen, daß nicht das Anfangsbild, sondern das erste Bild, auf dem etwas zu erkennen ist, angezeigt wird - aber alles mit dieser Software eben nicht möglich). Schön ist, daß zu jeder Filmsequenz mittels "Skip" des DVD-Players gesprungen werden kann.
Auch kann die Sony PMB Software nicht auf DVD-R DL brennen. Lediglich DVD-R, DVD-RW, +R, +RW und +R DL sind möglich. Das heißt, wenn man in hoher Qualität länger als eine Stunde brennen möchte, ist es nicht möglich eine DVD zu verwenden, da die Double Layer der DVD-R eben nicht unterstützt werden. Hier ist man dann auf das Konkurrenzprodukt +R DL angewiesen - an dessen Entwicklung Sony mitbeteiligt war.
Die Bedienung erfolgt leider über ein Touch-Screen Display. Das ist einfach nur grausam! Andauernd Fingerabdrücke auf dem Bildschirm die nur schwer wegzubekommen sind!
Schön ist das "Eigene Menü" - hier ist es möglich sowohl im Aufnahme- als auch im Wiedergabemodus jeweils die 6 Menüpunkte, die man selbst am häufigsten braucht, sich zusammenzustellen und mit wenigen Tastendrücken abzurufen (z. B. sinnvoll für die Blende - jedoch wäre es noch besser, es gäbe hierfür einen separaten Knopf, denn so müssen auch mehrere virtuelle Tasten gedrückt werden, bis die Blende aktiviert ist).
Toll ist auch die "Inteligent Automatik" hier arbeiten die Systeme der Scharfstellung und Lichtverhältnisserkennung zusammen. Z. B erkennt das System, daß man in einem dunklen Raum flimt und schaltet auf die "Low Lux" Einstellung. - Das ganze kann man dann mittels Symbol auf dem Display erkennen.
Was seltsam ist: die Bildübertragungsqualität per USB an den PC und dann in höchster (1 Std. auf 4,7 GB) Qualität gebrannt übersteigt nicht die Qualität, wenn man den Camcorder direkt über das mitgelieferte Chinchkabel an den TV anschließt. Wenn also selbst die digitale Übertragung keine weitere Bildverbesserung bringt, so erscheint der Satz der Bedienungsanleitung "mit dem optional erhältlichen S-Video Kabel erreichen Sie eine höhere Bildqualität" als reiner Hohn - möglich, daß dies für die aufgenommenen Photos so ist - das habe ich nicht probiert, die Photos sind ohnehin nicht von hoher Qualität und das erwarte ich bei einem Camcorder auch nicht - aber bei den Filmübertragungen kann man sich dieses S-Video Kabel sicher sparen.
Bei der Übertragung des Bildes direkt mittels Chinchkabel an den TV fällt positiv auf: da Menü ist so einstellbar, daß es zwar dauernd im Camcorder eingeblendet ist, jedoch nicht an den TV mitübertragen wird (außer sinnvollerweise eben Datum und Uhrzeit - das kann man dann wieder separat einstellen ob es bei der Wiedergabe angezeigt werden soll)
Was leider bei der Ausstattung des Camcorders fehlt, ist der bei Sony früher üblich gewesene "Night Shot". Mit dieser Funktion konnte man mittels Infrarot auch bei absoluter Dunkelheit in Schwarz/Weis (mit Grünstich) alles, was in ca. 1-2 Meter Entfernung lag, filmen.
Noch etwas zum mitgelieferten Akku: länger als eine gute halbe Stunde reale Filmzeit sind kaum möglich - also ein (teurer) Zweitakku ist im Normalfall nötig. Hierbei ist zu erwähnen, daß Sony sogar für das Ladegerät 75 haben möchte. Investiert man die nicht, so muß im Camcorder selbst geladen werden - was ein filmen, während man den zweiten Akku wieder laden möchte unmöglich macht!
Ergänzung: bereits nach wenigen Akkuladungen wurde der mitgelieferte Original-Akku vom Gerät nicht mehr anerkannt: Fehlercode C:04:00 "dieser Akku kann mit diesem Camcorder nicht verwendet werden" - diese Meldung kommt üblicherweise, wenn Fremdakkus verwendet werden - Sony möchte damit gewährleisten, dass auch die teueren Originalakkus gekauft werden. Nun verwende ich ausschließlich Originalakkus und habe den Ärger trotzdem und musste den Akku retounieren!