Seit Jahren setze ich die V1 von Sony ein. Ich habe damit zahlreiche wirklich gute Bilder gemacht. Die V1 war seinerzeit perfekt ausgestattet u.a. mit Sucher und Monitor, Nightshot, Zubehörschuh usw usw.
Mit der Zeit wurde mir das 4-fach Zoom zu wenig und ich schleppte ständig ein Teleobjektiv mit. Aber auch mit dem Zusatztele war ich nicht zufrieden. Neben der zu kleinen Brennweite war der Monitor zu klein. Dies war lästig.
Ich habe die unzähligen vielfältigen Einstellmöglichkeiten nur begrenzt genutzt. Überwiegend in Programmautomatik eingestellt und mit dieser Voreinstellung wurden 95% aller Aufnahmen gemacht. Der Sucher wurde in all den Jahren vielleicht 3-4 x genutzt.
Die Ersatzkamera sollte neben einer guten Bildqualität ein brauchbares Tele-Objektiv haben, einen guten großen Monitor und leicht zu bedienen sein. Wie die V1 sollte die Kamera gerade noch in die Jackentasche und in die Lenkertasche am Fahrrad passen und leicht sein, damit man diese wirklich überall dabei haben kann.
Mit der H3 war dies eigentlich schon gegeben, aber die schlechte Monitorauflösung wurde häufig bemängelt. Also wartete ich.
Mit der H10 wurde der Monitor erheblich verbessert. Auch die Gesichtserkennung und noch ein paar Kleinigkeiten wurden verbessert.
Lange habe ich in den Tests verschiedener Zeitschriften und Institutionen verglichen. Ergebnis war die Sony H10.
Ein Kompromiss, der aus dem Verhältnis zwischen Bildqualität, Gewicht, Größe, Ausstattung, Zoom-Obektiv und vor allem Geschwindigkeit gefunden wurde. So habe ich mir die Bestenliste einer Zeitschrift nach diesn Gesichtspunkten aufbereitet und die H10 landete mit Abstand auf Platz1.
Sicher gibt es Kameras mit besserer Bildqualität. Es gibt Kameras mit noch besserem Zoom-Bereich, es gibt Kameras die kleiner und leichter sind und es gibt Kameras, die weniger Kosten. Aber es gibt keine, die zu diesem Preis mit diesem geringen Gewicht ein 10 -fach Zoom mit 380 mm KB-Brennweite, mit einer sehr schnellen Geschwindigkeit und geringster Auslöseverzögerung, mit einem Super-guten Blitz, einem wirklich guten 3-Zoll Monitor bietet.
Andere mit guter Bildqualität und 10-fach Zoom haben z.B. nur 260 mm Brennweite. Wieder andere haben indiskutable Auslöseverzögerungen. Was aber nützt mir ein Bild bei dem der Bildinhalt nicht drauf ist, weil er sich während der Aufnahme aus dem Bild bewegt hat?
Die meisten Kameras die in Tests eine bessere Bildqualität aufgewiesen haben, sind erheblich voluminöser. D.h. 1-2 cm breiter, 1 - 2 cm höher und mit 8-10 cm Tiefe ungefähr doppelt so dick wie die H10. Und die Bildqualität bei den Voluminösen aber dafür langsamen Kameras war um ca. 8 - 10 % (bezogen auf die Punktezahl) besser. Jene Geräte die voluminös und schnell waren, bringen ein Gewicht auf die Waage, das zwischen 700 und 1000 g liegt. Die H10 wiegt 290 g.
Also war es die H10 die ich als erstes probiert habe.
Nach nunmehr ungefähr 1 Woche und ca. 300 Testbildern bin ich überzeugt, die richtige Kamera gekauft zu haben.
Insbesondere Makroaufnahmen bringen Gigantische Ergebnisse. Blumen, Schmetterlinge oder z.B. Spinnen erlauben z.T. faszinierende Einblicke die bisher so nicht möglich waren.
Beispiel Kreuzspinne. Aufgenommen von der Bauchseite. Entfernung ca. 3 - 4 cm so dass die Spinne voll aufs Bild passt. Schon diese Aufnahme ist sehr gut. Anschließend über Trimmen mit voller Bildqualität z.b. den Kopf und die Vorderbeine mit Faktor 2 vergrößert. Das Ergebnis ist eine Mischung zwischen Ufo und Alien und ob es die Augen oder die Freßwerkzeuge sind oder die Haare an den Beinen - so habe ich Spinnen noch nie gesehen. Das ganze wurde bei Nacht mit Blitz aufgenommen. Einfach super.
Nun zum Ergebnis meines nunmehr einwöchigen Tests:
Nachteile: manchmal könnten die Drucktasten eine Spur größer sein. Beim einhändigen Fotografieren gelangt man gerne mit dem Daumen auf die Zoomwippe. Die Bildqualität ist wie bei allen Digitalkameras insbesondere
bei Landschaftsaufnahmen nicht immer erste Sahne, aber dennoch brauchbar bis gut. Hier würde ein noch besseres Objektiv (das natürlich mehr kosten darf) sicher noch etwas bringen. Mehr Nachteile kann ich momentan noch nicht nennen.
Vorteile:
Der Monitor ist hervorragend. Groß, klar, deutlich. Auch bei Sonneneinstrahlung noch brauchbar. Man kann das Bild schon sehr genau beurteilen. Einen Sucher habe ich nicht vermisst.
Der eingebaute Blitz ist m.E. sehr gut. Ob tagsüber als Aufhellblitz oder in dunklen Räumen oder bei Nacht. Ich habe immer gute Aufnahmen gemacht. Für Aufnahmen ohne Blitz bietet sich die hohe ISO-Auflösung an. Ok in dunklem Raum ist das Bild später grießelig. Aber wenn es halt mal ohne Blitz gehen muss, ist das Ergebnis dennoch brauchbar.
Nach ersten Versuchen mit fixer ISO-100 Einstellung bin ich wieder auf automatische ISO gegangen. Die Automatik stellt aber meistens sehr niedrige Werte ein, so dass die Bilder relativ fein bleiben.
Viele Features wie z.B. Schnee, Strand, Feuerwerk, Nachtaufnahmen, Porträts usw. konnte ich noch nicht testen.
Aber ich habe die Einstellung Landschaft, Automatik und Programmautomatik ausgiebig getestet.
Automatik: ca. 90 % der Aufnahmen sind zufriedenstellend bis sehr gut. Für den Gelegenheitsfotografen ist diese Stellung durchaus zu empfehlen, denn er kann nichts falsch machen.
Landschaft: Für eine schnelle Landschaftsaufnahme ohne nachdenken gibt es gute Aufnahmen.
Programmautomatik: Maximal einstellbare Parameter. Die Belichtung (Blende und Verschlusszeit) bleibt automatisch und funktioniert auch sehr gut. Aber es lassen sich z.B. die Farbsättigung, die Konturenschärfe und vieles andere mehr beeinflussen. Und die Einstellung bleibt erhalten.
Wie bei der V1 ist auch bei der H10 die Programmautomatik wieder mein Favorit, weil ich mit wenigen Handgriffen meine individuelle Einstellung haben kann. Meine Frau dagegen kann auf Landschaft oder auf Automatik stellen und macht gute Bilder. Wenn ich wieder auf Programm gehe, sind meine alten Einstellungen wieder da.
Die begrenzte Einstellmöglichkeit ist ok, da man eigentlich nicht mehr braucht.
Bildqualität: bei Aufnahme im 16:9 Format bleibt dieses auch beim Trimmen erhalten. Ich nehme bevorzugt mit 8MP auf, weil dann ggf. Ausschnittvergrößerungen mit besserer Qualität möglich sind.
Eine Makroaufnahme (z.B. Schmetterling an Blume) aus ca. 20 cm Entfernung bringt mit der Makrotaste ein gutes und schafes Bild.
Anschließend mit Trimmen auf Faktor 2 und den Bildausschnitt einstellen und auslösen. Hierbei kann dann die Bildqualität manuell verändert werden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Vielleicht nicht um Weltrekorde und Nobelpreise zu gewinnen, aber um mit wenig Aufwand gute und brauchbare Aufnahmen zu machen.
Zoom-Objektiv: voreingestellt werden sollte smart-zoom. Dies liefert die beste Bildqualität, bringt aber weniger Brennweite. Optisch 10 x d.h. 380 mm bei 8 MP. Bei 5 MP gibt es immerhin 12 x d.h. 456 mm. Und bei 3 MP gibt es 15 x d.h. 570 mm. Bei 1920 x 1080 (16:9) gibt es 17 x d.h. 646 mm Brennweite. Da optisch nur 10-fach sind, nimmt die Bildqualität natürlich etwas ab. Bei 3MP und 15 x ist sie aber noch immer erstaunlich gut. Beispiel: Eine Baumgruppe die in ca. 1 - 1,5 km Entfernung steht, mit bloßem Auge klar sichtbar ist, bringt mit dem vollen Tele bei 10 - fach z.B. Fahrspuren auf Feldwegen, Umzäunung, Sitzbank usw. zum Vorschein. Auch Details die mit bloßem Auge nicht erkennbar waren sind zu sehen. z.B. taucht ein Gartenhaus zwischen den Bäumen auf.
Bei schlechtem Wetter leidet die Bildqualität, bei schönem Wetter dagegen sind diese Teleaufnahmen wirklich erstaunlich.
Und statt eines 1 m langen Teleobjektivs habe ich nur ca. 2-3 cm Objektivlänge. Wer auf diese Entfernung jeden Stein erkennen will braucht natürlich andere Objektive. ABer um einen entfernten Berg heranzuholen oder um Tiere die einige Meter entfernt stehen vollformatig abzubilden ist das Objektiv Klasse. Auch um interessante Details aus einem großen Objekt herauszuholen kann das Tele sehr nützlich sein.
Man kann z.B. mit geringerer Auflösung das Tele auch auf 20 x steigern. Aber da leidet die Bildqualität dann doch schon sehr.
Mein Vorschlag: möglichst mit voller Auflösung und 10-fach und anschließend mit trimmen verdoppeln. vorteil ist, dass bei 10-fach Zoom die Verwacklungsgefahr durch den optischen Bildstabilisator sehr gering ist. Bei wachsendem Zoom dagegen wirkt durch die Brennweite jeder Zitterer wie ein Erdbeben. Und da kann auch ein Bildstabilisator nicht alles wegdrücken.
Es ist aus Platz- und Zeitgründen nicht möglich alle Details ausführlich und ergiebig darzustellen. Man muss einfach probieren. Alles.
Die Bedienung über die Menüpunkte ist gut gelöst und leicht erlernbar. Die Anleitung braucht man kaum. Wie bei allen modernen Elektronikgeräten ändert sich die Einstellmöglichkeit je nach Menüpunkt. D.h. bei Porträt sind andere Einstellmöglichkeiten als bei Programmautomatik oder bei Videoaufnahmen.
Das ist sehr sinnvoll - aber die Eingewöhnung dauert einige Aufnahmen. Man muss halt alles mal intensiv probieren bis man es beherrscht.
Ich will nicht die Möglichkeiten der Kamera aufzählen - diese können im Verkaufsprospekt nachgelesen werden. Mir geht es um Fakten.
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