In Punkto Micro Kompaktanlagen bin ich mittlerweile sehr erfahren. In der Vergangenheit hatte ich solche Anlagen von PANASONIC und zuletzt von SHARP. Diese befanden sich in der 500 Euro Klasse. Nun war ich auf der Suche nach einer Micro Anlage, die sich in ein Netzwerk einbinden lässt.
Eher durch Zufall habe ich diese Anlage entdeckt und war anfangs sehr skeptisch aufgrund des phänomenal günstigen Preises. Die Anlage kostete zum Zeitpunkt des Kaufes 250 Euro! Kann eine Anlage um den Preis überhaupt etwas taugen?
Hier die Antworten. Mehr Infos unter mryamaha-heimkinofreak punkt de
Amazontypisch wurde die Anlage sehr schnell und sicher mit einem Extra Umkarton verpackt an mich versendet. Die Spannung war sehr groß beim Auspacken und ich war begeistert, was die Wertigkeit und das Design der Anlage betrifft.
Die Boxen sind aus Holz mit abnehmbarer Bespannung und auch die Chasis der 2-Wege Lautsprecher machen einen sehr soliden Eindruck. Die Anlage selbst ist erstaunlich sauber verarbeitet, was auch für die Bedientasten am Gerät gilt. Da wackelt nichts und jede Taste hat einen klar definierten Druckpunkt.
Der ins Auge springende Lautstärkeregler ist sehr fein gelagert, so daß ein erstes Drehen einen wahren WOW-Effekt erzeugte! Ich habe schon an Lautstärkereglern gedreht von deutlich teureren Audiokomponenten und die bewegten sich nicht mal annähernd mit der Präzision wie es dieser Regler an dieser Micro Anlage tut. Die Lautsprecherkabel liegen ebenfalls bei und dürften selbst dem Laien keine Probleme bereiten, diese anzuschliessen. Kleine Gumminoppen sind zu den Laustprechern beigepackt, um diese auf die Unterseite der Boxen zu kleben. Eine Wurfantenne für DAB+ sowie für normales FM sind im Lieferumfang enthalten. Natürlich kann auch eine Kabel- oder Hausantenne angeschlossen werden. Wer später WLAN nicht nutzen möchte, kann das Gerät auch per Netzwerkkabel anschliessen, das wars dann aber auch schon mit den Anschlüssen auf der Rückseite. Mehr Anschlüsse gibt es nicht und braucht es auch nicht, denn externe Quellen können vorne über einen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss angeschlossen werden. Auch der USB Anschluss befindet sich praxisgerecht vorne rechts am Gerät. Eine iPOD-Dockstation ist ebenfalls vorhanden, welche sich links vorne am Gerät einfach aufklappen lässt. Eine gedruckte Bedienungsanleitung ist beigelegt, was heutzutage sehr selten ist, weil viele Hersteller aufs Internet verweisen, um sich dort eine Anleitung herunterzuladen. Natürlich ist im Package auch eine Sonytypische Fernbedienung mit dabei, mit der sich die Anlage steuern lässt. Selbst die Batterien dazu wurden nicht vergessen.
Einiges Manko: Das fest montierte Netzkabel an der Anlage hätte länger sein dürfen. Ca. 75 cm ist für eine Anlage schon etwas kurz, wenn eine Steckdose nicht gleich unmittelbar daneben ist.
Die Anschlüsse sind gemacht und jetzt nur noch das Netzkabel in die Steckdose und los gehts!
Sofort erscheint der DEMO Modus der Anlage im sehr gut lesbaren 3-zeiligen DOT Matrix Display. Auf Dauer nervt diese DEMO, also abschalten, aber wie? Kein Problem! Bei ausgeschalteter Anlage einfach die DISPLAY Taste auf der Fernbedienung drücken und das wars.
Jetzt können wir die Anlage einschalten.
Erster Hörtest mit einer CD. Die Schublade fährt sehr leise und gut gelagert aus dem Gerät. Das Laufwerk ist im laufenden Modus kaum zu hören. Auch hier wieder ein Zeichen dafür, daß die Anlage wirklich nicht als Billigprodukt konzipiert wurde. Sofort fallen mir zwei Tasten auf der Fernbedienung auf.
DSGX (eine Art Loudness-Funktion) und die EQ-Taste. Dahinter verbirgt sich eine „normale“ Bass- und Höhenregelung. Ich empfehle BASS und TREBLE auf „0“ und DSGX auf OFF einzustellen. Die Klangqualität bei gut aufgenommenen CDs ist gewaltig!!! Sehr saubere, fein aufgelöste Höhen, präsente Mitten, sowie agile Bässe, weit weg vom „Dröhn-Niveau“ manch anderer Anlagen. Auch die erzielbare Lautstärke ist
erstaunlich, so daß man genug Leistungsreserven zur Verfügung hat, um selbst eine Party gut zu beschallen.
Übrigens: An der sehr guten Klangqualität ändert sich auch nichts, wenn man MP3-CDs abspielt bzw. einen USB Stick anschliesst, welcher ebenfalls mit MP3s befüllt ist.
Nun war ich sehr gespannt darauf, die Anlage in mein Netzwerk per WLAN zu integrieren. Als Router nutze ich eine FRITZBOX 7270. Die benötigten Daten wie Netzwerkname, IP, DNS und Getaway, sowie WPA2 Verschlüsselung sind zügig eingegeben. Am Ende der Prozedur abspeichern und die Verbindung steht
und zwar mit WLAN Maximalpegel und dies durch 2 Mauern hindurch und etlichen Metern Abstand zum Router. Dann mit MUSICSERVICES die Internetradiostationen gesucht und über die PRESETS Funktion die Sender abgespeichert. Bei tausenden Internetstationen, die es gibt, hätte der PRESETS Speicher grösser ausfallen
dürfen. Nur 20 abspeicherbare Sender ist leider etwas zu wenig. Die Senderauswahl orientiert sich am vTunersystem. Einfach mal danach googlen.
AVM FRITZ!Box 7270 Wlan Router (ADSL, 300 Mbit/s, DECT-Basis, Media Server)ANMERKUNG: Ich kann bezüglich des Internetempfangs per WLAN die negativen Erfahrungen anderer Rezendenten in keinster Weise nachvollziehen!!! Selbst stundenlanges Hören von exotischen Sendern wie der Los Angeles
Stadtsender 1.fm Jamz Hip Hop lief OHNE Aussetzer!!! Darüberhinaus fiel mir auf, daß viele USA-Sender deutlich besser klingen als Sender aus Deutschland, aber dies nur am Rande bemerkt.
Technisch bedingt dauert das Umschalten von Internetradio immer länger als bei FM oder Kabelsendern, da gewisse Daten erst abgeglichen und gepuffert werden müssen. Internetradio ist wahrlich kein „Zapping-Radio“ und dafür ist dieses Medium auch nicht gemacht. Umso erfreulicher, dass es absolut störungsfrei funktioniert, wenn man die Technik auch richtig konfiguriert. Der Ursprung der Probleme, die andere offensichtlich haben, liegt wohl eher am Router. Meine Empfehlung: Kauft Euch eine FRITZBOX und dann klappts auch mit der Sony Anlage.
TIP: Besonders ungeduldige können die Zugriffszeiten aufs Netzwerk erheblich verkürzen bei folgender Einstellung:
Im HOME NETWORK Modus die OPTIONS Taste auf der Fernbedienung drücken. Mit der NACH UNTEN Taste im Menü runterscrollen bis NETWORK STANDBY im Display erscheint. Mit ENTER bestätigen und auf ON stellen. Beim Ausschalten der Anlage brennt die Signallampe nicht mehr Rot, sondern Orange. Beim erneuten Einschalten steht das Netzwerk SOFORT wieder zur Verfügung und man spart sich die Zeit für die Initalisierung.
Synology DS212j NAS-System (1,2GHz, 256MB RAM, 2x USB 2.0, 1x GBLAN, SATA II)Letztes Testkriterium: Ich nutze einen Synology NAS Server, auf dem sich mein komplettes Musikarchiv befindet. Natürlich möchte ich dieses Musikarchiv auf meiner Sony Anlage nutzen. Auf dem NAS Server muss lediglich das DLNA Plugin laufen und schon erscheint die DISCSTATION im Display der Sony Anlage, wenn man auf der Fernbedienung auf HOMENETWORK umschaltet. Nun habe ich einen alphabetischen Zugriff auf alle meine Musikordner, die sich auf meinem NAS befinden. Über die ALPHABET SEARCH Funktion kann man sogar gezielt suchen, was bei tausenden von Titeln durchaus sinnvoll ist! Ordner auswählen – anklicken und sofort startet die Wiedergabe. Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, daß alles perfekt läuft ohne Aussetzer oder ähnlichen negativen Effekten.
Fazit: Wenn ich ALLE Punkte der Anlage zusammen fasse, kann ich nur sagen, daß SONY eine äusserst gelungene MicroKombi (Anlage+Boxen) herausgebracht hat, die mich, bis auf ein paar unerhebliche Kleinigkeiten, voll überzeugt hat!!! Deutlich teurere Micro Anlagen bieten nicht mehr – im Gegenteil – die Sony bietet Vollausstattung bei gleichzeitig hochwertiger Verarbeitung und herausragender Klangqualität.
In der 300 Euro Klasse dürfte diese Anlage konkurrenzlos sein. Der Preis ist geradezu ein „Schnäppchen“ und daher kann ich die Anlage allen vorbehaltlos empfehlen, die auch über einen guten Router oder Homeserver verfügen.
Damit läuft die Anlage nämlich zur HOCHFORM auf! Verdiente 5-Sterne Maximalpunktzahl!!!
Grosses Lob an SONY!